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Gehalt als Werkstudent – Versicherungen, Steuern und Freibeträge

Kay KochDezember 2019

Als Werkstudent wird es garantiert nie langweilig, vor allem nicht, wenn du dich voll und ganz mit der Stelle und dem Unternehmen identifizieren kannst.

Eine Stelle als Werkstudent ist deswegen nicht nur eine gute Möglichkeit, um die stets klamme Kasse etwas aufzubessern, sondern gleichzeitig ein Schritt in deine berufliche Zukunft.

Inhalt

Was ist eigentlich ein Werkstudent?

Werkstudenten arbeiten neben ihrem Studium in einem Unternehmen. Die Aufgaben müssen dabei nicht zwangsläufig etwas mit den Studieninhalten zu tun haben. 

Um Werkstudent zu sein, musst du zwei Voraussetzungen erfüllen:

  • Du musst in einem Vollzeitstudium immatrikuliert sein (und nicht im Urlaubssemester).
  • Du darfst maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten (in der vorlesungsfreien Zeit ist mehr möglich).

Das wär was für dich? Finde hier den passenden Werkstudentenjob für dich.

Allgemeines zum Gehalt als Werkstudent

Im Grunde sind Werkstudenten reguläre Arbeitnehmer, allerdings mit ein paar Besonderheiten – vor allem was die Vergütung eines Werkstudentenjobs angeht. Normalerweise ergibt sich dein Gehalt als Werkstudent aus dem vereinbarten Stundenlohn multipliziert mit den geleisteten Wochenstunden. Was du jeweils beachten musst, erfährst du jetzt.

Zuallererst: Dein Stundenlohn als Werkstudent kann frei bestimmt werden. Allerdings fallen Werkstudentenjobs unter das Mindestlohngesetz. Der Mindestlohn wird in regelmäßigen Abständen angepasst, seit Januar 2019 beträgt er 9,19€ pro Stunde. Weniger geht nicht, mehr dagegen schon. 

Wie viel du tatsächlich bekommst, ist unter anderem vom Unternehmen abhängig, der Branche, deinen Qualifikationen und deinem Verhandlungsgeschick.

Auch die Arbeitszeit als Werkstudent unterliegt gesetzlichen Regelungen. Laut 20-Stunden-Regel darfst du während der Vorlesungszeit maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten. In der vorlesungsfreien Zeit und in Einzelfällen kannst du auf bis zu 40 Stunden pro Woche erhöhen. Durch die 26-Wochen-Regel geht das allerdings nur maximal 26 Wochen pro Beschäftigungsjahr.

Das Werkstudentenprivileg

Zusätzlich sind Werkstudenten durch das Werkstudentenprivileg von einigen Sozialversicherungsbeiträgen befreit. Sozialversicherungsbeiträge werden vom Bruttolohn abgezogen und gliedern sich in:

  • Unfallversicherung
  • Rentenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

Als Werkstudent musst du keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bezahlen – egal wie viel du verdienst. Die Unfallversicherung wird vom Arbeitgeber übernommen. Zur Rentenversicherung musst du deinen Teil beitragen, der von der Höhe deines Gehalts abhängig ist.

Verdienst du weniger als 450€ pro Monat, kannst du dich von der Rentenversicherung komplett befreien lassen (frag dazu einfach mal deinen Arbeitgeber).

Verdienst du zwischen 450€ und 850€ pro Monat, fällst du unter die Gleitzonenregelung: Der Arbeitgeber übernimmt den größeren Teil, du zahlst abhängig von Gehalt und Bundesland 4–9%.

Bei über 850€ pro Monat zahlst du den vollen Betrag, das sind aktuell 9,3% des Bruttolohns.

Insgesamt heißt das, dass dir mehr Netto vom Brutto bleibt – du also Geld sparst. Allerdings gilt das nur so lange du immatrikuliert bist und dich an die 20-Stunden-Regel hältst. Trifft eines davon nicht mehr zu, bist du vollständig sozialversicherungspflichtig.

