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Wie wichtig sind meine Noten für eine erfolgreiche Bewerbung?

Laura HolzmeierFebruar 2019

Nach jahrelangem Studium in jeglichem Fachbereich strebst du als potentieller Absolvent sicherlich eine möglichst steile Karriere an. Doch wie hoch sind eigentlich Deine Chancen auf dem Berufsmarkt? Welche Faktoren spielen tatsächlich eine Rolle, wenn Du zukünftig in die Chefetage eines DAX-Unternehmens oder einem Mittelständler einsteigen möchtest?

Landläufig besteht nach wie vor die Meinung, dass beruflicher Erfolg nach dem Studium nur durch gute Noten auf der Uni zu erreichen ist. Wer sich all die Jahre vor feuchtfröhlichen Abenden im heimischen Studentenclub drückt, wer literweise Kaffee in der Unibibliothek schlürft und sich dort die Nächte um die Ohren schlägt, dem sei der Erfolg doch wahrscheinlich sicherer, als einem durchschnittlichen 3er-Schnitt-Absolventen?

Stell Dir vor: es ist ganz und gar nicht so!

Der Großteil aller Studenten dürfte jetzt aufatmen. Denn allein gute Noten sind heutzutage nicht mehr der alleinige Garant dafür, inwieweit Du in Deinem späteren, beruflichen Leben erfolgreich sein wirst. Vielmehr zählen heute andere Stärken und persönliche Charakterzüge. Um dir also vorweg die Angst vor dem Ende Deines Studiums zu nehmen, haben wir folgenden Artikel für Dich zusammengestellt. Wir möchten daher mit einigen sich beharrlich haltenden Vorurteilen in puncto “Noten sind wichtig für die Bewerbung” aufräumen.

Wo Deine Prüfungsnoten überhaupt eine Rolle spielen - kommt auf das Unternehmen an

Im Grunde genommen sind Noten für Bewerbung nur dort wichtig, wo ein hoher Bewerberandrang vorherrschend ist oder wo es auf Fachspezifika in einem bestimmten Spezialbereich ankommt. Da der Großteil aller Absolventen bei Bewerbungen eher auf Großunternehmen setzt, ist der Andrang bei Porsche, BMW, Siemens und Co. sicherlich am größten. Sie müssen dadurch eine Vorauswahl treffen, deswegen sind gute Noten hier leider wirklich ein häufiges Auswahlkriterium. Meist geschieht das dann anhand des Notendurchschnitts – schlechter als 2,5 solltest du demnach nicht sein.

Es gibt jedoch Ausnahmen, und zwar in beide Richtungen.

Um beispielsweise zu renommiertesten Unternehmen wie McKinsey oder Google zu gelangen, sollte man notentechnisch zu den besten 10% gehören. Auf der anderen Seite, gibt es in allen DAX-Unternehmen auch Abteilungen, deren Priorität für diese Branche geringer ist. So werden beispielsweise die Marketingabteilungen von der Deutsche Bahn und BMW unterschiedliche Anforderungen an die Bewerber haben, obwohl die beiden Unternehmen in etwa gleich beliebt sind.

Neben Großunternehmen setzen auch Forschungsinstitute stark auf Noten. Selbst wenn man eine Doktorarbeit schreiben will, sind Noten bereits ein Thema. Wenn es zum Beispiel um die Bewerbung am Fraunhofer Institut geht, sind die Kriterien sehr hoch. Das gleiche gilt auch für politische Einrichtungen, z.B. für EU Kommission. Sie suchen hochqualifizierte Akademiker mit überdurchschnittlichen Kenntnissen in jeweiligen Forschungsgebieten, wobei die akademischen Leistungen überprüft werden. Bei Vereinten Nationen und ähnlichen internationalen Organisationen wird die Konkurrenz auch dadurch verschärft dass die Bewerber aus der ganzen Welt kommen. Viele Bewerbungen für wenige Stellen führen zwangsläufig zu strengen Auswahlkriterien.

Streber war gestern – den Machern gehört die Welt

Mit all dem im Hinterkopf, in vielen klein- und mittelständischen Unternehmen (die übrigens 61.2% der Fachkräfte bundesweit anstellen), sowie vorrangig in Start Ups und wie oben schon gesagt in administrativen Abteilungen von Großunternehmen wird vor allem Wert auf praktische Fähigkeiten, Zuverlässigkeit, eine nachhaltige Hands-on-Mentalität sowie Kreativität und Sorgfältigkeit gelegt.

