KarriereguidePfeil rechts SymbolBerufseinstieg & KarrierePfeil rechts SymbolWas ist ein Werkstudent?

Was ist ein Werkstudent?

Als Werkstudent verdienst du neben deinem Studium nicht nur Geld, sondern sammelst auch Erfahrung für dein späteres Berufsleben. Damit sind Werkstudentenjobs eine gute Alternative zu Jobs in der Gastronomie, Ferienjobs oder mehreren Praktika. Hier erfährst du, was ein Werkstudent ist, was ein Werkstudent macht und was es mit dem Werkstudentenprivileg auf sich hat, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und mit welchem Gehalt du als Werkstudent rechnen kannst.

Inhalt

Definition: Was ist ein Werkstudent?

Werkstudenten sind Studierende, die neben ihrem Studium in einem Unternehmen arbeiten. Das Aufgabengebiet in dieser Tätigkeit muss jedoch nicht zwangsläufig etwas mit den Studieninhalten zu tun haben. Werkstudenten arbeiten in der Regel zwischen 16 und 20 Stunden in der Woche, jedoch sind gesetzlich nicht mehr als 20 Stunden pro Woche erlaubt, damit dein Hauptfokus immer noch auf dem eigentlichen Studium liegen kann. Es gibt jedoch eine Sonderregelung für deine Semesterferien, in denen du mehr arbeiten darfst, mehr dazu findest du hier.

Was ist ein Werkstudentenjob?

Ein Werkstudentenjob ist für viele Studierende der erste Schritt ins Berufsleben und ein Türöffner für die eigene Entwicklung. Werkstudenten lernen oftmals strategisch zu denken, zu präsentieren, Projekte zu managen und eignen sich weitere sogenannte Soft Skills wie den Umgang mit Kolleginnen oder Kollegen, den Umgang mit Stress und Kritikfähigkeit an.

Werkstudent Voraussetzungen

Nun weißt du, was ein Werkstudent ist, aber vielleicht fragst du dich, welche Voraussetzungen nötig sind, um Werkstudent sein zu können:

Es müssen vor allem zwei Voraussetzungen erfüllt sein, damit du als Werkstudent angemeldet werden kannst und vom Werkstudentenprivileg profitierst:

  • Du musst in einem Vollzeitstudium immatrikuliert sein und befindest dich nicht im Urlaubssemester.
  • Du darfst maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten (jedoch sind auch Ausnahmen möglich).

Werkstudent, was muss ich beachten?

Werkstudent kannst du also nur sein, solange du an einer Hochschule oder Universität eingeschrieben bist. Beendest du dein Studium oder wirst exmatrikuliert, endet damit auch automatisch das Werkstudentenprivileg. So bist du beispielsweise mit Ablauf des Monats, in dem du offiziell schriftlich über deine finalen Prüfungsergebnisse informiert wurdest, kein ordentlicher Student mehr und kannst damit nicht mehr als Werkstudent angestellt sein.

Wichtig: In einigen Arbeitsverträgen ist auch geregelt, dass das Arbeitsverhältnis mit dem Studium endet. Wenn das nicht für deinen Werkstudentenvertrag der Fall ist, hast du theoretisch das Recht auf Weiterbeschäftigung – wirst aber unter Umständen in allen Versicherungen versicherungspflichtig. Sprich hierzu, falls es auf dich zutreffen sollte, einfach mit deiner zugehörigen Personalabteilung.

Neben der 20-Stunden-Regel gibt es auch die 26-Wochen Regel, laut der du maximal 26 Wochen pro Beschäftigungsjahr mehr als 20 Stunden arbeiten darfst.

Beide Regeln sollen sicherstellen, dass du genug Zeit für dein Studium aufbringen kannst und die Werkstudententätigkeit nicht zu deiner Hauptbeschäftigung wird. Überschreitest du sie, verlierst du das Werkstudentenprivileg.

Es gibt Ausnahmen von der 20-Stunden-Regel:

  • Vorlesungsfreie Zeit
  • Nachtarbeit
  • Pflichtpraktikum

Während der vorlesungsfreien Zeit darfst du mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, solange du die 26-Wochen-Regel nicht überschreitest.

