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Zwei Werkstudentenjobs: Geht das?

Du bist bereits als Werkstudent tätig aber da wurde noch so eine andere Stelle ausgeschrieben die super interessant klingt?

Jetzt fragst du dich, ob du beiden nachgehen kannst, oder ob du dich für eine entscheiden musst?

Die Regelungen dazu sind eigentlich ganz einfach.

In diesem Artikel sagen wir dir, ob du bei verschiedenen Unternehmen parallel als Werkstudent arbeiten darfst und was du dabei beachten musst.

Inhalt

Was ist ein Werkstudent?

Ein Werkstudent ist ein Student, der neben seinem Studium in einem Unternehmen arbeitet.

Damit das Studium die Haupttätigkeit bleibt, darf ein Werkstudent in den regulären Studienzeiten maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten.

Als Werkstudent profitierst du von dem Werkstudentenprivileg.

Das Privileg sorgt dafür, dass am Ende des Monats mehr von deinem Werkstudentengehalt für dich übrig bleibt, weil du weniger Sozialversicherungsabgaben bezahlen musst.

Als Werkstudent zahlst du keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Die Rentenversicherung teilst du dir mit deinem Arbeitgeber.

Du möchtest mehr zu dem Gehalt eines Werkstudenten und den zu zahlenden Abgaben wissen? Hier findest du alles, was du zu einer Werkstudententätigkeit wissen musst.

Kannst du zwei Werkstudentenjobs haben?

Die kurze Antwort auf diese Frage ist: Ja, kannst du.

Allerdings solltest du dabei die schon erwähnte 20-Stunden Regelung im Blick haben.

Als Werkstudent darfst du nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Wenn du über dieser Grenze arbeitest, verlierst du deinen Studentenstatus.

Wenn du parallel mehrere Beschäftigungen - bei verschiedenen Arbeitgebern - ausübst, dann werden deine Arbeitszeiten bei den verschiedenen Arbeitgebern zusammengerechnet.

In der Summe darf deine Arbeitszeit dann nicht mehr als 20 Stunden pro Woche betragen.

Beispiel: Bei Arbeitgeber A übst du eine Werkstudententätigkeit aus, bei der du 10 Stunden pro Woche arbeitest. Nun hat dir Arbeitgeber B angeboten, bei ihm als Werkstudent tätig zu werden. Wenn die Tätigkeit bei Arbeitgeber B ebenfalls 10 Stunden pro Woche umfasst, kannst du das Angebot ohne Bedenken annehmen. Insgesamt beträgt deine Arbeitszeit dann - also von Arbeitgeber A und B zusammengenommen - 20 Stunden pro Woche. Du überschreitest die 20-Stunden-Grenze also nicht und gilst weiterhin als Student.

Du darfst zwei Werkstudentenjobs parallel ausüben. In der Summe darf deine Arbeitszeit aber nicht mehr als 20 Stunden pro Woche betragen. Ausgenommen von der 20-Stunden-Regel bist du, wenn du außerhalb der regulären Studienzeiten arbeitest.

Ausnahmen: Wann darfst du die 20-Stunden-Grenze überschreiten?

Der Grund für die 20-Stunden-Regel ist sicherzustellen, dass dein Studium deine Haupttätigkeit ist.

Daher wurde die Arbeit zu den Zeiten, in denen du sowieso nicht in der Uni sein musst, aus der Regelung ausgenommen.

Außerhalb der regulären Studienzeiten darfst du die 20-Stunden-Grenze überschreiten ohne deinen Studentenstatus zu verlieren.

Außerhalb der regulären Studienzeiten heißt, du arbeitest

  • in der Nacht - Als Nachtarbeit gilt die Arbeit zwischen 23 und 6 Uhr
  • am Wochenende
  • in den Semesterferien

Wenn dein Werkstudentenjob zu diesen Zeiten stattfindet, darfst du die 20-Stunden-Grenze überschreiten, ohne deinen Studentenstatus zu verlieren.

Allerdings insgesamt nur für 26 Wochen oder 182 Kalendertage im Jahr.

