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Praktikum: 11 Tipps fürs Vorstellungsgespräch
Wie du im Vorstellungsgespräch für ein Praktikum überzeugst

Du hast eine Bewerbung für dein Wunsch-Praktikum abgeschickt und nach ein paar Tagen (oder manchmal leider auch Wochen) des Wartens eine positive Rückmeldung erhalten? Herzlichen Glückwunsch - Du wurdest zum Vorstellungsgespräch eingeladen!

Den ersten Schritt hast du mit deinem Bewerbungsschreiben also schon geschafft. Nun geht es darum, dass du in einem persönlichen Vorstellungsgespräch von dir und deinen Fähigkeiten überzeugst. Das ist gar nicht so einfach, aber mit unseren 11 Tipps wirst du das hervorragend meistern!

Vorbereitung ist Alles!

Eine gute Vorbereitung ist unerlässlich, denn unvorbereitet zu einem Vorstellungsgespräch zu gehen ist riskant und führt selten zum Erfolg. Daher legen wir dir ans Herz, dich vor dem Gespräch für dein Praktikum ausreichend über das Unternehmen und die Stelle zu informieren sowie dir Gedanken über deine “Performance” zu machen.

1. Kenne die Unternehmensphilosophie

Vor deiner Bewerbung hast du sicherlich schon deinen zukünftigen Arbeitgeber durchgecheckt, um zu wissen, ob das Unternehmen zu dir und deinen Erwartungen passt. Kurz vor dem Vorstellungsgespräch lohnt es sich, dich nochmal intensiver mit der Philosophie des Unternehmens auseinanderzusetzen. So weißt du schon, was dich erwartet und kannst dir vorstellen, wie das Gespräch ablaufen könnte.

Dazu ein kleines Beispiel:

Auf der Website und in den Social Media Kanälen eines jungen Start-ups siehst du, dass die Mitarbeiter ein gutes Team sind, jeder sich auf den anderen verlassen kann und viel Wert auf Team-Events und ein gutes Arbeitsklima gelegt wird. Jetzt weißt du schon, dass die Atmosphäre des Vorstellungsgesprächs für dein Praktikum eher locker und angenehm wird. Hier wartet ein motiviertes junges Team auf dich, ein oder mehrere Gründer, die dir viel Verantwortung übertragen und ein spannendes Praktikum, bei dem du viel lernen wirst und bei dem auch individuell auf dich Rücksicht genommen wird. Falls du dir das immer noch nicht so gut vorstellen kannst, schau doch einfach mal auf unserer Seite Team und Vision vorbei.

Anders könnte es in einem großen Unternehmen laufen. Hier gibt es eine strenge Hierarchie mit einem autoritären Chef und ihm untergeordneten Angestellten. Doch auch dieses Modell hat Vorteile, denn in einem solchen Unternehmen lernst du einen erprobten klassischen Arbeitsalltag kennen. Hier kannst du hinter die Kulissen großer Konzerne schauen und bereits Kontakte für deine spätere Karriere sichern.

2. Vergiss Stift und Notizblock nicht!

Dieser Punkt scheint vielleicht nicht so eine große Relevanz zu haben, ist aber für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch hilfreich. Wenn du während des Gesprächs einige Notizen machst, kannst du später bei deinen Fragen darauf Bezug nehmen und vergisst nichts, was du noch aufgreifen wolltest. Außerdem vermittelst du ehrliches Interesse und das Notieren relevanter Fragen und Informationen zeugt von einer strukturierten Arbeitsweise. Im Nachhinein helfen dir die Notizen auch dabei, das Vorstellungsgespräch nochmal zu reflektieren, um aus deinen gewonnenen Eindrücken für weitere Bewerbungen zu lernen.