Arbeitest du überwiegend abends, nachts oder am Wochenende, darfst du im Einzelfall auch mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Über die Einzelfälle entscheidet deine Krankenkasse.

Absolvierst du ein Pflichtpraktikum im gleichen Unternehmen, kannst du natürlich auch auf 40 Stunden erhöhen. Allerdings ist hierfür ein separater Vertrag notwendig, da sich die Rahmenbedingungen deiner Arbeit ändern.

Werkstudententätigkeit: Typischen Aufgaben als Werkstudent

Nun weißt du bereits, wie ein Werkstudent definiert ist, aber was macht ein Werkstudent eigentlich? Der folgende Abschnitt gibt dir einen kleinen Einblick.

Werkstudenten werden im Unternehmen in der Regel in Projektteams oder für die Assistenz von Projekten und Aufgaben eingestellt. Das heißt du als Student:in bist aktiv an der Umsetzung von Themen oder Projekten beteiligt, zum Beispiel Veranstaltungen, Marketingkampagnen, IT-Kampagnen und Relaunches von Systemen oder Webseiten.

Dadurch lernst du früh den Umgang mit anderen Teammitgliedern und Führungskräften kennen und wie du dich menschlich einbringen kannst. Zudem baust du Soft Skills wie Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit aus.

Eine typische Aufgabe für Werkstudenten ist die klassische Projektarbeit. Du unterstützt Projektleiter:innen bei der Arbeit. Diese Anforderungen an deine Werkstudententätigkeit sind aber von Unternehmen zu Unternehmen und je nach deren Bedarf unterschiedlich gestaltet. Gefragt sind vor allem Studierende im Bereich Marketing oder Werkstudenten in der Informatik.

Für diese Tätigkeiten müsstest du auch nicht unbedingt aus Studiengängen kommen, die mit Marketing oder Informatik zu tun haben. Eine grundlegende Affinität ist gut, aber es können auch Geisteswissenschaftler Werkstudentenjobs in diesen Bereichen aufnehmen – Werkstudentenjobs sind demnach eine gute Chance für Quereinsteiger, wenn dich ein Fachbereich besonders interessiert und du hierzu grundlegende Erfahrungen sammeln willst.

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Wenn du noch mehr über Werkstudenten erfahren möchtest, haben wir dir im Folgenden die Vorteile eines Werkstudentenstatus aufgelistet.

11 Vorteile eines Werkstudenten

Als Werkstudent hast du im Gegensatz zu bezahlten Praktika nicht nur den Vorteil, dass du über einen längeren Zeitraum bei einem Unternehmen angestellt bist, sondern auch finanzielle Vorteile durch das Werkstudentenprivileg. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere gute Gründe, die für einen Werkstudentenjob sprechen:

1. Du verdienst gutes Geld

Viele Firmen sind offen für Werkstudenten, da sie Knowhow einbringen, im Gegensatz zu Vollzeitkräften jedoch günstiger sind. Im Schnitt verdienst du meistens mehr als Studierende, die ein Praktikum machen, denn diese sind oftmals nur drei Monate beschäftigt und damit vom Mindestlohn freigestellt.

Als Werkstudent hingegen profitierst du vom Mindestlohn, von aktuell immerhin 10,45 € pro Stunde und dieser wird laut dem Bundesministerium für Soziales und Arbeit ab Oktober 2022 sogar auf 12 € angehoben.

Viele Unternehmen zahlen ihren Werkstudenten aber auch 11–15 € und somit deutlich mehr als den Mindestlohn.

2. Du sammelst Praxiserfahrung

Ein Werkstudentenjob ist ein absolutes Plus im Lebenslauf: In kaum einem anderen Studentenjob kannst du so fachspezifische Praxiserfahrung sammeln.

Dabei lernst du nicht nur die Theorie praktisch umzusetzen, sondern siehst auch, ob diese in der Praxis überhaupt verwendet wird. Du erlebst den Arbeitsalltag und bereitest dich damit auf die Zeit nach deinem Studium vor. Das verschafft dir einen realistischeren Blick für deinen Berufseinstieg.

