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Rhetorik als Soft Skill – Die Redekunst

Die Kunst der Rede – schon in der Antike haben sich Philosophen über die Rhetorik Gedanken gemacht: Wie überzeugt man seine Zuhörer? Was ist eine gute Rede und wie bringt man Menschen dazu, zuzuhören?

Inhalt

Rhetorik Definition: Was bedeutet Rhetorik?

Der Begriff “Rhetorik” stammt aus dem Altgriechischen und heißt so viel wie Redekunst oder Kunst der Beredsamkeit. Sobald es aber um eine genaue Definition geht, scheiden sich die Geister: Geht es darum, gute Reden zu halten, also Monologe? Oder geht es auch um Gespräche und Verhandlungen?

Aristoteles hat die Rhetorik damals anhand von 3 Säulen definiert:

  • Pathos: Hier geht es um deinen Zuhörer. Wie übermittelst du Emotionen und überzeugst deine(n) Zuhörer? Wie bereit ist er, Emotionen und Überzeugungen anzunehmen?
  • Ethos: Deine eigene Autorität und Glaubwürdigkeit sind gefragt. Glauben dir deine Zuhörer? Wie glaubwürdig bist du und das was du sagst?
  • Logos: Hier zählen die Fakten. Deine Argumente müssen strukturiert sein und durch Fakten belegt werden können.

Aus dem Konzept von Aristoteles geht also hervor, dass die Kunst der Rhetorik darin besteht, eine Botschaft so beeindruckend zu vermitteln, dass der Gesprächspartner oder die Zuhörer von dieser Botschaft beziehungsweise Meinung überzeugt werden. Im besten Falle nehmen die Zuhörer die Meinung an und handeln in Zukunft danach.

Schwarze Rhetorik – Die dunkle Seite der Macht

Wo es gute Seiten gibt, gibt es auch immer mindestens eine schlechte Seite: Rhetorik kann auch dazu genutzt werden, Menschen zu manipulieren. Die Kunst der Überzeugung liegt nur knapp an der Grenze zur Manipulation – wer die Rhetorik beherrscht, hat es auch mit der Manipulation nicht schwer.

Die Kunst des Redens wird hier zur Kunst des Lügens und zur Kunst der Überheblichkeit. Ein sehr bekanntes Beispiel: Du wirst in einem Gespräch unterbrochen. Wenn du darauf nicht reagierst, hast du dich untergeordnet und dein Gegenüber hat den kleinen Machtkampf gewonnen.

Oder: Dir wird ein Angebot unterbreitet und dein Gesprächspartner sagt dazu: “Ich kann dir das aber nur bis heute nachmittag anbieten, da ich um 17 Uhr Feierabend habe.” Du wirst eindeutig unter Druck gesetzt und dein Gesprächspartner zwingt dich dazu, eine baldige Entscheidung zu treffen.

Ein weiteres Beispiel sind Formulierungen, wie “also jetzt mal ganz ehrlich” oder “wenn ich mal offen sprechen darf …” und Formulierungen, die eher schwammig sind, wie “um hier eine Lösung zu finden, müssen wir an die Wurzel des Problems” können in den Bereich der schwarzen Rhetorik fallen – denn dieser Satz trifft eigentlich immer auf irgendetwas zu und ist alles andere, als konkret.

Schwarze Rhetoriker versuchen also, dich durch Überheblichkeit, vorgespieltes Wissen und durch Lügen zu überzeugen.

Wenn dir eine solche Situation über den Weg läuft, hilft es vor allem, das Gesagte zu hinterfragen: “Was meinst du damit genau?” oder “Meiner Meinung nach (...) Was sagst du dazu?”. Da der schwarze Rhetoriker dir meist etwas vorspielt, ist er hiermit entwaffnet.

Wie kannst du Rhetorik lernen?

Rhetorik zu beherrschen, wirkt sich positiv auf dein Selbstbewusstsein aus – wer sich gut ausdrücken kann, verspricht sich seltenerr und wer sich seltener verspricht oder nach Worten sucht, wird ernster genommen.

Die Frage ist also: Wie stellst du das an? Soft Skills lernt man nicht über Nacht – aber wo ein Wille ist, ist eben auch ein Weg.

