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Bewerbung: Telefoninterview – Tipps und Tricks
Alles zum Ablauf und wie du von dir überzeugst.

Immer öfter werden Bewerber zu telefonischen Vorstellungsgesprächen eingeladen. Für viele ist diese Art von Interview neu und natürlich muss man hierbei eine Vorstellung davon haben, wie so ein Gespräch normalerweise aufgebaut ist oder was typischerweise Inhalte sind. Aber keine Panik! Unsere Tipps, Beispielfragen und der anschließenden Übung werden dir dabei helfen, in diesem Gespräch von dir zu überzeugen und zu glänzen. 

Ein Telefoninterview läuft meist etwas anders ab als ein persönliches Vorstellungsgespräch, es gibt aber natürlich auch Überschneidungen. 

Meist wird ein Telefoninterview vorgeschlagen, wenn ein Kandidat in der engeren Auswahl gelandet ist, das Unternehmen aber dennoch einige unklare Fragen beziehungsweise Lücken im Lebenslauf klären möchte. 

Oder auch um sich ein besseres Bild der kommunikativen Fähigkeiten oder Sprachkenntnisse des jeweiligen Kandidaten zu machen, bevor dieser direkt eingeladen wird.

Es gilt also, dieses telefonische Gespräch ernst zu nehmen und sich gut darauf vorzubereiten!

Vorbereitung für das Telefoninterview

Ziele bewusst machen

Für die richtige Vorbereitung deines Telefoninterviews ist es erst einmal wichtig, dir über die Ziele des Gespräches bewusst zu werden. Überlege dir, welche Charaktereigenschaften oder Werte du vermitteln möchtest.

Interesse rüberbringen

Darüber hinaus ist es natürlich wie auch beim normalen Vorstellungsgespräch essenziell, dein Interesse und deine Motivation zu betonen. Informiere dich gründlich über wichtige Charakteristiken oder Besonderheiten des Unternehmens. Versuche alle dir wichtig erscheinenden Informationen einzuholen, sei es von der Website, Prospekten oder Marketingplakaten.

Während des Gespräches ist es oft hilfreich, zusammengefasste Informationen oder Prospekte des Arbeitgebers/Unternehmens vor sich liegen zu haben, um zur Not mal spicken zu können und um dir Sicherheit zu geben.

Eigenen Lebenslauf auswendig kennen

Öfter mal die Vorstellung deines Lebenslaufes zu üben kann sehr hilfreich, um dich selbstbewusst zu präsentieren.. Du kennst dich selbst zwar am besten, aber im Stress kann sich schnell mal eine Lücke einschleichen, vor allem wenn du plötzlich nach einem bestimmten Jahr gefragt wirst.

Daher solltest du deinen Lebenslauf in- und auswendig kennen. Da es wie im oberen Abschnitt erwähnt im Telefoninterview häufig auch um die Klärung von Lücken im Lebenslauf geht, ist es darüber hinaus hilfreich sich im Vorhinein schon Gedanken zu machen was in diesem Bereich gefragt werden könnte.

Übung macht den Meister

Ein für viele Menschen geeigneter Tipp für die Vorbereitung ist das Üben oder das Durchspielen eines Telefoninterviews. Hierbei gilt: Auch wenn dich dein Gegenüber nicht sehen kann, sind Mimiken, Gestiken und auch ein Lächeln nicht zu unterschätzen.

Dies spiegelt sich oft in deiner Stimme wieder. Allerdings ist es wichtig, trotz Übungen zur spontanen Version des Gesprochenen zu greifen, da vorgeschriebene Skripte oft abgelesen und unflexibel beziehungsweise unbetont klingen. Außerdem kannst du so schnell aus der Bahn geworfen werden, wenn das Gespräch eine unerwartete Richtung einschlägt. Beachte auch, dass du ruhig und deutlich sprichst, da schnelles Sprechen vor allem am Telefon undeutlich klingt und schwer zu folgen ist.

Offene Fragen

Überlege dir schon einmal offene Fragen deinerseits. Diese sind am Ende des Gespräches immer gerne gesehen und betonen das eigene Interesse. Beispielsweise kannst du dich erkundigen, welche Projekte in Zukunft anstehen oder wie die Einarbeitung ablaufen würde.