Werkstudent zu sein erlaubt es dir in vielen Unternehmen, in verschiedene Abteilungen reinzuschnuppern. Dadurch wird dir der Freiraum gegeben, zu reflektieren, wo du dich in Zukunft siehst. Diesen Freiraum gilt es zu nutzen. Denn natürlich ist es nicht nötig von Anfang an genau wissen, was dir Spaß macht und wo du besonders gut bist, manchmal hilft es auch zuerst herauszufinden, in welchen Bereichen du dich gar nicht siehst.

3. Du bekommst tief gehende Einblicke

Praxiserfahrung ist aber nicht alles. Durch den längeren Zeitraum deiner Werkstudententätigkeit erhältst du tiefgehende Einblicke in das Unternehmen, das operative Tagesgeschäft und deinen Fachbereich.

Dadurch kannst du das Vertrauen zum Unternehmen stabilisieren und mehr Verantwortung in einzelnen Projekten übernehmen. Deine Aufgaben werden dadurch immer spannender. Darüber hinaus suchen laut Future Talents Report aus dem Jahr 2021 viele Unternehmen Werkstudenten als wichtige Unterstützung in aktuellen Themenfeldern um Feedback zu erhalten, dies gibt dir die Möglichkeit dich aktiv in den Unternehmen einzubringen und etwas zu verändern.

4. Du erweiterst deine Qualifikationen

Unter dem Begriff Hard Skills sind all jene Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verstehen, die berufstypisch und messbar sind. Dazu gehören, neben dem Umgang mit fachspezifischer Software wie Bildbearbeitungsprogrammen, auch die Vertiefung deiner Kenntnisse und Fähigkeiten in Standardprogrammen. Typischerweise zählen hierzu Microsoft Word, Powerpoint und Excel oder vergleichbare Programme.

Zudem erhältst du Einführungen in fachübergreifende Software wie Projektmanagement-Tools und Firmen-Chats. Alle neu erlernten Hard Skills, fügst du deinem Lebenslauf hinzu – ein weiteres Plus.

Soft Skills sind persönliche und soziale Fähigkeiten, die du ständig weiterentwickelst. Dazu gehören Engagement, Empathie, Neugier, Belastbarkeit, Organisationsfähigkeit, Zeitmanagement, Kommunikationsfähigkeit und Kritikfähigkeit und viele mehr. Als Werkstudent lernst du deine Soft Skills gezielt einzubringen und zu verbessern.

Candidate Managerin Cosima Höflacher

„Im Rahmen von Werkstudententätigkeiten rekrutieren sich Arbeitgeber ihre Future Talents, daher gilt es diese Chance beidseitig als „Türöffner“ zu nutzen. Von Kandidatenseite, um die eigenen Skills auszubauen und für Unternehmen, um sich neue Sichtweisen und Feedback in das Unternehmen zu holen. Dadurch können beide Seiten von Werkstudenten profitieren.“

Cosima Höflacher, Candidate Management bei Workwise

5. Du lernst Stärken und Schwächen kennen

Als Werkstudent kommst du zwischen Studium, Arbeit und Freizeit auch mal an deine Grenzen und lernst dabei deine Stärken (und Schwächen) kennen.

Durch deine Arbeit als Werkstudent entwickelst du dich persönlich wie auch fachlich weiter. Das verschafft dir für zukünftige Bewerbungen auf Jobs deutliche Vorteile. Denn während andere bei Vorstellungsgesprächen krampfhaft ihre Stärken und Schwächen aufsagen, fällt dir das reflektierte Beantworten dieser typischen Frage durch die bereits vorhandene Arbeitserfahrung leichter. Denn dein Werkstudentenjob hat dich in vielen Bereichen gefordert, du hast dich spezifiziert und persönlich sowie fachlich weiterentwickelt. Ganz im Gegensatz zu Personen, die noch keine Erfahrung gesammelt haben.

6. Oftmals flexible Arbeitszeiten

Du hast bis 14 Uhr Vorlesungen und ab 18 Uhr wieder ein Seminar – kein Problem.

Als Werkstudent besitzt du meist die Möglichkeit, dir deine Zeiten flexibel einzuteilen. An welchen Tagen du wie lange arbeitest, hängt davon ab, wie du verfügbar bist und wann du besonders gebraucht wirst. Du entscheidest, natürlich in Abstimmung mit deinem Unternehmen, wie viel Zeit du neben dem Studium für deine Arbeit aufbringen willst.

