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Bachelorarbeit – Zitieren, Plagiate und Ghostwriting

In der Bachelorarbeit zitieren

Immer wieder geistern Plagiatsaffären von Politikern und anderen öffentlichen Personen durch die Medien. Häufige Konsequenz: Der Rücktritt von allen Ämtern und der Rückzug aus der Öffentlichkeit. Aber worum handelt es sich bei Plagiaten eigentlich und welche Plagiate sind ok?

Grob übersetzt ist ein Plagiat der Diebstahl geistigen Eigentums. Gibst du also die Leistung und Werke einer anderen Person als deine eigenen aus, machst du dich eines Plagiats schuldig. Die Schwierigkeit die sich hier ergibt, besteht darin, dass Zitate so gesehen auch Plagiate sind, mit dem Unterschied, dass du hierfür Quellen angibst. Du machst also klar ersichtlich, dass einzelne Sätze und Gedanken deiner Bachelorarbeit nicht deine eigene Leistung sind und zeigst, woher du sie hast.

Damit sind wir auch bei einem wichtigen Prinzip der Wissenschaft. Denn die Generierung neuen Wissens passiert immer auf der Grundlage bereits bestehenden Wissens. Das heißt, du kommst in deiner Bachelorarbeit gar nicht drumherum, dich auf die Arbeit anderer Wissenschaftler zu beziehen. Wichtig ist, wie du das machst.

Denn nicht nur die wörtliche Übernahme einer Textstelle ist ein Plagiat. Auch im Wortlaut veränderte Texte als eigene auszugeben oder Texte aus einer anderen Sprache zu übersetzen, zählt dazu. Daher wird auch so viel Wert auf die Kennzeichnung entsprechender Textabschnitte und ein korrektes und detailliertes Literaturverzeichnis gelegt. Das heißt aber nicht, dass du große Teile fremder Arbeiten einfach kopieren und auf die Quelle verweisen kannst. Einer wissenschaftlichen Arbeit wie deiner Bachelorarbeit muss immer überwiegend eigene Arbeit zugrunde liegen. Das heißt für dich: In Maßen zitieren und Ideen verwenden.

Am besten markierst du dir solche Abschnitte sobald du sie in deinen Text mit übernimmst. Im Detail kannst du sie auch ganz am Ende ausarbeiten, Hauptsache du weißt, was du woher hast. Denn gerade wenn du den Text selbst umgeschrieben hast, ist es schwierig, nachträglich alles den richtigen Quellen zuzuordnen. Außerdem sparst du dir dadurch viel Zeit, da du nicht mehr alle Bücher durchforsten musst, um die richtige Passage zu finden.

Wie zitiere ich richtig?

Es gibt verschiedene Zitierweisen, wahrscheinlich findest du in deinem Leitfaden Angaben dazu, welche du verwenden sollst. Wichtig ist, dass du auf jeden Fall über die gesamte Bachelorarbeit hinweg einheitlich zitierst, das heißt, immer nach dem gleichen Schema vorgehst.

Hierzulande wird noch oft mit Fußnoten gearbeitet. Als amerikanisches Pendant hat sich die Harvard-Zitierweise durchgesetzt, die gänzlich ohne Fußnoten auskommt und stattdessen direkt im Text die Quelle angibt. Mittlerweile etabliert sich diese auch hier bei uns. Wie beides funktioniert, zeigen wir dir jetzt!

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Zitaten: Direkt, indirekt und sinngemäß. Als Beispiel nehmen wir diesen Satz aus unserem Artikel über die Planung der Bachelorarbeit: "Dementsprechend bedrohlich überschattet sie auch die gesamte Studienzeit."

Direkte Zitate

Direkte Zitate stehen in Anführungszeichen und geben den exakten Wortlaut der Quelle wieder:

"Dementsprechend bedrohlich überschattet sie auch die gesamte Studienzeit."

Ausnahmen wären Ergänzungen, Auslassungen oder auch Korrekturen. Diese erfolgen in eckigen Klammern. In unserem Beispiel ergibt sich beispielsweise nur aus dem Kontext, dass es sich um die Bachelorarbeit handelt. Daher könnte das Zitat auch ergänzt werden:

"Dementsprechend bedrohlich überschattet sie [die Bachelorarbeit] auch die gesamte Studienzeit."

Ist das Zitat zu lang oder du willst unwichtige Stellen herauslassen, kannst du es auch kürzen. Dies machst du mit [...]:

"Dementsprechend [...] überschattet sie auch die gesamte Studienzeit."

Weist das Zitat Fehler auf oder entspricht nicht der neuen Rechtschreibung, kannst du auch das kenntlich machen und zeigen, dass nicht du den Fehler gemacht hast. Dazu verwendest du [sic], was lateinisch ist und etwa "wirklich so" bedeutet. Alternativen wären [sic!] oder auch nur [!].

"Dementsprechend bedrolich [sic] überschattet sie auch die gesamte Studienzeit."