Fragen und Antworten

Wie oben schon erwähnt, wird ein telefonisches Bewerbungsgespräch eher dazu genutzt, einen Eindruck der kommunikativen Fähigkeiten des Bewerbers zu gewinnen oder Unklarheiten/Lücken im Lebenslauf zu klären. Tiefgreifende fachliche Fragen folgen meist erst im persönlichen Gespräch. Zu Beginn sollst du oft deinen Lebenslauf kurz präsentieren, daher kenne diesen unbedingt von A bis Z. Außerdem haben wir noch weitere Beispiel Fragen- und Antworten zusammengestellt:

  • “Wieso haben Sie Ihren alten Job gekündigt?”

Hierbei die Ruhe bewahren und unbedingt authentisch sowie ehrlich antworten. Der Arbeitgeber möchte vermutlich herausfinden, ob der Job freiwillig oder unfreiwillig gewechselt wird und genaueres über eventuelle Konfliktsituationen erfahren.

  • “Wieso würden Sie gerne bei uns anfangen zu arbeiten?”

In jedem Fall solltest du bei dieser Frage demonstrieren, dass du dich mit dem Arbeitgeber auseinandergesetzt hast und dass du eine realistische Vorstellung der entsprechenden Jobposition hast. Probiere zu erklären, was genau dich an dem Unternehmen oder der Jobposition fasziniert. Du kannst in deiner Antwort ruhig ins Detail gehen und solltest auf jeden Fall allgemeine Antworten wie "Die Website hat mich angesprochen" vermeiden.

  • “Welche Erfahrungen und Kompetenzen bringen Sie für den Job mit?”

Verknüpfe bei dieser Frage deine relevanten Erfahrungen oder wichtigen Stationen deines Lebenslaufes mit Anforderungen der Stellenausschreibung. Es ist dabei hilfreich, die Präsentation und Kommunikation der jeweiligen Erfahrungen und Qualifikationen vorher geübt zu haben, um diese strukturiert und ansprechend zu kommunizieren. Wichtig ist es hierbei, die Kernaussagen aussagekräftig herüberzubringen und nicht zu sehr abzuschweifen und ins Detail zu gehen.

  • “Im Jahr xxx ist uns eine Lücke in Ihrem Lebenslauf aufgefallen, können Sie uns hierzu mehr erzählen?”

Auch hierbei gilt, die Ruhe zu bewahren. Betone in deiner Antwort zum Beispiel persönliche Weiterentwicklungen, die auch für das Arbeitsleben und den jeweiligen Job gut sind. Beispielsweise eine Weltreise und verbundene Erfahrungen können die Eigenständigkeit und Fähigkeit zur Verantwortungsübernahme extrem vorangebracht haben, was du gut als Überleitung zu den Anforderungen für die Stelle nutzen kannst.

  • “Warum haben Sie ihr Studium abgebrochen?”

Betone hierbei das, was du bei dem Studium oder während dieser Entscheidung gelernt hast. Das können persönliche oder auch fachliche Weiterentwicklungen sein. Beispielsweise dass dir aufgefallen ist, dass du dich doch eher für den Bereich der Jobausschreibung interessierst, da dieses Themenfeld in einzelnen Vorlesungen behandelt wurde.

 

Natürlich können auch die Standard-Bewerbungsgespräch Fragen in einem Telefoninterview gefragt werden, wie die Beschreibung der eigenen Stärken und Schwächen.

Hier gilt grundsätzlich: authentisch bleiben und ein gutes Mittelmaß finden - nicht übertreiben aber auch nicht zu tief stapeln. Genauere Informationen zu dieser Art von Fragen findest du auch in dem Artikel 111 Fragen beim Bewerbungsgespräch.

Wenn es passt ist es immer vorteilhaft, deine Motivationen, Werte oder Ziele in die Antworten zu verpacken, um deinen persönlichen Mehrwert zu unterstreichen und deinem Gegenüber zu verdeutlichen, wieso er gerade dich auswählen sollte.

Und jetzt eine Übung zwischendurch: Überprüfe und festige dein Wissen! Überlege dir dafür die Antworten von jeder Frage bevor du weiter klickst. Anschließend vergleiche sie mit der nächsten Folie und unseren Anregungen für deine überzeugende Antwort im Interview.