7. In den Semesterferien Vollzeit arbeiten

Durch deine Werkstudententätigkeit bietet sich dir die Möglichkeit, in den Semesterferien Vollzeit zu arbeiten.

Du hast im Gegensatz zu deinen Mitstudierenden damit eine Sorge weniger. Denn du musst dich für die freie Zeit nicht extra noch um ein Praktikum oder einen Aushilfsjob bemühen.

Die Studienfinanzierung sowie das Sammeln von Praxiserfahrung sind so keine Problempunkte mehr für dich, sondern in deinem Job als Werkstudent geschickt miteinander verknüpft.

8. Als Pflichtpraktikum anrechnen lassen

Während deines Studiums musst du ein Pflichtpraktikum machen, doch ein Praktikum, das in die vorlesungsfreie Zeit passt, ist schwer zu bekommen? Die Unternehmen wollen dich gleich 3 oder 6 Monate haben, so viel Zeit hast du aber nicht? Ein Problem, das du mit einer Tätigkeit als Werkstudent umgehen kannst. Werkstudentenjobs können nämlich oft als Pflichtpraktikum angerechnet werden.

Wichtige Voraussetzungen sind die thematische Vergleichbarkeit mit deinen Studieninhalten und der Abgleich mit geforderten Maßstäben des Pflichtpraktikums in deiner Studienordnung. Gleichen sich die Anforderungen deines Studiums mit deinen Tätigkeiten im Job, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dieser als ein Pflichtpraktikum angerechnet werden kann. Zur Sicherheit solltest du das jedoch frühzeitig mit einer verantwortlichen Person an deiner Universität oder Hochschule abklären.

9. Netzwerk aufbauen

Durch dein Arbeitsumfeld lernst du viele interessante Personen kennen. Als Werkstudent schaffst du dir bereits deine ersten Kontakte im Unternehmen.

Über deinen Tätigkeitsbereich lernst du innerhalb und außerhalb deines Arbeitsplatzes viele interessante Leute kennen. Vernetze dich und nutze die Chance, mit diesen Leuten sowie dem Unternehmen, sämtlichen Teammitgliedern und weiteren Bekannten aus deinem Arbeitsumfeld in Kontakt zu bleiben, auch nach deiner Tätigkeit zum Beispiel über Plattformen wie LinkedIn und Xing.

Nicht selten ergeben sich hierdurch weitere Vorteile und Chancen für deine Zukunft. Das belegt auch eine Studie der Universität Heidelberg, die geknüpfte Kontakte während eines Praktikums oder anderweitigen studentischen Erwerbstätigkeiten als „effizient“ einstuft. Das heißt konkret: Du findest wahrscheinlich schneller einen passenden Berufseinstieg.

10. Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben

Hast du dich schon gefragt, ob du nicht vielleicht deine Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben willst? Oftmals wird diese Möglichkeiten gar nicht ausgeschrieben, sondern intern vergeben. Viele Themen ergeben sich zufällig während der Arbeit, aus einem Projekt heraus oder über einen glücklichen Umstand. Somit kannst du dir mit etwas Glück spannende Themen direkt im Unternehmen aussuchen und sparst dir so die Zeit der Themenfindung.

Als Werkstudent hast du Zugriff auf diesen internen Markt und kommst über deine aufgebauten Beziehungen einfacher an diese ran. Aber auch bei offiziell ausgeschriebenen Themen verschafft dir deine Tätigkeit als Werkstudent Vorteile. Der Übergang von der Werkstudententätigkeit zu einer Thesis im Betrieb ist in beiden Fällen leichter.

11. Deine Übernahmechancen steigen

Durch deine Werkstudententätigkeit kannst du dich in vielerlei Hinsicht beweisen. Indem du dich zuverlässig und verantwortungsbewusst zeigst, baust du Vertrauen zu den Personen in deinem Umfeld auf und überzeugst mit deinen Kompetenzen.

Wenn du das Unternehmen von dir überzeugst, steigen die Chancen, dass du nach dem Studium übernommen wirst. Das Team kennt dich, weiß, was du kannst und wie dein Potenzial am besten eingesetzt wird.