Du darfst als Student 26 Wochen oder 182 Kalendertage im Jahr mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, wenn es sich dabei um Nacht-oder Wochenendarbeit oder um Arbeit in den Semesterferien handelt.

Beispiel: Du arbeitest bei Arbeitgeber A als Werkstudent mit einem Arbeitsumfang von 20 Stunden pro Woche. Nun fragt dich Arbeitgeber B ob du bei ihm als Werkstudent mit einem Arbeitsumfang von 5 Stunden pro Woche tätig sein möchtest. B bittet dich jeden Freitag von 24-5 Uhr morgens in seiner Bar auszuhelfen. Eigentlich würdest du mit den beiden Jobs die 20-Stunden-Grenze überschreiten, aber bei der Arbeit von B handelt es sich um Nachtarbeit. Nachtarbeit ist von der 20-Stunden-Regel ausgenommen. Wenn du jetzt jeden Freitag im Jahr bei B arbeitest, dann handelt es sich um 48 Kalendertage. Du fällst also unter die Ausnahmeregelung, kannst den beiden Jobs nachgehen und gilst weiterhin als Student.

Tipp: Wenn du bei einer deiner Werkstudententätigkeiten maximal 450 Euro im Monat verdienst, macht es Sinn, dich dort als geringfügig Beschäftigter anmelden zu lassen. Bei einem 450 Euro Job hast du nämlich dieselben Vorteile hinsichtlich der Sozialversicherung, wie bei einer Werkstudententätigkeit, allerdings kannst du dich zusätzlich von der Rentenversicherung befreien lassen und du zahlst auf den Lohn von deinem 450 Euro Job keine Steuern. Rentenversicherung und Lohnsteuer musst du als Werkstudent zahlen. Zwei 450 Euro Jobs darfst du allerdings nicht parallel ausüben.

Klingt verwirrend? Unser Artikel Studieren und Arbeiten: Alles was du wissen musst schlüsselt dir die verschiedenen Anstellungsarten als Student noch einmal auf. Danach weißt du alles über Sozialversicherung und Lohnsteuer.

Was passiert, wenn du die 20-Stunden-Grenze überschreitest?

Wenn du die 20-Stunden-Grenze überschreitest - und nicht unter die Ausnahmeregelung fällst- dann verlierst du deinen Status als Student in der Sozialversicherung und gilst fortan als Arbeitnehmer.

Was bedeutet das?

Wie oben bereits erwähnt genießt du als Werkstudent Privilegien was die Sozialversicherung angeht. Die fallen als normaler Arbeitnehmer weg.

Das heißt, dass deine Vergünstigungen bei der Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung wegfallen und du mehr Abgaben zahlen musst.

Fazit

Zwei Werkstudentenjobs können durchaus sinnvoll sein. Zum einen bekommst du mehr Geld, zum anderen sammelst du mehr Erfahrungen.

Sinnvoll sind zwei Werkstudentenjobs vor allem dann, wenn beide getrennt voneinander einen geringeren Arbeitsumfang als 20 Stunden aufweisen, sie zusammengenommen die 20-Stunden-Grenze aber nicht überschreiten.

Wenn du überlegst, zwei Werkstudentenjobs parallel auszuüben, empfehlen wir dir neben der Arbeitszeit auch einen Blick auf das Gehalt zu werfen.

Es gibt einen steuerlichen Freibetrag. Wenn du unter diesem Freibetrag im Jahr verdienst, dann bekommst du im Rahmen einer Steuererklärung die gezahlte Lohnsteuer wieder zurück.

Effektiv, darfst du 950 € im Monat verdienen um noch unter dem jährlichen Freibetrag zu liegen (Stand 2020).

Mit zwei Werkstudentenjobs kannst du schnell über diesen Freibetrag rutschen. Dann solltest du individuell für dich nachrechnen, ob sich das zusätzliche Gehalt noch für dich lohnt, wenn du die Lohnsteuer, die du dann zahlen musst, davon abziehst.

Bis jetzt hast du noch keine Werkstudentenstelle, das würdest du aber gerne ändern?

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Veröffentlicht am 03.09.2020, aktualisiert am 14.10.2020

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