Block und Kugelschreiber neben Laptop

3. Bereite dich auf mögliche Fragen vor

Damit du nicht von den vielen Fragen überrumpelt wirst und dich vor lauter Stress nicht richtig konzentrieren kannst, solltest du dich vor dem Gespräch auf ein paar Standardfragen vorbereiten. Bestimmte Dinge werden immer auf die eine oder andere Art und Weise gefragt. Hier haben wir die zwei wichtigsten Fragen für dich herausgesucht - wenn du dich für noch mehr interessierst, gibt es hier eine Liste mit 111 Fragen im Bewerbungsgespräch! Wenn du es eilig hast, übernimm zumindest diese zwei Fragen in dein Repertoire und überlege dir hierzu passende Antworten.

  • Was qualifiziert dich für diese Praktikumsstelle und welchen Nutzen bringst du mit?
  • Hier möchte der Personalleiter wissen, welche Qualifikation und Fähigkeiten du mitbringst und wie du dem Unternehmen einen Mehrwert liefern kannst. Erstelle dir vorher am besten eine Liste mit deinen Kenntnissen und vermerke auch passende Belege, wo du diese Qualifikation erhalten hast. Das kann natürlich aus dem Studium, deiner Ausbildung, persönlichem Interesse, Familienumfeld oder Hobby sein. Wichtig: Bleibe immer bei der Wahrheit und präsentiere dich authentisch. Alle Lügen, ob groß oder klein, kommen am Ende ans Licht und das kann sehr peinlich sein und dich sogar den Job kosten.

  • Was motiviert dich, in diesem Unternehmen zu arbeiten?
  • Hier kannst du mit deiner Vorbereitung glänzen. Erwähne, was du an dem Unternehmen, der Arbeitsweise, Branche, Idee oder Vision am meisten schätzt. Es zahlt sich aus, wenn du gut informierst bist und dem Personaler den Eindruck vermittelst, dass du dich wirklich auf das Praktikum freust. Wichtig: Du solltest nicht übertreiben und Dinge sagen, die du nicht wirklich vertrittst. Dein Gegenüber merkt das.

4. Passe deine Kleidung an die Branche an

Nicht nur Frauen fragen sich: "Was anziehen im Vorstellungsgespräch?" Diese Frage sollte sich jeder angehende Praktikant stellen, damit du dich angemessen präsentieren kannst. Denn du möchtest weder overdressed sein, noch zu lässig auftreten. Um eine Antwort zu finden, kannst du dich auf der Website des Unternehmens erkundigen und schauen, ob es Fotos von Mitarbeitern gibt, auf denen zu sehen ist, welcher Dresscode am Arbeitsplatz herrscht. Ansonsten gibt es auch branchenspezifische Kleiderordnungen. In einer Bank ist ein Anzug oder ein Kostüm Pflicht, in einem Startup oder mittelständischen Familienunternehmen genügt meist eine Jeans und ein Hemd oder eine Bluse.

Der richtige Gesprächseinstieg

Der erste Eindruck ist entscheidend für den weiteren Verlauf des Gesprächs. Damit alles klappt und du gut starten kannst, gibt es ein paar Dinge zu beachten.

5. Begrüße alle Personen, merke dir die Namen und verwende sie später

Jetzt geht es los! Du betrittst das Bürogebäude und suchst deinen Ansprechpartner. Vergiss aber bitte vor lauter Aufregung nicht, alle Personen freundlich zu grüßen, denen du begegnest. Stelle dich kurz vor und merke dir, wenn möglich, die Namen deines Gegenübers. Das hinterlässt einen guten Eindruck und du kannst später die Namen wieder verwenden, damit keine peinliche Situation bei einem erneuten Treffen entsteht.

6. Hand fest schütteln

Der Händedruck - eine eigene Wissenschaft. Manchen Menschen ist ein korrekter Händedruck sehr wichtig und es bedarf ein bisschen Übung, ihn zu lernen. Es sollte nicht zu schlaff und nicht zu stark sein. Schwitzige Hände sind beiden unangenehm und die falsche Hand (links!) zu geben ist ein NoGo.

Also wie geht es, das richtige Händeschütteln? Ganz einfach:

  • kurz und fest
  • ganze Hand
  • flüssige und gewollte Bewegung
  • selbstbewusst

7. Ruhe bewahren

So manch einer hat in Stresssituationen mit Nervosität zu kämpfen. Aber keine Angst, das ist ganz normal und auch du kannst lernen, in einem Vorstellungsgespräch ruhig zu bleiben.

