KarriereguidePfeil rechts SymbolVorstellungsgespräch

Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch: Marketing in eigener Sache

Die Selbstpräsentation wird in jedem Vorstellungsgespräch verlangt und vermittelt dem Personaler einen ersten Eindruck von dir. Hier hast du die Möglichkeit mit deinen Argumenten zu punkten und darzulegen, warum du der perfekte Kandidat für die Stelle bist.

Mit diesem Artikel kannst du dich optimal auf die Aufforderung „Erzählen Sie etwas über sich“ vorbereiten.

Inhalt

Vorstellungsgespräch Selbstpräsentation: Warum überhaupt notwendig?

Die Selbstpräsentation, oft auch Selbstvorstellung genannt, wird genutzt um dem Unternehmen einen ersten Eindruck vom Bewerber zu vermitteln. Im besten Fall kennt der Personaler bereits deine Bewerbung und deinen Lebenslauf. Deshalb ist es wichtig, dass du nicht einfach nur deinen Lebenslauf chronologisch nacherzählst.

Auch im Job ist Selbstpräsentation gefragt, beispielsweise beim Zusammenarbeiten im Team, in Gehaltsverhandlungen oder bei Präsentationen. Dabei geht es weniger darum, dich selbst vorzustellen, sondern darum deinen Standpunkt vertreten zu können.

Ziel der Selbstpräsentation ist es, innerhalb von 3 bis 5 Minuten den sogenannten Person-Job-Fit zu überprüfen. Der Personaler möchte herausfinden, ob deine Qualifikationen und Fähigkeiten zu den Anforderungen der Stelle passen. Außerdem ermöglicht ihm deine mündliche Präsentation auch potenzielle Widersprüche in deiner Bewerbung zu enttarnen. Den Lebenslauf mit falschen Informationen zu beschönigen, holt dich also spätestens im Vorstellungsgespräch ein und sollte daher vermieden werden.

Ablauf Vorstellungsgespräch: An dieser Stelle kommt die Selbstpräsentation

Das Vorstellungsgespräch folgt normalerweise immer demselben Muster: Um die Atmosphäre zu lockern, wird zunächst mit Smalltalk gestartet. Danach stellen sich beide Parteien vor. Entweder fängt das Unternehmen an oder du wirst gebeten dich zuerst vorzustellen. Im Anschluss daran möchte das Unternehmen mehr über deine Motivation erfahren (die berühmte Frage: „Warum wollen Sie bei uns arbeiten?“). Danach hast du die Möglichkeit eigene Fragen zu stellen – warum du diese Chance unbedingt nutzen solltest, erfährst du hier – und am Ende bekommst du erklärt, wie es nach dem Vorstellungsgespräch weitergeht. Daraus ergeben sich die folgenden 6 Phasen:

Vorstellungsgespräch: Ablauf in 6 Phasen

  1. Smalltalk
  2. Selbstpräsentation
  3. Unternehmensvorstellung
  4. Bewerbungsmotivation
  5. Eigene Fragen
  6. Abschluss und Verabschiedung

Du siehst also, die Selbstpräsentation ist fester Bestandteil in jedem Vorstellungsgespräch. Eingeleitet wird sie typischerweise mit den Worten „Erzählen Sie etwas über sich“.

Was gehört in eine Selbstpräsentation?

Manchmal bekommst du konkrete Vorgaben vom Unternehmen, wie die Selbstpräsentation auszusehen hat. Meistens kannst du deine Vorstellung jedoch selbst frei gestalten (deswegen kannst du diesen Part auch super zu Hause vorbereiten). Wie bereits erwähnt, solltest du nicht einfach nur die Stationen in deinem Lebenslauf aufsagen, sondern innerhalb weniger Sätze auf den Punkt kommen.

Es geht darum – in ungefähr 5 Minuten – diese Punkte darzulegen:

  • Name und Alter
  • Ausbildung und Schwerpunkte
  • Praktische Erfahrungen (Praktika, Werkstudentenstelle, Nebenjob)
  • Auslandserfahrungen (Sprachreise, Auslandssemester)
  • Person-Job-Fit (warum du zur Stelle passt)

Orientierung kann dir auch die 3-Schritte-Formel „Ich bin – ich kann – ich will“ bieten. Wenn du diesen Punkten folgst, hast du die wichtigsten Informationen für deine Selbstpräsentation. Bis auf den Person-Job-Fit sind die Punkte meistens gleich. Dennoch sind nicht alle deine Erfahrungen relevant für die Stelle. Deshalb ist es sinnvoll im Vorfeld drei Schlüsselqualifikationen herauszuarbeiten, mit denen du einen Bezug zum Unternehmen und den Aufgaben herstellen kannst. Zum Muster für die Selbstpräsentation gelangst du hier.