Wenn das Unternehmen für deine Karriere attraktiv ist, du dich wohlfühlst und bleiben willst, ist das ein perfektes Match. Deine Karriere direkt nach dem Studium über einen Werkstudentenjob anzufangen, kann dir als Sprungbrett dienen, zum Beispiel im Rahmen eines Trainee-Programm und sorgt für einen nahtlosen Übergang und ausbleibenden Lücken im Lebenslauf.

Auch der Übergang in eine Festanstellung nach dem Ende deines Studiums kann dir so erleichtert werden, da du die Firma ja bereits kennst und diese auch von deinen Talenten und Erfahrungen weiß.

Wenn das für dich nicht infrage kommen sollte, profitierst du für die Zukunft trotzdem von deiner Erfahrung, denn deine erweiterten Qualifikationen bleiben.

Werkstudent und Minijob gleichzeitig?
Als Werkstudent hast du grundsätzlich die Möglichkeit über diese Tätigkeit hinaus noch weitere Jobs auszuüben. Jedoch musst du hier genau aufpassen, nicht über eine Wochenarbeitszeit von 20 Stunden pro Woche zu kommen, da du ansonsten deinen Studentenstatus verlierst und mit Versicherungs- und Steuerbeiträgen rechnen musst, wie zum Beispiel den vollen Betrag der Sozialversicherung. Darüber hinaus musst du im Falle eines weiteren Nebenjobs oder Minijobs deinen Arbeitgeber hiervon in Kenntnis setzen.

Weitere Informationen hierzu findest du in unserem Artikel zu Werkstudent und Minijob gleichzeitig.

Werkstudent Gehalt

Du hast dich bestimmt schon gefragt, was du als Werkstudent denn eigentlich verdienen kannst, in diesem Abschnitt findest du endlich deine Antwort.

Als Werkstudent bekommst du im Gegensatz zu den meisten Praktikanten ein passables Gehalt, denn du verdienst auf jeden Fall den Mindestlohn. Seit Juli 2022 beträgt er 10,45 € pro Stunde. Das heißt: Bei 20 Stunden pro Woche bekommst du etwa 836 € im Monat. Falls du dich fragst, wie viel man als Werkstudent verdienen darf, gibt es gute Neuigkeiten: Als Werkstudent gibt es keine Gehaltsobergrenze, das heißt du kannst so viel verdienen wie du möchtest, jedoch sind die Höhe deiner Lohnsteuer, dein BAföG oder deine Krankenversicherung abhängig von der Höhe deines Gehalts. Somit musst du dies bei der Höhe deines Gehalts beachten.

Falls du mehr über die Vergütung als Werkstudent erfahren willst, findest du in unserem Artikel Gehalt als Werkstudent alle nötigen Infos.

Urlaub Werkstudent

Dein Werkstudentengehalt ist super, doch wie sieht es eigentlich mit dem Anspruch auf Urlaub als Werkstudent aus?

Da du im Grunde als regulärer Arbeitnehmer giltst, hast du auch als Werkstudent Anspruch auf Urlaub. Normalerweise sollte das bereits in deinem Werkstudentenvertrag geklärt sein – wenn nicht, kannst du trotzdem Urlaub verlangen. Das ist gesetzlich festgelegt.

Laut dem Bundesurlaubsgesetz haben Arbeitnehmer:innen Anspruch auf 4 Wochen Urlaub pro Jahr. Werkstudenten werden wie Teilzeitbeschäftigte behandelt.

Wie viele Tage das genau sind, ist davon abhängig, wie oft du im Büro bist:

  • 5 Tage pro Woche: 20 Tage Urlaub pro Jahr
  • 4 Tage pro Woche: 16 Tage Urlaub pro Jahr
  • 3 Tage pro Woche: 12 Tage Urlaub pro Jahr
  • 2 Tage pro Woche: 8 Tage Urlaub pro Jahr
  • 1 Tag pro Woche: 4 Tage Urlaub pro Jahr

Wie viele Stunden du als Werkstudent arbeitest, ist dabei erstmal egal. Wichtig ist, wie du sie auf die Woche verteilst. Arbeitest du 16 Stunden und teilst diese auf zwei Tage auf, hast du Anspruch auf 8 Tage Urlaub pro Jahr.