Wir helfen dir mit unseren Tipps:

  • ruhig atmen Tipp: bevor es losgeht, einmal tief ein- und ausatmen
  • keine hektischen Bewegungen machen
  • nicht mit den Händen spielen Tipp: Vermeide es, Schmuck wie Armbänder zu tragen.
  • Lächle! Das nimmt die Anspannung von ganz allein
  • … und natürlich: sei gut vorbereitet!

Im Gespräch

Nach der Begrüßung wird es dann ernst. Der Personaler möchte dir auf den Zahn fühlen. Du brauchst davor aber keine Angst zu haben, dir will keiner etwas tun. Dein Gegenüber ist genauso neugierig auf dich, wie du auf ihn und das Unternehmen. Sieh das Ganze doch einfach als nettes Kennenlernen.

8. Kenne deine Stärken und Schwächen

Die Frage nach deinen Stärken und Schwächen ist gar nicht so einfach zu beantworten. Personaler wollen hier keine Standardantworten hören, sondern deine ganz individuellen Einschätzungen. Auch hierfür kannst du dich gut vorbereiten und bereits vorher eine Liste schreiben. Achte darauf, keine Schwächen anzuführen, die eigentlich Stärken sind. "Zu perfektionistisch" kannst du sicherlich sein, allerdings will das kein Personaler mehr hören. Jeder Mensch hat Schwächen und das ist auch in Ordnung. Sei ehrlich zu dir und deinem Gegenüber. Und falls du dich damit unwohl fühlst, kannst du für jede Schwäche, die du an dir findest, eine Stärke anzuführen, die das “Defizit” ausgleichen kann.

9. Setzte deinen eigenen Lebenslauf in Szene

Im Bewerbungsgespräch fragt dich der Personaler nach deiner Persönlichkeit aus und lässt dich viel zu deinem Lebenslauf erzählen. Natürlich hat er den vorher schon gelesen. Im persönlichen Gespräch geht es vielmehr darum, wie strukturiert und überlegt du die Stationen in deinem beruflichen Werdegang aufführst und deine Entscheidungen begründen kannst. Das sollte so plausibel und nachvollziehbar wie möglich sein. Wenn du zum Beispiel dein erstes Studium abgebrochen oder einen beruflichen Umweg gemacht hast, kommt es maßgeblich darauf an, warum du diesen Schritt gegangen bist. Wenn du den Personaler davon überzeugst, dass du an dieser Herausforderung menschlich gewachsen bist, kann sich dieses vermeintliche Nachteil auch positiv für dich auswirken. Du könntest anführen, dass du dadurch beispielsweise gelernt hast, mit Rückschlägen umzugehen.

Außerdem achtet der Personaler darauf, wie strukturiert du erzählst. Wenn du dich für ein Praktikum bewirbst, in dem es darauf ankommt, dass du gut strukturiert arbeiten kannst, solltest du diesen Punkt besonders beachten. Fang also lieber mit den relevantesten und damit wichtigsten Erfahrungen an und nicht bei deiner vor kurzem abgeschlossenen Bachelorarbeit, die absolut nichts mit dem Praktikum zu tun hat. Auch auf diese Situation kannst du dich super vorbereiten. Schaue dir hierfür die ausgeschriebene Praktikumsstelle genau an und belege geforderte Kenntnisse und Erfahrungen anhand deines Werdegangs. So bleibst du strukturiert, lieferst dem Personaler die Informationen, die er braucht und schweifst nicht unnötig zu Themen ab, die für dein Gegenüberin diesem Moment überhaupt nicht relevant sind. Auch wenn es dir schwer fällt gemachte Erfahrungen auszusortieren, versuche so kurz und knapp auf den Punkt zu kommen, wie es nur möglich ist, ohne wichtige Qualifikationen für das Praktikum wegzulassen.