Vorbereitung für die Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch

Obwohl sich der genaue Verlauf von einem Vorstellungsgespräch nie vorhersagen lässt, kann die Selbstpräsentation recht gut geplant werden:

  1. Recherche:

    Im ersten Schritt recherchierst du zunächst die Stellenanzeige. Klar, du hast dich schon mal intensiv mit der Anzeige vor deiner Bewerbung beschäftigt, aber es lohnt sich trotzdem nochmal die erwarteten Qualifikationen und das Aufgabengebiet durchzugehen. Als zusätzliche Quelle können auch Karrierewebseiten und -netzwerke dienen. Dort findest du häufig einen Einblick in die Arbeit des jeweiligen Unternehmens. Notiere dir die Punkte, mit denen du dich identifizieren kannst und dir bei deiner Argumentation im Vorstellungsgespräch helfen könnten.

  2. Lebenslauf:

    Hier „scannst“ du deinen eigenen Lebenslauf: Welche deiner beruflichen Stationen und Erfahrungen passen zu den Punkten, die du dir eben während der Recherche gemerkt hast? In der Stellenbeschreibung ist von Planung und Durchführung von Messen die Rede und du hast im Studium verschiedene Events an der Uni organisiert? Dann kannst du diesen Punkt in deine Argumentation mit aufnehmen.

  3. Roter Faden:

    Eine Argumentation ist nur dann überzeugend, wenn die Argumente logisch strukturiert sind. Genau deshalb ist der rote Faden so wichtig. Überlege dir eine sinnvolle Reihenfolge, in der du deine Argumente dem potenziellen Arbeitgeber präsentieren möchtest. Wenn du eine Qualifikation besonders hervorheben willst, kannst du diese zum Schluss nennen. Damit erhöhst du die Chance, dass die Information deinem Gegenüber besser im Gedächtnis bleibt.

  4. Übung:

    „Übung macht den Meister“ – das gilt auch für die Selbstpräsentation. Versuche diesen Teil des Bewerbungsgesprächs in verschiedenen Situationen zu üben: allein vor dem Spiegel und vor Familie und Freunden. Hilfreich kann es auch sein, die Körperhaltung bewusst zu verändern. Eine aufrechte Haltung wirkt nicht nur professioneller, sondern strahlt auch Selbstbewusstsein aus.

Soll ich das Vorstellungsgespräch absagen, wenn mich das Unternehmen doch nicht mehr interessiert oder zur Übung nutzen?

Bei diesem Thema gibt es unterschiedliche Meinungen. Manchmal wird empfohlen das, Vorstellungsgespräch trotzdem wahrzunehmen, um weitere Erfahrung zu sammeln und sein Netzwerk zu erweitern. Andere sehen solch ein Vorstellungsgespräch als Zeitverschwendung für dich und alle Beteiligten.

Tipp: Wenn du dich über Campusjäger bewirbst, kannst du deine Bewerbung bequem über die Plattform zurückziehen. Weitere Infos zur Bewerbung über Campusjäger.

„Erzählen Sie etwas über sich“: Muster für die gelungene Selbstpräsentation

Die Selbstdarstellung unterscheidet sich von Person zu Person und ist von der Stelle abhängig. Hier ein Beispiel:

„Ich heiße Anna Müller, ich bin 23 Jahre alt und komme aus Stuttgart. An der Ludwig-Maximilians-Universität in München habe ich Betriebswirtschaftslehre studiert und mit dem Bachelor abgeschlossen. In meinem Studium habe ich mich auf Kommunikationswissenschaften spezialisiert und möchte auch in diesem Bereich arbeiten. Praktische Erfahrungen konnte ich bereits während meinem Praktikum und anschließender Werkstudententätigkeit in der Unternehmensberatung XY sammeln. Dort habe ich an mehreren Beratungsprojekten mitgearbeitet und somit unterschiedliche Branchen kennengelernt. Durch ein Auslandssemester in England konnte ich zudem Einblicke in internationale Beratungsprojekte gewinnen. Diese praktischen Erfahrungen in Kombination mit meinem Auslandssemester passen aus meiner Sicht sehr gut zu den Anforderungen der Stelle, da Ihre Firma Beratungsprojekte aus aller Welt betreut.“

Das Muster soll dir lediglich als Inspiration dienen und ist nach dem Prinzip „Ich bin – ich kann – ich will“ aufgebaut, welches wir dir eben vorgestellt haben.

5 Tipps, die du für die Selbstpräsentation mitnehmen kannst

  1. Plane und übe die Vorstellung und achte auf deine Körpersprache.
  2. Ordne deine Argumente in einer logischen Reihenfolge, beispielsweise das stärkste Argument zum Schluss.
  3. Nenne nur relevante Qualifikationen und Fähigkeiten.
  4. Passe die Selbstpräsentation an den Wortschatz des Unternehmens an (beispielsweise für bestimmte Abkürzungen: B2C-Kommunikation statt Endkundenkommunikation).
  5. Für Berufseinsteiger: Fokussiere dich auf dein Studium und die Studieninhalte, wenn du noch nicht so viel Berufserfahrung vorweisen kannst.

In 12 Schritten zur optimalen Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Veröffentlicht am 12.10.2020, aktualisiert am 12.10.2020

Auf der Suche?

Entdecke jetzt 2570 Praktika, Werkstudentenjobs, Berufseinstiege und Abschlussarbeiten bei spannenden Unternehmen.

Beliebteste Artikel