Die Tage, die du Urlaub nimmst, werden entsprechend mit deiner täglichen Arbeitszeit multipliziert und entsprechend deines Stundenlohns bezahlt.

Werkstudent Kindergeld

Urlaub ist gut, doch wie sieht es mit dem Anspruch auf Kindergeld als Werkstudent aus?

Als Werkstudent hast du weiterhin Anspruch auf Kindergeld. Der Staat fördert dich und dein Engagement, dein Wissen zu vertiefen und Erfahrung zu sammeln, indem er deinen Eltern weiterhin das Kindergeld auszahlt und dies sogar unabhängig von deinem Verdienst in der Werkstudententätigkeit. Du musst jedoch darauf achten, die 20 Stunden Regel nicht zu überschreiten, sonst gilst du vor dem Staat als normaler Arbeitnehmer und dein Kindergeldanspruch verfällt somit. Auch kannst du nur bis zu deinem 25. Lebensjahr Kindergeld beziehen, bist du älter als 25, kannst du kein Kindergeld mehr bekommen. Solltest du jedoch einen Freiwilligendienst absolviert oder einen Wehrdienst geleistet haben, kann sich dieser Zeitraum verlängern, sofern diese vom Staat anerkannt werden.

Werkstudent BAföG

Wenn du dich schonmal gefragt hast, ob du eine Werkstudententätigkeit zusätzlich zu BAföG ausüben darfst, hier die gute Nachricht – Ja!

Jedoch gibt es ein paar Dinge zu beachten:

Du darfst eine Werkstudententätigkeit zusätzlich zu deinem BAföG ausüben und bekommst den vollen BAföG-Satz, solange du durch diese Tätigkeit nicht mehr als den Freibetrag von 5.400 Euro brutto pro Jahr verdienst. Verdienst du im Rahmen deiner Werkstudententätigkeit mehr, wird dir dies bei deinen Einkünften angerechnet und hat Auswirkungen darauf, wie viel BAföG Anspruch du noch hast. Wichtig dabei, die Differenz zwischen deinen Einkünften und dem Freibetrag, denn diese wird dir über den Verlauf von 12 Monaten von deinem BAföG abgezogen.

Wenn du einen Nebenjob ausübst, wie eine Werkstudententätigkeit, musst du dies bei deinem BAföG Antrag angeben.

Das Werkstudentenprivileg: Versicherung als Werkstudent

Bestimmt hast du dich schon gefragt, was bringt dir deine Werkstudententätigkeit außer den oben genannten Vorteilen? Wir erklären dir, was es mit dem Werkstudentenprivileg auf sich hat:

Als Werkstudent hast du einige Privilegien. Diese sorgen dafür, dass am Ende des Monats mehr von deinem Gehalt übrig bleibt. Das funktioniert so:

Als Arbeitnehmer:in bekommst du einen Bruttolohn. Von diesem werden verschiedene Steuern und Abgaben automatisch abgezogen. Dazu gehören auch Beiträge zur Sozialversicherung. Die Sozialversicherung besteht aus:

  • Unfallversicherung
  • Rentenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

Als Werkstudent hast du das Privileg keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bezahlen zu müssen – und das egal wie viel du verdienst. Die Unfallversicherung musst du ebenfalls nicht zahlen, da sie von deinem Unternehmen übernommen wird.

Sonderfall Werkstudenten Krankenversicherung:
Die gesetzlichen Krankenkassen haben leider ein anderes System. Bis zum Alter von 25 Jahren bist du familienversichert. Das heißt, du bist bei deinen Eltern mitversichert, wenn diese gesetzlich krankenversichert sind. Somit musst du also keine eigenen Krankenversicherungsbeiträge bezahlen, solange du geringfügig entlohnt (520-Euro-Job) wirst oder als Werkstudent maximal 553 € pro Monat verdienst. Bist du älter oder verdienst du mehr, musst du dich jedoch selbst bei einer Krankenkasse versichern. Die Beiträge dafür liegen aktuell bei etwa 110 € monatlich. Dies gilt auch, wenn zwischen deinen einzelnen Abschnitten in der Ausbildung eine Zwischenzeit von 7 Monaten oder länger besteht. Wenn du eine Auszeit vom Studium planst, solltest du dies also beachten.

