Auf der Suche?

Entdecke jetzt 2563 Praktika, Werkstudentenjobs, Berufseinstiege und Abschlussarbeiten bei spannenden Unternehmen.

KarriereguidePfeil rechts SymbolSoft Skills

Körpersprache erkennen und deuten [inkl. Tabelle]

Nonverbale Kommunikation – auch wenn du nicht sprichst, kommunizierst du: Dein Körper, deine Gestik und deine Mimik „sprechen“ – Körpersprache. Wie du diese Sprache lernst und wie du Körpersprache im Bewerbungsgespräch passend einsetzen kannst, lernst du hier.

Inhalt

Definition: Was ist Körpersprache?

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“

– Paul Watzlawick

Nur weil dein Gegenüber nicht redet, heißt das nicht, dass er nicht mit dir spricht. Körpersprache ist nonverbale Kommunikation. Alle deine Bewegungen – ob bewusst oder unbewusst – sind Kommunikation: Vom Lächeln bis hin zur L-Position deiner Füße, ist alles Körpersprache.

Und wie es in der verbalen Welt Dialekte und Akzente gibt, gibt es die auch in der nonverbalen Welt der Kommunikation. Beispielsweise bedeutet der gestreckte Daumen nicht überall, dass du etwas gut findest – in Australien würdest du mit dieser Geste jemanden beleidigen.

Für kulturelle Unterschiede musst du aber nicht unbedingt den Kontinent wechseln: In unserem Nachbarland Frankreich bezeichnest du jemandem durch unser „ok“-Zeichen (die Spitze des Zeigefingers berührt die Spitze des Daumens) als „nutzlos“ oder „null“ – in Russland ist es sogar eine Geste, die Homosexuelle verhöhnt.

Die menschliche Körpersprache ist auch mit der Körpersprache mancher Tierarten vergleichbar. Unsere Gestik und Mimik hat sich zwar über die Jahrtausende verändert und gefestigt, hat aber bis heute animalische Züge. Ein Beispiel: In der Tierwelt ist der Hals die tödlichste Stelle des Körpers – Antilopen werden von Geparden am Hals angegriffen.

Wenn nun eine Frau während eines Gesprächs ihren Hals entblößt, macht sie sich angreifbar. Die Tatsache, dass du ihr dabei gegenüber stehst, zeigt, dass sie dir vertraut und Interesse hat.

Doch es ist meist nicht übertragbar auf beide Geschlechter: Die Körpersprache von Männern und Frauen unterscheidet sich. Wenn ein Mann seine Arme vor der Brust verschränkt, geht er auf Distanz und zeigt gleichzeitig Dominanz. Bei Frauen sieht das anders aus: Verschränken sie ihre Arme, wollen sie sich unbewusst vor etwas schützen. Es ist als Ablehnung zu verstehen.

Wie deutest du Körpersprache?

Körpersprache zu lesen ist eine Kunst – FBI-Agenten studieren sie ein Leben lang.

Buchtipp: „Menschen lesen – Ein FBI-Agent erklärt, wie man Körpersprache entschlüsselt“ von Joe Navarro.

Das wichtigste beim Lesen von Körpersprache: Cluster, Kontext und Veränderungen:

  • Cluster: Kannst du bestimmte Gruppen von Gestik und Mimik erkennen? Führt dein Gegenüber ständig die gleiche Folge von Gesten aus? Bei Clustern geht es darum, nicht nur die einzelnen Körperbewegungen oder Haltungen zu analysieren. Häufig ergibt sich erst aus einer Reihe verschiedener Bewegungen deren Sinn.
  • Veränderungen: Dein Gesprächspartner verschränkt plötzlich die Finger? Sein Gemütszustand hat sich wahrscheinlich negativ verändert. Kleine Änderungen können also viel bedeuten: Behalte deinen Gesprächspartner stets im Auge und achte auf die Kleinigkeiten. Eventuell kannst du durch deine Beobachtung auch herausfinden, weshalb sich der Zustand deines Gesprächspartners gerade verändert hat.
  • Kontext: Nur weil jemand die Arme verschränkt, muss er dir nicht gleich „feindlich“ gesinnt sein – eventuell findet er diese Armposition im Moment einfach bequemer. Auch muss ein Kratzen an der Nase nicht gleich eine Lüge entlarven – es kann auch einfach einfach sein, dass es ihn gejuckt hat : Vielleicht hat es ihn nur gejuckt. Du musst also auch immer andere Gründe für bestimmte Gestiken und Mimiken in Betracht ziehen – das Lesen von Körpersprache ist eine Wissenschaft für sich und ist nicht abschließend erforscht. befindet sich noch immer in der Forschung.