Indirekte Zitate

Indirekte Zitate in der Bachelorarbeit orientieren sich meist stark am eigentlichen Wortlaut, stehen aber im Konjunktiv. Anführungszeichen brauchst du hier nicht.

Campusjäger schreibt, dass die Bachelorarbeit die gesamte Studienzeit bedrohlich überschatten würde.

Sinngemäße Zitate

Sinngemäße Zitate geben nur den Inhalt von Textstellen wieder, sind selbst aber meistens paraphrasiert. Das ist vor allem bei längeren Textabschnitten sinnvoll.

Viele Studenten denken das ganze Studium über mit Besorgnis an ihre Bachelorarbeit.

Deutsche Zitierweise

Aber egal um was für ein Zitate es sich handelt, die Quelle muss in jedem Fall angegeben werden. Nach deutscher Zitierweise würdest du hinter jedes dieser Zitate eine hochgestellte Zahl dranhängen: "Dementsprechend bedrohlich überschattet sie auch die gesamte Studienzeit."

Nun fügst du unten auf der Seite, auf der das Zitat steht, die Fußnote ein, ebenfalls mit der hochgestellten 1. Dahinter gibst du die Quelle an. Dazu gehören, vermutlich in diesem oder einem ähnlichen Format: Autor: Titel. Untertitel. Verlag, Stadt, Jahr, Seitenzahl. Die gleichen Angaben machst du nochmal in deinem Literaturverzeichnis, in dem sämtliche Quellen übersichtlich dargestellt sind. Hier brauchst du die hochgestellten Zahlen aber nicht mehr, stattdessen werden die Quellen alphabetisch sortiert. Je nach Umfang ist auch eine Unterscheidung nach Literatur-, Bild- und Internetquellen sinnvoll.

Harvard-Zitierweise

Wie gesagt wird bei der Zitierweise nach Harvard auf Fußnoten verzichtet. Stattdessen gibst du direkt im Text die Quelle für dein Zitat an - am besten so, dass es sich gut in den Text eingliedert. Das könnte dann so aussehen:

"Dementsprechend bedrohlich überschattet sie auch die gesamte Studienzeit." (Campusjäger 2017, S.xy) oder auch (Campusjäger 2017: xy)

Die umfassenden Angaben zu deiner Quelle machst du hier ausschließlich im Literaturverzeichnis, dort kannst du dich dann aber an der deutschen Zitierweise orientieren.

 

Was passiert, wenn ich plagiiere?

Im späteren Berufsleben kann ein Plagiat das Karriereende bedeuten. Als Student kommst du glimpflicher davon. Einige Universitäten haben Regelungen was das betrifft, andere betrachten jeden Einzelfall individuell. Dementsprechend können die Konsequenzen auch variieren.

Im besten Fall wird deine Bachelorarbeit mit ungenügend bewertet und du musst von vorne anfangen. Das mag schon ärgerlich genug klingen, ist aber wie gesagt noch das geringste Übel. In vielen Fällen verlierst du deinen Prüfungsanspruch, das heißt, du bist nicht mehr berechtigt die Bachelorarbeit in deinem Studiengang zu schreiben - deutschlandweit. An einer anderen Hochschule für das gleiche Fach einschreiben und nur die Bachelorarbeit schreiben, geht nicht. Das bedeutet für dich, dass du ein neues Studium anfangen oder dich anderweitig umsehen musst.

Andere Möglichkeiten sind, dass dich die Hochschule zwangsexmatrikuliert, dir dein akademischer Titel aberkannt wird, falls du bereits einen hast oder du von dieser Hochschule komplett ausgeschlossen wirst. Ebenso begehst du mit einem Plagiat eine Straftat, die entsprechend zur Anzeige gebracht werden kann. Das Urheberrechtsgesetz und das Strafgesetzbuch sehen hier Geld- bis Haftstrafen vor.

Wie funktioniert die Plagiatsprüfung?

Jetzt liegt der Gedanke nahe, dass es doch unmöglich ist, erwischt zu werden. Schließlich kann kein Prüfer die Bachelorarbeit mit sämtlicher Literatur abgleichen! Stimmt, muss er aber auch nicht. Wie gesagt, gibst du bei der Abgabe der Bachelorarbeit für gewöhnlich eine digitale Version deiner Arbeit mit ab. Diese kann mit spezieller Software auf Plagiate untersucht werden. 

Hierfür verwenden viele Unis die magische 5%-Grenze. Das heißt, dass höchstens 5% deines Textes Ähnlichkeiten zu anderen Texten aufweisen dürfen. Diese Grenze ist aber aus zwei Gründen problematisch: Erstens ist sie recht willkürlich gesetzt und zweitens ist die Angabe sowieso nicht exakt. Stattdessen solltest du sie eher als Schätzung ansehen, die gegebenenfalls nochmal eine manuelle Überprüfung nach sich zieht. 