Werkstudent Rentenversicherung

Zur Rentenversicherung musst du jedoch deinen Teil beitragen. Aktuell beträgt diese im Normalfall ca. 18,6 % des Bruttolohns und wird je zu 50 Prozent von Unternehmen und Arbeitnehmer:in übernommen. Abhängig von deinem Gehalt kann die genaue Beitragshöhe jedoch variieren:

Befreiung von Rentenversicherung als Werkstudent

Du kannst dich als Werkstudent jedoch laut der deutschen Rentenversicherung komplett von der Rentenversicherung befreien lassen, wenn du weniger als 520 € pro Monat in deiner Werkstudententätigkeit verdienst. Hierzu kannst du deine Ansprechpersonen in der Personalabteilung kontaktieren. Verdienst du jedoch zwischen 520 € und 1.600 € pro Monat, dann fällst du bereits unter die Gleitzonenregelung: Das heißt für dich, das Unternehmen übernimmt den größeren Teil, du zahlst somit abhängig von deinem Gehalt und Bundesland nur noch 4–9,3 % deines Beitrags. Verdienst du über 1.600 € pro Monat, musst du den vollen Betrag zahlen. Aktuell sind das 9,3 % des Bruttolohns.

Insgesamt bedeutet das für dich: Dir wird weniger Geld von deinem Gehalt abgezogen, somit bleibt dir am Ende mehr. Gleiches gilt übrigens auch für Unternehmen. Diese müssen ebenfalls keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bezahlen. Somit sind Werkstudenten auch für Unternehmen attraktive Arbeitnehmer:innen.

Werkstudent Steuern

Ja, es gibt zwar das Werkstudentenprivileg, allerdings betrifft das nur die Sozialversicherung. Aus steuerrechtlicher Sicht werden Werkstudenten wie Teilzeitarbeitskräfte behandelt. Daher musst du auch als Werkstudent einen Beitrag zur Rentenversicherung und die Lohnsteuer zahlen. Beides ist abhängig von der Höhe deines Gehalts.

Werkstudent Steuerklasse

Typischerweise bist du während deiner Studentenzeit unverheiratet und ohne eigene Familie. Damit bist du der Steuerklasse 1 zugehörig. Diese hat den geringsten Steuersatz, somit profitierst du hiervon, denn für dich bleibt für unter dem Strich mehr Geld übrig.

Werkstudent Lohnsteuer

Abhängig von deinem Gehalt musst du gegebenenfalls Lohnsteuer bezahlen. Der Betrag, den du jährlich lohnsteuerfrei verdienen kannst, nennt sich Grundfreibetrag und liegt 2022 laut dem Bundesfinanzministerium bei 10.347 €. So kannst du grundsätzlich 862.25 € im Monat verdienen. Durch verschiedene Pauschalbeträge erhöht sich dieser Betrag.

Werkstudent Steuer Freibetrag

Studierende haben einen jährlichen Grundfreibetrag von 10.347 Euro. Als verheirateter Studierende, also zusammen als Paar, liegt der Betrag sogar bei 20.694 Euro. Von deinem Gehalt werden diese jedoch erstmal angezogen, doch mit einer Steuererklärung bekommst du dein Geld im Folgejahr wieder vom Staat zurück, wie das funktioniert erfährst du in unserem Artikel zum Thema Steuererklärung als Werkstudent.

Werkstudenten kommen in der Regel aber nicht in diese Bereiche. Die meisten reizen die erlaubten 20 Stunden pro Woche nicht komplett aus, sodass sie selbst mit einem höheren Stundenlohn noch unter dem Freibetrag liegen.

Wenn du es genauer wissen willst, findest du in unserem Artikel Werkstudent: Steuern, Freibeträge und Versicherungen alle Infos zu Steuern und Freibeträgen als Werkstudent.

Bewerbung als Werkstudent

Du bist überzeugt von den Vorteilen eines Werkstudentenjobs und möchtest nun wissen, wie du dich erfolgreich bewirbst? In diesem Abschnitt findest du die wichtigsten Grundbausteine einer Bewerbung und Tipps für den Inhalt.