Sonderfall Krankenkasse

Die gesetzlichen Krankenkassen machen es etwas komplizierter: Befindest du dich in einer Berufsausbildung (Studium), bist du familienversichert, bis du 25 Jahre alt bist. Das heißt, du musst keine Krankenversicherungsbeiträge bezahlen, da du über deine Familie mitversichert bist.

Hierbei gibt es allerdings eine Einkommensgrenze: Bei Minijobs liegt diese bei 450€ pro Monat, für Werkstudenten bei 445€ pro Monat. Verdienst du mehr, musst du dich selbst bei einer Krankenkasse versichern. Du musst dich auch selbst versichern, sobald du 25 Jahre alt bist, unabhängig davon, wie viel du verdienst.

Die Beiträge für Studenten bei gesetzlichen Krankenversicherungen liegen bei etwa 90–100€ monatlich.

Das heißt für dich: Du musst ein wenig rechnen, ab wann es sich finanziell und zeitlich lohnt, mehr als 445€ zu verdienen. Denn durch den Krankenkassenbeitrag ist es auch möglich, dass du mehr arbeitest, aber weniger davon hast.

Das siehst du an einem kleinen Beispiel: 

Sagen wir, du verdienst 10€ pro Stunde, der potenzielle Krankenkassenbeitrag beträgt 95€. Daraus ergeben sich bei 11, 13 und 15 Wochenstunden etwa folgende Monatsgehälter:

  • 11 Wochenstunden: Etwa 440€ pro Monat
  • 13 Wochenstunden: Etwa 520€, abzüglich 95€ = 425€ pro Monat
  • 15 Wochenstunden: Etwa 600€, abzüglich 95€ = 505€ pro Monat

13 Wochenstunden würden sich in dem Fall nicht lohnen.

Private Krankenversicherungen haben andere Einkommensgrenzen und Tarife. Sprich am besten mit deiner Krankenkassen, falls du privat versichert bist oder dich privat versichern willst.

Wie viel darfst du als Werkstudent verdienen?

Der Mindestlohn gibt vor, dass du als Werkstudent mindestens 9,19€ pro Stunde verdienst (Stand 2019). Da du maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten darfst, ergibt sich ausgehend davon ein Monatsgehalt von 735€ brutto. 

In der vorlesungsfreien Zeit ist entsprechend doppelt so viel möglich. Es gibt keine Obergrenze für dein Gehalt als Werkstudent. Du kannst also – so lange du die Vorgaben einhältst – so viel verdienen, wie du willst.

Du musst nur beachten, dass dein Gehalt beispielsweise beeinflusst, ...

  • ... ob du dich selbst krankenversichern musst.
  • ... ob du Lohnsteuer bezahlen musst.
  • ... wie hoch dein BAföG-Satz ausfällt.

Werkstudent: Steuern und Freibeträge

Bis auf ihr Privileg werden Werkstudenten steuerlich genauso wie andere Arbeitnehmer behandelt. Daher werden ab einem gewissen Einkommen beispielsweise Lohnsteuer und Kirchensteuer fällig.

Die Lohnsteuer für Werkstudenten

Ob und wie viel Lohnsteuer zu bezahlen musst, ist davon abhängig, wie viel du verdienst und in welcher Steuerklasse du dich befindest (unverheiratete Studenten sind in der Regel in Steuerklasse 1).

Du musst erst ab einem gewissen Jahreseinkommen – dem Grundfreibetrag – Einkommensteuer zahlen. Dieser liegt 2019 bei 9.168€ (Steuerklasse 1). Durch verschiedene Pauschalen erhöht sich dieser Betrag:

  • Arbeitnehmerpauschbetrag (Werbungskosten): 1.000€
  • Sonderausgabenpauschbetrag: 36€
  • Vorsorgepauschale: abhängig vom Arbeitslohn

Insgesamt kannst du dadurch 1.051,49€ pro Monat (12.617,99€ im Jahr) verdienen, ohne Lohnsteuer zahlen zu müssen. Für andere Steuerklassen kannst du das auch nochmal in der allgemeinen Lohnsteuertabelle nachlesen.