 

Tipps Telefoninterview

Beginn des Interviews

Schon bei der Begrüßung kann gepunktet werden. Professionelles Melden mit Vor-und Nachname ist natürlich ein Muss. Generell kann es auch immer mal sein, dass der Arbeitgeber spontan anruft, daher ist es am Besten wenn du dich während der gesamten Zeit des Bewerbungsverfahrens zur Sicherheit professionell meldest und auch eine professionelle Mailbox Ansage machst. Außerdem ist es immer ein guter Einstieg, wenn du erst einmal zuhörst und nicht gleich los redest. Gib deinem Gegenüber die Möglichkeit, von Anfang bis Ende das Gespräch zu leiten.

Rahmenbedingungen checken!

Unbedingt notwendig sind natürlich eine stabile Telefonverbindung sowie ein ruhiges Umfeld. Auch ist es essenziell zu checken, ob der Akku voll aufgeladen ist. So etwas zu vergessen kann natürlich mal vorkommen, vermittelt dem Anderen allerdings den Eindruck von Schlampigkeit, der sich leicht auf die Arbeit übertragen lassen könnte. Außerdem ist es nicht verkehrt, wenn du Stift und Papier neben dich legst um dir ab und an wichtige Informationen aufzuschreiben.

Wasser bereitstellen

Ein ebenfalls hilfreicher Tipp ist es, ein Glas Wasser neben dir zu haben, falls du einen trockenen Hals während des vielen Sprechens kriegst.

Keine Scheu vor Nachfragen!

Frage ruhig nach, wenn etwas unklar ist. Der Arbeitgeber denkt hierbei nicht, dass du auf den Kopf gefallen bist, im Gegenteil: Fragen unterstreichen das Interesse und wirken eher positiv auf den Gesprächspartner.

Lächeln nicht vergessen

Außerdem ein wichtiger Tipp: Wie oben schon erwähnt, vergiss das Lächeln nicht! Auch wenn du nicht gesehen werden kannst, meist kann man an dem Ton deiner Stimme erkennen, ob du lächelst oder nicht - und es kann deine Stimme positiv beeinflussen.

No Go’s

Zu hohe Forderungen bezüglich des Gehaltes oder sonstigen Extras wie Firmenwagen vermitteln einen sehr schlechten Eindruck. Es ist immer gut, eine realistische Gehaltsvorstellung vor Augen zu haben, für den Fall dass du gefragt wirst. Falls nicht, solltest du dieses Thema allerdings erst einmal außen vor lassen, da du in diesem anfänglichen Gespräch deine Interessen für den Inhalt des Jobs verdeutlichen solltest anstelle von Themen wie dem Gehalt.

Eine weiterer wichtiger Tipp: nie zu hoch stapeln! Steh zu dem, was du an Erfahrung hast und zeichne nur das als deine Kompetenzen und Qualifikationen aus, was der Wahrheit entspricht. Ansonsten kann es bei Nachfragen während des Interviews oder auch später bei der Arbeit sehr unangenehm werden und vermittelt einen schlechten Eindruck.

Hier außerdem die 5 größten Fehler bei einem Telefoninterview von Bewerbungs-Coach Caroline Tillmann:

  1. Du telefonierst zu einem ungünstigen Moment →  Eine schlechte Verbindung und ein zu hoher Geräuschpegel hinterlassen keinen positiven Eindruck beim Gesprächspartner. Daher solltest du unbedingt Telefonate im Supermarkt, auf der Autobahn oder im Festzelt vermeiden.

  2. Du bist unkonzentriert →  Hektik und Müdigkeit nehmen entscheidenden Einfluss auf unsere Konzentration. Gerade nach einem langen, stressigen Tag fehlt meist die Energie, um einen frischen und motivierten Eindruck am Telefon zu hinterlassen. Vermeide zudem weitere Störquellen - auch wenn du das Handy oder den Fernseher auf stumm schaltest, wird dein Gegenüber merken, dass du ihm nicht die volle Aufmerksamkeit schenkst.
 