Für die Bewerbung auf einen Werkstudentenjob kannst du dich an dieser Struktur orientieren:

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Zertifikate und Arbeitszeugnisse
  • Motivationsschreiben (falls gewünscht)

Werkstudentenjob Anschreiben

Im Anschreiben legst du dar, warum dich die Werkstudententätigkeit interessiert und welche fachlichen Qualifikationen du für den Job mitbringst. Dabei ist vor allem der Einleitungssatz wichtig. Der Einstieg entscheidet, ob dein Anschreiben weitergelesen wird oder auf dem großen Haufen landet.

Die Grundelemente eines Anschreibens für einen Werkstudentenjob sind:

  • Kopfteil
    • Eigene Kontaktdaten
    • Daten des Empfängers
    • Betreff
  • Einleitung
    • Motivation für die Bewerbung
  • Hauptteil
    • Aktueller Stand (Status quo)
    • Qualifikationen
    • Persönlicher Fit
  • Schluss

Natürlich hast du bei deiner Bewerbung als Werkstudent noch nicht viele Praxiserfahrungen gesammelt. Trotzdem kannst du deine Fähigkeiten und Kompetenzen beispielsweise anhand von Projektarbeiten im Studium erläutern. Umso besser, wenn die Projekte sogar in Zusammenarbeit mit Unternehmen stattgefunden haben. Hier findest du ein Muster für dein Anschreiben als Werkstudent.

Lebenslauf Student

Heutzutage wird der tabellarische Lebenslauf am häufigsten genutzt – das gilt auch für die Bewerbung auf einen Werkstudentenjob. Beim klassischen Lebenslauf listest du alle Informationen über deinen beruflichen Werdegang und einige persönliche Daten auf. Als Student besteht dein Lebenslauf aus folgendem Inhalt:

  1. Kontaktdaten
  2. Bewerbungsfoto
  3. Berufliche Laufbahn
  4. Kenntnisse und Fähigkeiten
Wenn du wissen möchtest, wie das in der Praxis aussieht, schau dir gerne unser Lebenslauf Student Muster an.

Fazit: Das bringt dir ein Werkstudentenjob und so findest du deine Werkstudententätigkeit

In Werkstudentenjobs kannst du die Weichen für deine eigene Karriere im jeweiligen Unternehmen stellen. Wer auf sich aufmerksam macht, hat nach dem Studium gute Chancen, weiterhin im Unternehmen bleiben zu können. Eine Werkstudententätigkeit kann also ein Karrieresprungbrett sein. Daher ist es ratsam, bei der Wahl der Werkstudententätigkeit schon darauf zu achten, welches Unternehmen und welche Tätigkeit du dir aussuchst.

Deine Aufgaben als Werkstudent sind also äußerst vielfältig – und eine ebenso vielfältige Auswahl findest du deshalb.

Wie du siehst, kann ein Werkstudentenjob eine sinnvolle Ergänzung während dem Studium sein. Unternehmen schreiben offene Stellen entweder direkt auf ihrer Webseite aus oder du nutzt eine Online-Jobplattform. Letzteres kann vor allem sinnvoll sein, um interessante Unternehmen zu entdecken, die du vorher noch gar nicht auf dem Schirm hattest.

Trotzdem ist der ganze Prozess, für dich als Bewerber:in oft aufwendig: Du musst bei jeder Bewerbung ein Anschreiben verfassen und anschließend all deine Unterlagen in der Bewerbungsmaske hochladen (deren Aufbau natürlich je nach Unternehmen variiert) oder per E-Mail verschicken. Deswegen haben wir eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit zur Bewerbung. Um dich auf die Stellen zu bewerben, die auf Campusjäger by Workwise ausgeschrieben sind, benötigst du kein Anschreiben. Du erstellst ein Profil und beantwortest Motivationsfragen zur Position, die vom Unternehmen gestellt wurden. Anschließend verfolgst du den Status deiner Bewerbung in deinem Profil.

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Campusjäger by Workwise – Bewerbung ohne Anschreiben

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Veröffentlicht am 30.12.2021, aktualisiert am 29.09.2022