10. Stelle Fragen!

Gegen Ende des Vorstellungsgesprächs bekommst du meistens die Frage gestellt, ob du selbst noch etwas wissen oder loswerden möchtest. Wir empfehlen dir, hier unbedingt “Ja!” zu sagen. Eigene Rückfragen zeigen Interesse und bieten dir die Möglichkeit, mehr über deinen potentiellen Arbeitgeber, deine Kollegen und Arbeitsweisen zu erfahren. Hier kannst du mit deinen bereits genannten Notizen beginnen, aber auch weitere Fragen stellen. Wichtig ist es, nicht destruktiv oder anklagend zu werden. Besser sind offene Fragen, die nicht in einer Ja-oder-Nein-Antwort enden.

  • Wie läuft die Einarbeitung ab?
  • Was für Projekte stehen in nächster Zeit an?
  • Wie würden Sie die Arbeitsatmosphäre in Ihrem Unternehmen beschreiben?
  • In was für einem Team würde ich arbeiten?
  • Wie sieht mein Arbeitsplatz aus, wie ist die Ausstattung?

Und danach?

11. Bedanke dich für das Bewerbungsgespräch

Um das Gespräch abzurunden, verabschiedest du dich höflich und bekräftigst deinen Wunsch, in dem Unternehmen als Praktikant arbeiten zu wollen. Warte jedoch, bis dein Gegenüber die Verabschiedung einleitet und mache in dieser Situation nicht den ersten Schritt. Du kannst dich für das Gespräch und die angenehme Atmosphäre bedanken. Allerdings solltest du diesen Punkt kritisch beachten, da es vom Verlauf des Interviews und der Allgemeinsituation abhängt, ob es gut ankommt, sich zu bedanken. Höre hierbei lieber auf dein Bauchgefühl und verzichte darauf, wenn du es nicht angemessen findest.

 Liste mit allen 11 Tipps

Sonstige Informationen zum Vorstellungsgespräch

Fahrtkosten übernommen?

Wenn du zur Anreise eine längere Strecke in Anspruch nehmen musst, fragst du dich sicherlich, ob die Fahrtkosten von dem Unternehmen, das dich eingeladen hat, übernommen werden. Dies ist der Fall!

Die Faustregel lautet: Sobald dich ein Arbeitgeber zum Vorstellungsgespräch bittet, muss er die anfallenden Reisekosten übernehmen (§ 670 BGB). Das gilt auch, wenn du das Praktikum später nicht bekommst - der gesetzliche Anspruch besteht, sobald du eine schriftliche Einladung zum persönlichen Gespräch vor Ort erhalten hast.

Dauer eines Vorstellungsgesprächs

Außerdem möchtest du bestimmt wissen, wie viel Zeit du für das Vorstellungsgespräch einplanen musst. Das ist nicht so einfach zu pauschalisieren, weil die Dauer von vielen Faktoren abhängt. Zum einen davon, ob der Personaler noch weitere Termine nach dem Gespräch hat, zum anderen kann es auch sein, dass ihr beide schnell merkt, dass es nicht passt und das Interview nach kurzer Zeit beendet wird. Um eine ungefähre Dauer anzugeben, würden wir dir 30-45 Minuten nennen. Wenn die Zeit überzogen wird, ist das meist ein gutes Zeichen, weil ihr dann eventuell bereits über vertragliche Themen gesprochen habt. Schlussendlich ist die Dauer aber nicht besonders relevant, da es von der individuellen Qualität des Gesprächs abhängt, ob du den Job bekommst oder nicht.

Wir hoffen, du fühlst dich jetzt vorbereitet für dein Bewerbungsgespräch und kannst bald in dein Praktikum starten. Weitere Tipps zu Vorstellungsgesprächen findest du zusätzlich in unserem Karriereguide. Wenn du noch Fragen zu den von uns vermittelten Unternehmen hast, oder bereits nach weiteren spannenden Praktika suchst, kannst du dich gerne mit uns in Kontakt setzen.

Wir drücken dir die Daumen, dass alles klappt!

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