Um Rhetorik zu lernen, kannst du dich an folgende Punkte halten und in Gesprächen mit Freunden oder Familie ausprobieren:

  • Fange mit dem Einfachsten an: Sprich deutlich und gehe am Ende des Satzes mit der Stimme etwas runter. Das verstärkt deine Aussage und zeigt, dass du dir deiner Sache sicher bist.
  • Vermeide Wörter, wie “vielleicht” oder “eventuell” und versuche, den Konjunktiv wegzulassen. Das erhöht ebenfalls deine Aussagekraft und zeigt, dass du weißt, worüber du sprichst.
  • Um zu wissen, worüber du sprichst, musst du deine Argumente kennen. Informiere dich gut und sortiere deine Argumente nach Priorität. Dein Gegenüber soll sehen, dass dir das Gesagte wichtig ist und du nicht nachgeben wirst.
  • Damit du weißt, wieso du dich durchsetzen willst, überschlage die Konsequenzen, wenn du es nicht schaffen solltest: Was passiert, wenn sich dein Gesprächspartner durchsetzt? Kannst du deinem Gegenüber entgegen kommen? Wie stark würde dich eine Niederlage beeinflussen?
  • Versuche, dich an die Kommunikationsart deiner Zuhörer oder deines Gesprächspartners anzupassen: Wird hier geduzt? Wie höflich ist das Umfeld und welche Themenfelder werden bevorzugt?
  • Wichtig ist auch deine Körpersprache. Stehe gerade und verschließe deine Arme nicht. Dadurch wirkst du offen und sicher. Mit der passenden Gestik und Mimik wirst du in Gesprächen oder Präsentationen Sympathie gewinnen. Denn: Es ist nicht nur wichtig, dass du weißt, was du sagst – dein Gegenüber muss dir auch zuhören wollen und dafür braucht es Sympathie und Interesse.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, deine Rhetorik zu verbessern: Rhetorik Seminare oder Rhetorikkurse bieten dir professionelle Unterstützung – in vielen Fällen wird es dich aber auch etwas kosten.

Kostenlose Hilfe findest du auch auf YouTube: Entweder durch Coaches, die ihr Wissen über Rhetorik mit dir teilen oder durch Videos von bekannten Reden und Rednern. Ein Beispiel: Die Rede “I have a dream” von Martin Luther King.

Auch die “TedTalks” auf YouTube können dir helfen: Professionelle Redner sprechen über ihre Erlebnisse und ihr Wissen – du kannst dir hier also viel abschauen.

Rhetorik in der Bewerbung: Wie du deine rhetorischen Fähigkeiten zeigen kannst

Ob schriftlich oder am Telefon: Wortgewandtheit lässt sich immer zeigen. Schon im Bewerbungsschreiben kannst du deine rhetorischen Fähigkeiten beweisen, indem du herausstichst.

Formulierungen, wie “hiermit bewerbe ich mich auf ihre Stelle als …” sind von gestern. Tipp: Gehe auf das Unternehmen ein und spiele auch gerne mit den Aussagen der Firma. Beispiel: Volksbanken Raiffeisenbanken. Der Werbespruch lautet hier: “Wir machen den Weg frei”. Deine Bewerbung könnte also auffallen, indem der Betreff “Ich mache euch den Weg frei” lautet.

Im Bewerbungsgespräch geht’s dann ans Eingemachte: Die Begrüßung, Fragen beantworten, Fragen stellen und der Abschied – alles Möglichkeiten, dein Können in Sachen Smalltalk und Wortgewandtheit unter Beweis zu stellen.

Argumentiere sachlich und sicher, lasse auch deine Körpersprache sprechen und passe dich dem Kommunikationsverhalten deines Gegenübers an. Vielleicht kannst du ja auch etwas Witz in das Vorstellungsgespräch bringen – Humor ist sympathisch und häufig bleibst du durch einen Lacher zwischendurch besser im Gedächtnis.

Welche Jobs erfordern eine besonders gute Rhetorik?

Rhetorische Fähigkeiten sind immer von Vorteil – bei manchen Jobs mehr, bei anderen Jobs weniger. Wir haben dir hier Jobs zusammengefasst, in denen gute Rhetorik einen entscheidenden Vorteil hat.

Pädagogen. Als Lehrer, Ausbilder oder auch als Kindergärtner spielst du eine langjährige Rolle im Leben deiner Schüler. Daher sollten Pädagogen Vorbilder sein und ihr Wissen weitergeben können – die richtige Wortwahl und Vermittlungsweise sind hier das A & O.

Journalisten. Rhetorik spielt auch schriftlich eine große Rolle. Langgezogene Sätze mit Unmengen an Fachwörtern lassen sich schwer lesen. Du musst das, was du sagen willst gut rüberbringen damit Missverständnisse vermieden werden.

Personaler. Ob Recruiter, Führungs- oder Managerposition oder Angestellter im Personalwesen – die richtige Ausdrucksweise ist hier von größter Bedeutung: Kündigungen aussprechen und Gehaltskürzungen ankündigen – schlechte Nachrichten wollen gut bedacht ausgesprochen werden. Personaler müssen auch Diskussionen führen, Streit schlichten und vermitteln können, um dem Arbeitsklima nicht zu schaden.

Tipps und Tricks für dein Bewerbungsgespräch findest du hier

Veröffentlicht am 09.09.2020, aktualisiert am 10.09.2020

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