Hierfür benötigt es vor allem junge Fachkräfte, die aufgeschlossen und Technologie-versiert sind, um mit den Unternehmen den digitalen Wandel zu vollziehen. Speziell in diesen Tätigkeitsbereichen sind die Noten bei deiner Bewerbung weniger wichtig. Denn der Mittelstand benötigt „Macher“ und keine Theoretiker. Demnach ist es für viele Unternehmen in diesem Bereich bedeutender, dass der entsprechende Bewerber während seiner Studienzeit bereits reichlich, praktische Berufserfahrung sammeln konnte oder vorher gar eine themenverwandte Ausbildung abgeschlossen hat.

Was musst Du über den Notendurchschnitt wissen?

Was den Notendurchschnitt betrifft, so kann er je nach Fachrichtung stark variieren. HR Mitarbeiter sind sich bewusst, dass Elektrotechnik und Maschinenbau schwieriger zu studieren sind, als BWL oder Geisteswissenschaften. Deswegen ist die Schnittgrenze auch angepasst, um der Notenverteilung von unterschiedlichen Programmen zu entsprechen. Zudem spielen die Noten in deinem Schwerpunkt statt dein gesamter Durchschnitt eine übergeordnete Rolle. Bewirbst du dich beispielsweise auf eine Stelle im Personalwesen, werden vor allem auf deine akademischen Noten in themenverwandten Kursen betrachten. Ob du dann in Buchführungs- oder Mathematikklausur geglänzt hast, ist dann tendenziell eher nebensächlich.

Schließlich, solltest du noch wissen, dass Noten fast ausschließlich beim Screening eine Rolle spielen. Gerade in Großunternehmen mit tausenden von Bewerbungen übernehmen oftmals Algorithmen und keine Menschen die erste Sortierung, insbesondere anhand einfach zu vergleichender Kriterien wie Noten. Hast du es jedoch zu einem Vorstellungsgespräch geschafft, ist es unwahrscheinlich, dass deine Noten dich von deinem Traumjob fernhalten.

6 Tipps, wie du die Screening Phase trotz schlechter Durchschnittsnote zu 100% besteht, findest du am Ende des Artikels.

Auf welche Stärken Unternehmen bei Absolventen eigentlich schauen

Neben deinen Klausuren werden so genannten „Soft Skills“ – also Deine Sozialkompetenzen immer bedeutender. Damit sind unter anderem Dein Kommunikationsvermögen, Deine Teamfähigkeit sowie Deine zwischenmenschliche Empathie gemeint. Speziell in hohen Führungspositionen mit beträchtlicher Personalverantwortung, in welche es Dich nach Deinem Studienabschluss potentiell verschlagen wird, sind Fähigkeiten im Bereich der Menschenführung unabdingbar.

Überdies werden für alle Positionen positiv eingestellte Menschen gesucht, die einen starken, inneren Eigenantrieb aufweisen und wirklich etwas bewegen wollen. Kannst Du Dich also vor anderen gut behaupten und verfügst Du über ein selbstsicheres und sympathisches Auftreten, kann das etwaige enttäuschende Prüfungsnoten in jedem Fall wettmachen.

Vor allem in Berufen, in denen Du viel mit anderen Menschen interagierst, zum Beispiel mit Kunden oder Lieferanten deines Arbeitgebers, sind ein sicheres Auftreten sowie eine ausgeprägte Menschenkenntnis gefragt – und das können Noten allein nicht bescheinigen.

Derartige Stärken fallen Personalreferenten oder Abteilungsleiter in der Regel erst beim eigentlichen Bewerbungsgespräch auf, weshalb Du vor allem hier einen starken Eindruck hinterlassen solltest.

Wenn du dir immer noch Sorgen um deine Noten machst, lies weiter - am Ende erwarten dich nützliche Tipps, wie du dich mit einer schlechten Note bewerben solltest.

success

Erstmal den Fuß in die Tür bekommen und Dich dann beweisen

Hast Du erst einmal die wichtige Hürde der Bewerbung mit oder ohne gute Noten hinter Dir gelassen, steht dem Aufstieg innerhalb Deines Traumunternehmens durch harte Arbeit nichts mehr entgegen.

Unternehmen sind in der Regel immer dazu gewillt, Mitarbeiter zu fördern oder zu honorieren, die einen guten Eindruck hinterlassen und vielversprechende Leistungen abliefern. Spätestens wenn du deine Kollegen von deinem Können überzeugt hast, wird sich niemand mehr an die Noten bei deiner Bewerbung zurückerinnern können. Wenn Du es schaffst, einmal den sprichwörtlichen Fuß in der Tür Deines Traumarbeitgebers zu haben, dann zählt nur noch, was Du machst und wie Du Dich verkaufst und nicht, welche Prüfungsnoten Du während Deines Studiums gesammelt hast.

