Campusjäger Karriereguide > Studium & Studientipps

Der duale Master: Definition und Stellenangebote

Sophie HilbertMärz 2020

Du willst einen Master dranhängen, weißt aber noch nicht, welches Studienmodell sich für dich am besten eignet? Wir stellen dir hier das Konzept des dualen Masterstudiums vor – vielleicht ist das ja genau dein Ding?

Inhalt

Definition: Was ist ein dualer Master?

Ein duales Masterstudium beschreibt ein duales Studium, das in der Regel auf ein Bachelorstudium aus dem entsprechenden Bereich aufbaut. Es soll dir dazu dienen, dein Wissen zu vertiefen, deine Kompetenzen zu erweitern und dir neue Fähigkeiten anzulegen. Meist hat ein duales Masterstudium eine Regelstudienzeit von 2 Jahren.

Im Prinzip funktioniert der duale Master genauso wie der duale Bachelor – du bewirbst dich gleichzeitig bei einem Unternehmen und einer Hochschule. Das heißt, während des Studiums bist du gleichzeitig Arbeitnehmer und Student. Der Mix aus Theorie und Praxis soll dich optimal auf dein Berufsleben vorbereiten.

Wo du dich bewirbst, wie der Prozess abläuft und du eine Bewerbung fürs duale Studium [inkl. Muster] schreibst, findest du hier.

Duale Masterstudiengänge sind zurzeit aber relativ schwer zu finden – sie werden nur an wenigen Einrichtungen angeboten und sind noch nicht so bekannt. Duale Masterstudiengänge werden bisher vor allem im Bereich der Technik, des Sozialwesens und der Wirtschaft angeboten.

Verschiedene Studienmodelle: dual oder berufsbegleitend?

Du kannst den dualen Master über verschiedene Wege erreichen. Um dir den optimalen Vergleich zu bieten, haben wir dir hier noch den “normalen” berufsbegleitenden Master aufgeführt.

Dualer Master

Während des klassischen dualen Masters hat dein Studium einen konkreten Bezug zu deinem Arbeitsplatz. Das heißt, du kannst das, was du im Studium lernst, auf deine Arbeit übertragen, aber auch den praktischen Teil deiner Arbeit auf die Theorie des Studiums anwenden.

Deine Zeit ist hier meist blockweise aufgeteilt. Beispielsweise studierst du für 3 Monate und arbeitest die nächsten 3 Monate in deinem Unternehmen. Die Verteilung ist hier abhängig vom Unternehmen und von deiner Hochschule.

Berufsbegleitender Master

Beim berufsbegleitenden Master sind dein Studium und dein Arbeitsplatz unabhängig voneinander. Dein Studienfach kannst du dir also unabhängig von deinem Job aussuchen.

Bei diesem Modell erhältst du aber keine Unterstützung von deinem Arbeitgeber – zumindest ist es nicht verpflichtend. Das heißt, für die Finanzierung musst du selbst sorgen. Auch für die Organisation und das Zeitmanagement von Studium und Arbeit zur gleichen Zeit bist du selbst verantwortlich.

Dualer Master berufsbegleitend

Ein Zwischenweg zwischen dem klassischen dualen Master und dem berufsbegleitenden Master bietet dir der berufsbegleitende duale Master.

Hier läuft der Mix zwischen Theorie und Praxis für dich wie im berufsbegleitenden Master: Du arbeitest ganz normal und hast abends und/oder am Wochenende Vorlesungen. Das Besondere an diesem Modell: Dein Arbeitgeber unterstützt dich – er zahlt dir eventuell die Studiengebühren oder gibt dir Extra-Urlaubstage zur Prüfungsvorbereitung. Dein Gehalt verändert sich dadurch aber nicht.

Gemeinsamkeiten

Neben den Unterschieden existieren zwischen den 3 Modellen aber auch viele Gemeinsamkeiten:

  • Es ist sehr zeitintensiv: Du musst Arbeit und Studium unter einen Hut bekommen – das kann dann schon mal Kopfschmerzen bereiten. Eventuell gibt dir dein Arbeitgeber aber auch Bildungsurlaub.
  • Kontakte knüpfen und Netzwerken: Du lernst während der Theoriephasen viele Menschen kennen, die genau wie du gleichzeitig in einem Unternehmen arbeiten. Das bedeutet für dich: Du kannst Kontakte zu anderen Firmen knüpfen, die dir in der Zukunft eventuell helfen können.
  • Du hast keine Semesterferien – während eines dualen Studiums bist du an die Urlaubsregelung deines Arbeitgebers gebunden und hast meist zwischen 25 und 30 Urlaubstage im Jahr.
  • Die Studiengruppen sind sehr klein: Meist beläuft sich die Anzahl an dualen Masterstudenten auf 10 bis 25 Personen pro Studiengruppe.

Bildungsurlaub – was ist das? Unter dem Bildungsurlaub versteht man zusätzliche Urlaubstage, die dir für deine persönliche Weiterbildung zur Verfügung gestellt werden – dabei handelt es sich meist um 5 Tage pro Jahr.

