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Lebenslauf: Ehrenamt nennen oder nicht?

Durch ein Ehrenamt im Lebenslauf zeigst du nicht nur Engagement, sondern auch, dass du viele Soft Skills wie Teamfähigkeit, gute Kommunikation und Empathie erlernt hast.

Wie du ein Ehrenamt für dich vorteilhaft in der Bewerbung nutzen kannst und wann du auf die Nennung verzichten solltest, erfährst du hier.

Inhalt

Definition und Vorteile eines Ehrenamts

Das Ehrenamt wird als freiwillige Übernahme verschiedener Aufgaben – ohne Vergütung definiert. Dabei gibt es viele verschiedene Ehrenämter, die in Kategorien eingeteilt werden können.

Die Kategorien reichen von politischen Interessen bis zu sozialem Engagement. Der Unterschied zwischen den Kategorien liegt im Fokus der Tätigkeit, also wen oder was du mit dem Ehrenamt unterstützt.

Solche Ehrenämter kannst du vor allem in Vereinen oder verschiedenen Verbänden vorfinden. Es gibt zum Beispiel die freiwillige Feuerwehr und studentische Hochschulgruppen, aber auch als Trainer einer Mannschaft übst du ein Ehrenamt aus. Bei politischen Interessen unterstützt du zum Beispiel ehrenamtlich deine Partei. Wie du siehst gibt es viele verschieden Möglichkeiten für dich, bei einem Ehrenamt mitzuwirken.

Beim Ausüben eines Ehrenamts entwickelst du deine Persönlichkeit weiter und übst dich in vielen Soft Skills. Da genau diese Soft Skills bei Bewerbungen gefragt sind, kannst du die Vorteile eines Ehrenamts auch als Vorteil für deine Bewerbung nutzen.

Durch den engen Kontakt zu deinen Mitmenschen beim Ausüben eines Ehrenamts, lernst du den richtigen Umgang mit anderen – Empathie und die richtige Kommunikation sind gefragt. Die meisten Ehrenämter sind an Verantwortung gebunden und es braucht eine gute Portion Konzentration und Durchsetzungsvermögen. Du wirst mit ungewohnten Situationen und Konflikten konfrontiert und lernst mit diesen umzugehen.

Wenn du dich fragst, welche weiteren Soft Skills auf dein Ehrenamt zutreffen, schau doch mal unsere Kategorie Soft Skills durch und überleg dir, welche in deiner Position besonders hilfreich sind.

Es gibt aber auch sensible Themenbereiche, die du in deiner Bewerbung nicht näher ausführen solltest. Welche das sind, klären wir später.

Soziales Engagement im Lebenslauf

Der Begriff soziales Engagement wird gerne mit dem Ehrenamt gleichgesetzt. Dabei stellt soziales Engagement eine Untergruppe dar und wird in Bewerbungen besonders gerne gesehen. Merkmal des sozialen Engagements ist der Fokus auf die Hilfe für die Allgemeinheit.

Menschen, die ein soziales Engagement ausüben setzen sich für einen guten Zweck ein und zeigen Interesse an ihren Mitmenschen. Besondere Eigenschaften, die du durch soziales Engagement entwickeln kannst sind Teamfähigkeit, Empathie und die Übernahme von Verantwortung.

Du kannst im Lebenslauf soziales Engagement unter den Erfahrungen auflisten. Am besten bringst du diese Erfahrung mit der angestrebten Stelle – im Anschreiben – nochmal in Verbindung.

Ein Beispiel für soziales Engagement im Lebenslauf ist die Jugendbetreuung. Zähle kurz und knapp deine Aufgaben auf, zum Beispiel die Planung und Organisation von Events und die Betreuung einer Gruppe mit X Kindern im Alter von X – Y Jahren. Im Anschreiben kannst du dann nochmal genauer auf deine Erfahrungen eingehen und warum diese zur gewünschten Stelle passen:

„In der Zeit als Jugendbetreuer war ich unter anderem für die Planung und Organisation von Events zuständig. Dadurch habe ich nicht nur mein Interesse für Eventplanung entdeckt, sondern konnte bereits erste Erfahrungen sammeln. Dabei habe ich beispielsweise die Organisation von Projekt X übernommen und war somit für Aufgabe Y verantwortlich.“

Ehrenamtliche Tätigkeit im Lebenslauf nennen oder nicht?