Darüber hinaus kannst Du mit errungener Berufserfahrungen auch immer mehr punkten – nach circa 3 Jahren Berufserfahrung zählst Du in den Augen der meisten Unternehmen als Young Professional und erhältst so auch Positionen, die nach Deinem Studienabschluss so zunächst nicht machbar waren.

Fazit: Dass deine Noten bei der Bewerbung wichtig sind, gilt vor allem für begehrte Berufe bei renommierten Unternehmen wie z.B. den weltweit führenden Managementberatungen. Im 21. Jahrhundert sind Noten weniger Wert als Soft Skills, mit einer starken Persönlichkeit und viel Menschlichkeit kannst du deinen individuellen Traumjob erreichen, trotz potentiell unterdurchschnittlicher Noten. Für die meisten Unternehmen wie Start-ups und KMUs schlägt Berufserfahrung und Motivation oftmals beides.

Hast Du immer noch Angst wegen schlechten Noten? – dank dieser Tipps & Tricks stehst Du im Jobinterview dennoch gut da

#1. Entscheide Dich früh im Studium für die Dir am besten liegenden Schwerpunktfächer

Behalte bereits bei der Wahl deiner Fächer deine spätere Abschlussnote im Blick. Fächer die dir Spaß machen und deinen Vorlieben entsprechen, werden dir deutlich leichter fallen und gute Noten werden zum Kinderspiel. Damit du deine Traumnote sicher erreichst, kannst du deine Prüfungsvorbereitung auch mit digitalen Lerntools wie z.B. StudySmarter Lernplattform, verbessern.

#2. Schreib die erwartete Abschlussnote

Abschlussarbeiten fallen normalerweise deutlich besser aus als die durchschnittliche Klausur. Wenn du dich also für eine Festanstellung oder ein Praktikum in der Mitte deines Studiums bewirbst, gib statt deiner aktuellen Note lieber deine zu erwartende Endnote an, in der deine z.B. deine Abschlussarbeit bereits eingerechnet ist.

#3. Demonstriere deine Kompetenzen außerhalb des Hörsaals

Wichtige Softskills und weitere Lebenserfahrung kannst du dir zum Beispiel über Auslandssemester oder längere Auslandsaufenthalte aneignen. Neben neuen Erfahrungen und Bekanntschaften, demonstrierst du deinem zukünftigen Arbeitgeber damit deine Offenheit und deine Fähigkeit dich in neuen Situation zurecht zu finden. Um deinen Auslandsaufenthalt zu finanzieren und relevante Erfahrungen zu sammeln, eignen sich Werkstudentenpositionen während des Studiums ideal.

#4. Zeige Engagement durch ehrenamtliche Tätigkeiten

Engagiere dich selbstlos für andere und verbessere die Gesellschaft durch deinen Einsatz. Das kann alles von einer Trainerpositionen im Sportverein sein, eine Tätigkeit in einer studentischen Initiativen bis zu ganz verschiedene Einsätze in Non-Profit-Organisationen wie z.B. Flüchtlingshilfen sein. Als positiver Nebeneffekt demonstrierst du durch damit noch ein entsprechendes Verantwortungsgefühl und vorhandene Soft Skills.

#5. Setz einen starken Fokus auf dem Anschreiben

Es kann sich unabhängig von deinen Noten lohnen, dich im Vorfeld intensiv über das Unternehmen und die konkrete Stelle zu informieren. So kannst du deine Bewerbung und vor allem dein Anschreiben individuell anpassen und direkt mit einer guten Vorbereitung punkten. Eine authentische Motivation und echtes Interesse werten jede Bewerbung auf.

#6. Im späteren Bewerbungsgespräch genau jene Soft Skills am meisten zur Schau stellen

Bist du zu einem Bewerbungsgespräch oder ins Assessment Center eingeladen worden, achte vor allem darauf deine Soft-Skills zu demonstrieren. Überzeuge dein Gegenüber von deiner ausgeprägten Teamfähigkeit, Selbstsicherheit undoder Kommunikationsstärke. Wie auch bei der schriftlichen Bewerbung solltest du ebenfalls mit einer umfangreichen Vorbereitung, guten Fragen und einem echten Interesse an der Position punkten.

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