Allerdings gibt es nicht in jedem Bundesland Bildungsurlaub: Befindet sich der Sitz deines Unternehmens in Bayern oder Sachsen musst du auf diese Möglichkeit verzichten. Abgesehen vom Standort ist auch die Unternehmensgröße und die Dauer deines Beschäftigungsverhältnisses von Bedeutung, wenn es in die Verhandlungen über den Bildungsurlaub geht.

Vorteile und Nachteile

Ein duales Masterstudium bringt dir viele Vorteile – allen voran die Berufserfahrung und das Gehalt. Aber wo Sonne ist, da ist auch Schatten – ein duales Masterstudium birgt auch einige Nachteile. Wir haben dir hier die Vorteile und Nachteile eines dualen Masterstudiums aufgelistet.

Vorteile eines dualen Masterstudiums

  • Allem voran steht hier die Berufserfahrung – während eines dualen Masterstudiums sammelst du schon mehrere Jahre Berufserfahrung und kannst beim Berufseinstieg bereits wertvolle Berufserfahrung vorweisen.
  • Dicht gefolgt kommt dann das Gehalt während eines dualen Masterstudiums – dadurch kannst du dir dein Studium meist komplett selbst finanzieren.
  • Die kleine Teilnehmerzahl – deine Studiengruppen belaufen sich meist auf 10 bis 25 Personen pro Gruppe, was die Lernatmosphäre verbessern kann.
  • Nach deinem Abschluss bist du meist für einige Jahre verpflichtet, in dem Unternehmen zu bleiben. Das heißt, du hast einen sicheren Arbeitsplatz für deinen Berufseinstieg.
  • Auch das Unternehmen profitiert von deinem dualen Master: Du wirst optimal auf deine Position im Unternehmen vorbereitet, was deinem Arbeitgeber einen langwierigen Onboarding-Prozess erspart.

Nachteile eines dualen Masterstudiums

  • Der bekannteste Nachteil eines dualen (Master-)Studiums ist die Zeit: Du musst deine Zeit zwischen Arbeit und Studium gut verteilen können – gutes Zeitmanagement und ein Organisationstalent wird hier gefordert, damit du nicht die Nerven verlierst. Sei dir darüber im Klaren, dass du von deiner Freizeit sehr wahrscheinlich weniger hast, als in einem “normalen” Studium.
  • Außerdem hast du keine Semesterferien, denn du bist an die Urlaubsregelung deines Arbeitgebers gebunden – das sind dann meist zwischen 25 und 30 Tagen Urlaub im Jahr. Eventuell bekommst du auch etwas freie Zeit für die Prüfungsvorbereitung.
  • Wie beim dualen Bachelor können außerdem auch dein Arbeitsplatz und deine Hochschule so weit voneinander entfernt sein, dass du vielleicht sogar zwei Wohnsitze brauchst.
  • Der Vorteil des sicheren Arbeitsplatzes nach dem Abschluss, kann sich für dich aber auch zum Nachteil entwickeln: Du bist abhängig von deinem Unternehmen und kannst nach deinem Abschluss erstmal nicht wechseln – auch wenn du dich dort vielleicht nicht so wohlfühlst.

Voraussetzungen

Um einen Master überhaupt machen zu können – egal, ob dual oder nicht – wird ein abgeschlossenes Bachelorstudium vorausgesetzt. Diese Bachelorstudium soll sich in den meisten Fällen auch im gleichen Fachgebiet befunden haben.

Von den Unternehmen werden von Masterstudenten aber auch einige Dinge erwartet – ob während oder auch nach dem Studium: Soft Skills, wie gute Englischkenntnisse oder eine eigenständige Arbeitsweise, werden hier gerne vorausgesetzt. Aber auch Hard Skills, wie gute Kenntnisse in MS-Office, sind beliebt.

Um einen dualen Master machen zu können, brauchst du keinen dualen Bachelor – egal, welches Studienmodell du für deinen Bachelor gewählt hast, solange es abgeschlossen ist, qualifizierst du dich für einen Master.

Aber Achtung: Nicht jeder duale Bachelor qualifiziert dich für ein “normales” Masterstudium an der Uni oder einer Hochschule – oftmals bekommt man beispielsweise zu wenige Credit-Points im dualen Bachelor, wodurch es sein kann, dass du zu wenige Credit-Points für eine Qualifizierung zum Master gesammelt hast.

Gehalt

Während deines dualen Masterstudiums erhältst du – wie beim dualen Bachelor – ein monatliches Gehalt. Im Schnitt kannst du dabei mit 1.000 € bis 2.000 € pro Monat rechnen.

Oft bekommst du – ebenfalls wie beim dualen Bachelor – verschiedene Zusatzleistungen. Beispielsweise kann dir dein Arbeitgeber einen Firmenlaptop geben oder Extra-Urlaubstage in der Prüfungsvorbereitung. Die Zahlung deiner Studiengebühren ist dabei die verbreitetste Zusatzleistung – dazu im Folgenden mehr.