Die Lohnsteuer ist für dich wahrscheinlich nicht relevant. Durch die Stundenbegrenzung und den eher niedrigen Stundenlohn kommst du nur in Ausnahmefällen über den Freibetrag.

Kirchensteuer: Die Kirchensteuer errechnet sich auf Basis der Lohnsteuer. Daher wird sie nur fällig, wenn du auch Lohnsteuer zahlst (und in der Kirche bist). In Baden-Württemberg und Bayern beträgt sie 8%, in allen anderen Bundesländern 9%.

Solltest du mehr verdienen, zahlst du zwar Lohnsteuer und Kirchensteuer, die Beträge sind aber relativ gering. Mit Brutto-Netto-Rechnern kannst du schauen, wie sich das auf dein Nettogehalt auswirkt.

BAföG für Werkstudenten

Wenn du BAföG beziehst, darfst du natürlich dennoch als Werkstudent arbeiten. Allerdings wirkt sich dein Gehalt unter Umständen auf deinen BAföG-Satz aus. 

Beim BAföG beträgt der jährliche Freibetrag aktuell 5.400€ brutto, also 450€ pro Monat. Verdienst du mehr als 450€, wird die Differenz von deinem BAföG abgezogen

Da der Höchstsatz bei etwa 850€ liegt, bekommst du kein BAföG mehr, wenn du mehr als 850€ verdienst.

Kindergeld für Werkstudenten

Arbeitest du weniger als 20 Stunden pro Woche und bist noch unter 25 Jahre alt, hast du Anspruch auf Kindergeld. Dein Gehalt spielt hierbei keine Rolle.

Gehalt ist Verhandlungssache

Geld ist sicherlich einer der Hauptgründe, um neben dem Studium zu arbeiten. Falls das Gehalt nicht deinen Vorstellungen entspricht, solltest du dich dennoch bewerben – meistens ist es nämlich verhandelbar.

Bringst du praktische Vorerfahrung mit, sollte diese auch honoriert werden. Hast du bereits deinen Bachelorabschluss oder Berufserfahrung in Praktika und Nebenjobs gesammelt, sind das gute Argumente für mehr Gehalt. Denn das zeigt, dass du die Arbeitswelt bereits kennengelernt, Zuverlässigkeit bewiesen und relevante Fähigkeiten gesammelt hast.

Je mehr du schon kannst, desto schneller bist du eingearbeitet und kannst gegebenenfalls schon ab dem ersten Tag produktiv mitarbeiten. Am besten legst du entsprechende Arbeitszeugnisse von vorherigen Jobs/Praktika deiner Bewerbung bei, damit sich der neue Arbeitgeber gleich einen Eindruck verschaffen kann.

Werkstudentenjobs gibt es in fast allen Branchen und Bereichen. Informiere dich auf Campusjäger über interessante Werkstudentenjobs und bewirb dich noch heute. In weniger als fünf Minuten zum Werkstudentenjob mit angemessenem Gehalt.

Werkstudenten verdienen meistens zwischen 10–15€. Ein höherer Stundenlohn ist zwar möglich, aber eher unüblich. Das erscheint auf den ersten Blick vielleicht gering. Attraktive Stellen bietet jedoch meist mehr als nur Gehalt.

Da eine solche Stelle vor allem ein hohes Lernpotenzial bereithält, in der Regel hohe zeitliche Flexibilität mit sich bringt und geringen zusätzlichen Aufwand wie Fahrzeiten erfordert, sind Werkstudentenstellen dennoch einen Blick wert.

Für dich heißt das, dass du nicht nur das Gehalt in deine Entscheidung miteinbeziehen solltest. Viel wichtiger ist es, durch die Arbeit etwas zu lernen. Es ist die Chance, praktische Erfahrung zu sammeln und vielleicht auch wichtige Kontakte für die berufliche Zukunft zu knüpfen.

Du willst Werkstudent werden? Im nächsten Artikel findest du viele hilfreiche Tipps,  um deiner Bewerbung den letzten Schliff zu geben.

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