  3. Du verwendest die Umgangssprache →  Floskeln wie "Hey, ich bin's!", "Ja klar, lass und das mal so machen!", "Äh, das weiß ich jetzt auf die Schnelle nicht..." oder ein schnelles "Tschau" am Ende eines Telefonats zeigen, dass du mit förmlichen Gesprächen nicht vertraut bist. Auch eine scherzhafte Mailboxansage, die vielleicht deine Freunde zum Lachen bringen mag, wird hingegen einen potenziellen Arbeitgeber meist nicht überzeugen. 

  4. Du kennst deine eigenen Angaben nicht genau → Du vertraust auf dein Improvisationstalent wenn nach deiner Gehaltsvorstellung, Motivation zum Jobwechsel oder der Lücke im Lebenslauf gefragt wird? Besser ist es, zur Sicherheit die Bewerbungsvorlagen in Papierform vor sich liegen zu haben .

  5. Du bleibst am Ende des Telefonats unverbindlich → Auch der letzte Eindruck zählt. Daher ist es ganz klar zu empfehlen, eine Verbindlichkeit zu schaffen und die weitere Vorgehensweise, z.B. wann du eine Rückmeldung erhältst, abzustimmen.

 

!Secret-Tipp!

Um eine noch genauere Vorstellung der Fragen und Erwartungen des Interviews zu bekommen, wäre das Wissen eines schon angestellten Mitarbeiters sehr wertvoll. 

Hierfür schau doch einfach mal in Karrierenetzwerke wie XING oder LinkedIn rein, um derartige Kontakte knüpfen zu können. 

 

Besonderheiten beim Telefoninterview

Sprachwechsel zu Englisch

Informiert euch in jedem Fall über das Unternehmen in Bezug auf Internationalität. Wenn es ein besonders internationales Unternehmen ist, ändert der Arbeitgeber nämlich gerne mal während des telefonischen Interviews auf Englisch. Denn wenn jemand im Lebenslauf angibt, fließend Englisch zu sprechen, heißt dies natürlich nicht automatisch, dass das der Wahrheit entspricht. Lass dich nicht aus der Ruhe bringen, sollte sich die Sprache ändern. Am Besten fängst du etwa 2 Wochen vorher an, nochmal Grundkenntnisse zu wiederholen und schaust dir zur Sicherheit auch das ein oder andere Fachvokabular an. Außerdem sind Hörbücher eine sehr gute Möglichkeit, wieder in die Sprache reinzukommen.

Unangekündigter Anruf

Passiert eher selten aber trotzdem gibt es immer wieder Arbeitgeber, die den Bewerber spontan anrufen. In diesem Fall solltest du auf jeden Fall freundlich das Gespräch auf einen alternativen Zeitpunkt verschieben, denn du fühlst dich mit einem vorbereiteten Gespräch einfach sicherer und kannst vorher noch deine Checkliste durcharbeiten damit alles glatt läuft. Fühl dich hierbei nicht schlecht, der Arbeitgeber kann nicht von dir erwarten dass du alles stehen und liegen lässt!

Noch kein Anruf – was jetzt?

Keine Panik, auch ein Arbeitgeber kann sich mal verspäten oder sogar etwas vergessen. Hier gilt es erst einmal Geduld zu haben und abzuwarten. Wenn dann wirklich kein Anruf mehr kommt, rufe allerdings nicht selbst an sondern schreibe eine freundliche Mail und erkundige dich nach dem Grund.

Geschafft – was nun?

Jetzt hast du es endlich geschafft, du hast dein telefonisches Bewerbungsgespräch gemeistert. Mach dir keinen Stress, wenn du das Gefühl hast, es lief schlecht. Die Selbsteinschätzung ist oft ganz anders als die deines Gesprächspartners. Ändern kannst du jetzt außerdem eh nichts mehr. Stattdessen heißt es abwarten. Gerade große Unternehmen brauchen einige Zeit für die Rückmeldung.

Deswegen legt Campusjäger viel Wert darauf, dass der ganze Bewerbungsprozess mit jeweiliger Rückmeldung des Unternehmens schnell abläuft. Wenn du das Gefühl hast, schon zu lange zu warten, ist es dein gutes Recht nachzufragen.

Hierzu kannst du dir auch unseren Artikel mit detaillierten Tipps für den Fall dass du keine Antwort erhältst, durchlesen.

 

 

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