Denn das Problem sind die Algorithmen, die deine Arbeit auseinandernehmen und vergleichen. Dazu werden Wortkombinationen mit Datenbanken abgeglichen und Treffer markiert. Da du dich aber in deiner Bachelorarbeit bestimmt öfter auf Literatur beziehst, kommt es zwangsweise du Ähnlichkeiten, vor allem wenn du direkte und indirekte Zitate verwendet hast. Hinzu kommen noch die Quellenangaben, in denen der gesamte Titel eines Buches stehen kann. Auch das wird als Plagiat gekennzeichnet, obwohl es natürlich keins ist.

Werden also mehr als 5% als Plagiat gekennzeichnet, heißt das nicht automatisch, dass es sich bei deiner Bachelorarbeit um ein Plagiat handelt. Je nach Thema und Methode kommst du auch gar nicht um eine hohe Prozentzahl herum, denn analysierst du beispielsweise einen spezifischen Text, wirst du häufig Textstellen angeben, die wiederum als Plagiat erkannt werden. Bei solchen Arbeiten kommen schnell Werte von 20% zusammen.

Bachelorarbeit Plagiatsprüfung

Falls du dir nicht ganz sicher bist, ob du zu viele Zitate in der Bachelorarbeit verwendest, gibt es die Möglichkeit, deine Bachelorarbeit auf Plagiate zu überprüfen. Verschiedene Online-Tools bieten das an. Einige sind kostenlos, andere kostenpflichtig.

Im Prinzip funktionieren aber alle Varianten gleich: Um deine Bachelorarbeit auf Plagiate zu testen, lädst du sie bei dem Tool hoch oder kopierst den Text rein und deine Bachelorarbeit wird Stück für Stück auf Plagiate kontrolliert. Dazu werden einzelne Sätze und Satzteile durch Suchmaschinen gejagt, die sie mit sämtlicher verfügbarer Literatur vergleichen.

Je nach Umfang der Bachelorarbeit kann das eine Weile dauern, das Ergebnis erhältst du aber schnell genug inklusive Markierung kritischer Stellen. Diese kannst du daraufhin noch einmal überarbeiten, damit deine Bachelorarbeit auf keinen Fall als Plagiat abgestempelt wird. Manchmal kann es vorkommen, dass du vergisst, eine Quelle anzugeben oder noch einen Abschnitt umformulieren wolltest.

Andererseits ist es aber auch nicht sinnvoll, deine Bachelorarbeit so umzuformulieren, dass es zu keinem einzigen Treffer kommt. Denn gerade solche Arbeiten könnten die Gutachter skeptisch machen, sodass sie die Arbeit nochmal genauer unter die Lupe nehmen.

Ghostwriting - Die Bachelorarbeit schreiben lassen

Bei all den vielen Stunden der Datenauswertung, in der Bibliothek, über Büchern und vor dem Computer ist der Gedanke an eine einfache Lösung ganz normal. Und wo Nachfrage besteht, gibt es auch einen Markt. So gibt es zahlreiche Agenturen, bei denen du deine Bachelorthesis schreiben lassen kannst - gegen Bezahlung versteht sich.

Genauso wie Plagiate ist dies natürlich verboten. In der eidesstattlichen Erklärung, die du am Ende deiner Bachelorarbeit hinzufügst, bestätigst du, dass du deine Arbeit ganz alleine angefertigt hast. Das ist zwar ein formloses Schreiben, aber rechtsgültig und verbindlich. In einigen Mustern findet sich auch die Formulierung, dass keine weiteren Personen an der inhaltlichen Ausarbeitung der Bachelorarbeit beteiligt waren.

Daher weisen Ghostwriter-Agenturen auch darauf hin, dass der erstellte Text nur als Orientierung dienen soll und die Verantwortung über die Verwendung ganz allein beim Auftraggeber liegt. Wird der Text dennoch als eigene Arbeit ausgegeben, fällt das unter Betrug. Das nachzuweisen ist natürlich schwierig, eigentlich sogar unmöglich. Denn die eigentlichen Autoren des Textes treten ihre Rechte für gewöhnlich an dich ab und haben auch gar kein Interesse daran, den Text als ihr Eigentum zu beanspruchen. Hochwertige Agenturen lassen sich ihre Arbeit schließlich auch teuer bezahlen. Abhängig von Thema, Bearbeitungszeit, Umfang und akademischem Niveau ergeben sich schnell Preise von mehreren Tausend Euro.

Korrektorat und Lektorat hingegen sind eher unproblematisch und auch deutlich günstiger. Hier kannst du deine Arbeit auf Rechtschreibung und Grammatik überprüfen lassen, teilweise auch auf inhaltlich Unstimmigkeiten. Gerade wenn du nur noch wenig Zeit zur Korrektur deiner Bachelorarbeit hast, kann es sich lohnen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ziehst du das in Erwägung, solltest du dich aber dennoch nochmal rückversichern, denn einige Unis sind sehr penibel was externe Hilfe angeht.

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