Ein Ehrenamt im Lebenslauf kann dir einen klaren Vorteil verschaffen, aber auch überflüssig oder sogar unpassend sein. Überlege dir zuvor, welche Vorteile dein Ehrenamt für die neue Stelle mit sich bringt, aber auch welche Nachteile. Die folgenden 4 Kriterien geben dir einen Anhaltspunkt:

  1. Dauer und Umfang des Aufgabenbereichs

    Grundsätzlich gilt zu beachten, dass du das Ehrenamt längerfristig ausgeübt haben solltest. Dabei geht es nicht um Tätigkeiten, die du einmal im Jahr nebenbei gemacht hast, sondern um einen regelmäßigen aktiven Beitrag. Sonst wird der Personaler denken, dass du es nur für die Bewerbung machst und gut dastehen möchtest.

    Durch das längere Auseinandersetzen mit deinem Aufgabenbereich, hast du die Aufgaben auch besser verinnerlicht und kannst dadurch auch besser für die erlernten Fähigkeiten argumentieren.

    Hast du einen spezifischen Aufgabenbereich übernommen, kannst du deine erlangten Fähigkeiten aussagekräftig belegen. Bei immer wieder wechselnden Aufgaben solltest du eher mit Flexibilität, Vielfältigkeit und Anpassungsfähigkeit argumentieren.

  2. Übereinstimmungen mit der Stelle

    Die meisten Ehrenämter bringen Soft Skills mit sich, die dir gute Vorteile bei der Bewerbung einbringen können. Trotzdem solltest du dir genau überlegen, ob dein Ehrenamt einen Mehrwert für die Stelle darstellt oder nicht. Gerade im Vorstellungsgespräch ist das Ehrenamt ein beliebtes Thema. Selbst wenn es im Anschreiben nicht ganz offensichtlich war, warum du dieses erwähnt hast, solltest du spätestens im Vorstellungsgespräch eine genaue Begründung abliefern können.

  3. Gesellschaftliche Akzeptanz und Interessenkonflikt

    Sowohl Engagement in der Politik als auch in einer Gewerkschaft treffen bei Personalern eher auf Abneigung. Politik ist ein Thema über das hitzig diskutiert werden kann – gehört dein Gegenüber der gegnerischen Partei an, kann ihn das unterbewusst beeinflussen. Auch durch den Interessenkonflikt, der du durch die Arbeit bei einer Gewerkschaft entsteht, erfüllst du nicht unbedingt die besten Voraussetzungen.

    Fokussiere dich, falls du ein solches Ehrenamt im Lebenslauf nennst, auf die erlangten Fähigkeiten und vermeide es deine Position zu verdeutlichen.

  4. Risiken

    Auch wenn es großartig ist, dass du dich für andere einsetzt, sehen es Personaler nicht so gerne, dass du dich einem Risiko aussetzt. Unterstützt du zum Beispiel die freiwillige Feuerwehr, hast du ein hohes Verletzungsrisiko. Für Personaler heißt das: Du könntest plötzlich ausfallen und Ersatz muss her.

    Wäge also ab, wie groß das Risiko deines Ehrenamts ist und ob es mit den Vorteilen aufgewogen werden kann.

Übst du mehrere Ehrenämter aus, solltest du dich auf eins oder maximal zwei im Lebenslauf beschränken. Ansonsten kommt schnell die Frage auf, ob du nicht zu viel Zeit in ehrenamtliche Tätigkeiten investierst und dir dann Motivation für die neue Stelle fehlt. Zugleich wirkst du unentschlossen – du kannst dich nicht für ein Projekt entscheiden: Ist das dann bei deiner Jobauswahl auch so?

Bei der Auswahl, welches Ehrenamt du erwähnst, hat die Nähe zur Stelle einen besonders hohen Stellenwert. Denn ein Ehrenamt, das viele Fähigkeiten erfordert, die auch in deiner Stelle nötig sind, unterstreicht deine Passung und erhöht deine Chancen auf den Job.

Wer im Lebenslauf ein Engagement erwähnt, sollte sich auf Fragen im Vorstellungsgespräch gefasst machen.

Bereite dich vor: Überlege welche Aufgabenbereiche und erlangten Qualifikationen du vorweisen kannst. Auch auf die Frage warum du ein Ehrenamt ausführst, sollte deine Antwort einen guten Grund haben – „Irgendjemand musste es ja machen“ lassen den Personaler an deinen guten Absichten zweifeln und dein Ehrenamt kann dir ganz schnell die Stelle kosten.

Du solltest aber ehrlich bleiben und auch nur Erfahrungen aufzählen, die du wirklich gemacht hast. Keiner erwartet von dir die Rettung der Welt – auch mit kleinen Taten, zeigst du Engagement und Hilfsbereitschaft.

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Veröffentlicht am 12.10.2020, aktualisiert am 13.10.2020

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