Studiengebühren

In der Regel werden die Studiengebühren während eines dualen Studiums vom Arbeitgeber übernommen – verpflichtend ist das jedoch nicht.

Es kann auch sein, dass dein Arbeitgeber dir einen Teil deiner Studiengebühren erstattet und du sie nicht komplett allein tragen musst.

Deine Studiengebühren bekommst du entweder auf dein Gehalt obendrauf und du zahlst die Studiengebühren dann selbst, oder deine Studiengebühren werden von deinem Arbeitgeber bezahlt und du bekommst dann ein geringeres Gehalt.

Meist ist der Beitrag zu deinen Studiengebühren mit der Verpflichtung verbunden, nach deinem Studium einige Jahre im Unternehmen zu bleiben – das kannst du nun als Vorteil sehen, weil du einen sicheren Arbeitsplatz nach dem Abschluss hast, oder aber du siehst es als Nachteil, weil du nach deinem Abschluss für einige Jahre an das Unternehmen und den Standort gebunden bist.

Abschluss

Nach einem dualen Masterstudium trittst du mit einem akademischen Abschluss in der Tasche aus dem Studium aus. Ein Unterschied zwischen dual und nicht dual – was das Ansehen in der Gesellschaft angeht – wird beim Masterstudium meist nicht gemacht.

Mit einem dualen Masterabschluss hast du den “normalen” Master-Absolventen jedoch einiges Voraus – zumindest, wenn sie während des Studiums kein Praktikum oder Werkstudentenjob gemacht haben: Du hast während des dualen Masterstudiums eine ganze Menge Berufserfahrung gesammelt.

Aber Achtung: Nicht zu verwechseln ist der duale Masterabschluss mit einem Doppelabschluss. Dabei verbringst du deine Studienzeit an unterschiedlichen Unis – meist befindet sich eine davon im Ausland – und bekommst danach zwei verschiedene Masterabschlüsse. Berufserfahrung – wie im dualen Masterstudium – sammelst du hier nicht.
Hier findest du Tipps und Tricks für deinen Berufseinstieg.

Fazit: Duales Masterstudium oder doch an die Uni?

Wie du siehst: Das duale Masterstudium hat viele Vorteile, birgt aber auch einige Nachteile – jetzt kommt es auf dich an: Willst du lieber einen geregelten Tagesablauf und ein monatliches Gehalt oder ist dir der wissenschaftlich-theoretische Teil deines Masterstudiums wichtiger?

Egal, für was du dich entscheidest: Ein Master – ob dual oder an einer Uni – bringt dich weiter. Du lernst neue Dinge, vertiefst dein Wissen und erweiterst deine Soft Skills.

Finde hier dein duales Masterstudium

Auf der Suche?

Entdecke jetzt 2990 Praktika, Werkstudentenjobs, Berufseinstiege und Abschlussarbeiten bei spannenden Unternehmen.

Beliebteste Artikel

Was du zum Vorstellungsgespräch anziehen solltest

Die richtige Kleidung zum Vorstellungsgespräch

So überzeugst du im Vorstellungsgespräch für ein Praktikum

Praktikum: 11 Tipps fürs Vorstellungsgespräch

Alles, was du bei einer Praktikumsbewerbung beachten musst

Die perfekte Bewerbung fürs Praktikum [inkl. Musteranschreiben]

Unsere Umfragen auf einen Blick

Campusjäger Puls-Check

Top vorbereitet auf die schwierigsten Fragen im Vorstellungsgespräch

111 Fragen im Vorstellungsgespräch [Fragenkatalog]

Bist du schon auf die nächste Klausur vorbereitet?

Klausurvorbereitung 48h vor der Prüfung? So geht's

Fakten, Tipps und Tricks für eine gelungene Bewerbung

Die perfekte Bewerbung für dein Praxissemester [2020]

Das Wichtigste zum Thema Krankenversicherung auf den Punkt gebracht

Krankenversicherung für Studenten

Steht dir Mindestlohn zu – oder nicht?

Praktikum und Praxissemester: Wer hat Anspruch auf Mindestlohn?

Voraussetzungen, Fähigkeiten, Aufgaben, Gehalt und Bewerbung

Was macht die Assistenz der Geschäftsführung?

Mach dich schlau über Daniels Campusjäger Erfahrungen

Daniels Jobsuche mit Campusjäger [Erfahrungsbericht]

Tipps, um dir Klarheit zu verschaffen

Studium abbrechen – und dann?

So triffst du die richtige Entscheidung

Unglücklich im Job – Kündigen als letzter Weg

Hobbys, die in deinen Lebenslauf gehören

Hobbys im Lebenslauf – Interessiert das jemanden?

Darauf musst du achten, wenn du in der Probezeit kündigst

Kündigung in der Probezeit – Das ist jetzt wichtig

Auf der Suche?

Entdecke jetzt 2990 Praktika, Werkstudentenjobs, Berufseinstiege und Abschlussarbeiten bei spannenden Unternehmen.