Doch wie beim Sprechen, lässt sich auch ein Teil der Körpersprache kontrollieren. Das bekannteste Beispiel: ein falsches Lächeln. Der Mund lächelt, während sich jedoch keine Fältchen um die Augen bilden – auf die Schnelle ist das häufig nicht erkennbar. Das Gesicht gilt nicht ohne Grund als das unehrlichste Körperteil.

Aber einem Körperteil wird meist wenig Beachtung geschenkt: den Füßen. Sie stellen tatsächlich eines der ehrlichsten vertrauensvollsten Körperteileund dar, wenn es um unbewusste Körpersprache geht. Wenn du dir also unsicher bist, was dein Gegenüber von dir hält, lohnt sich ein Blick auf seine Füße. Zeigen beide Füße zu dir, ist dein Gesprächspartner voll dabei – er ist interessiert und hört zu. Formen seine Füße aber ein L-Form oder zeigen sogar beide Fußspitzen von dir weg, möchte dein Gesprächspartner wahrscheinlich lieber woanders hin und ist vermutlich mit den Gedanken gerade ganz woanders.

Auch deine Kleidung spricht: Ziehst du dich beispielsweise figurbetont an, ist das meist ein Indiz dafür, dass du selbstbewusst bist und auf dein Auftreten achtest. Eine Frisur, die dein Gesicht zum Teil bedeckt, kann dich unsicher wirken lassen.

Auch starr hängende oder hinter dem Rücken verschränkte Arme zeugen von Unsicherheitbei Bedrohungen schränkt der Mensch seine Bewegungen ein. Wird dann auch noch der Hals bedeckt oder dein Gegenüber reibt sich die Hände, kannst du erkennen, dass sich dein Gegenüber zu beruhigen versucht.

Dass der Mensch bei Bedrohungen seine Bewegungen einschränkt, ist aber nicht zu verwechseln mit Ruhe und Sicherheit. Der Sprachcoach Michael Rossié hat seine Beobachtungen in folgendem Zitat zusammengefasst: „Der Leitwolf bewegt sich immer am wenigsten in der Herde.” – doch auch unsichere Menschen bewegen sich kaum. Der entscheidende Unterschied ist die Anspannung: Je angespannter, desto unsicherer.

Nicht nur Anspannung verrät Unsicherheit: Mehrfaches Blinzeln oder das Verstecken der Hände in den Hosen- oder Jackentaschen zeugt von Nervosität.

Auch überkreuzte Beine werden – wie Anspannung – schnell missverstanden: Überkreuzte Beine werden eigentlich als Zeichen von Distanz empfunden. Dein Gegenüber möchte Distanz wahren und verschließt sich dir gegenüber. Aber es kann auch bedeuten, dass er sich sicher fühlt: Überschlagene Beine erschweren das Weglaufen – aus der animalischen Sicht gesehen. Dass dein Gesprächspartner die Beine überschlägt, kann also auch bedeuten, dass er sich in deiner Nähe sicher fühlt. Meist lehnt er sich dann mit dem Oberkörper noch etwas zu dir.

Eines fehlt nun noch: Lügner entlarven. Nicht nur das Kratzen an der Nase oder das Wegschauen können Anzeichen für Lügen sein – auch ein stark übertriebenes oder unsymmetrisches Schulterzucken kann von Unehrlichkeit zeugen. Lügner werden aber meist entlarvt, weil sie von ihrem üblichen Verhaltensmuster abweichen.

Geschürzten Lippen oder Falten auf der Stirn, deuten darauf hin, dass dein Gegenüber dir nicht glaubt, es nicht versteht oder meint es besser zu wissen.

Allgemein lässt sich Folgendes zusammenfassen: Gestik oberhalb der Taille gilt eher als freundlich, während Gestik unterhalb der Taille schnell als provokant aufgefasst werden kann.

Das Deuten von Körpersprache ist nicht einfach. Schnell wird dir etwas vorgespielt oder du sprichst einzelnen Gesten zu viel Bedeutung zu. Um Missverständnisse zu vermeiden, kannst du auch einfach nur auf die negativen Signale achten – meist sind sie ehrlicher als positive Signale. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Dass sich dein Gesprächspartner von dir abwendet, kann beispielsweise auch bedeuten, dass ihn die Sonne sonst blendet oder er eventuell Schmerzen in den Knien hat.

Es ist also stets von größter Bedeutung, dass du dir den Kontext der Gesten und Mimiken bewusst machst.

Körpersprache deuten: Eine Tabelle mit den Fakten

Wir haben dir die Fakten zur Körpersprache noch einmal in einer Tabelle am Beispiel eines Gesprächs zusammengefasst.

Situation Körpersprache
Dein Gesprächspartner ist desinteressiert und hört dir nicht zu Der Körper deines Gesprächspartners ist abgewandt und auch seine Füße zeigen von dir weg oder befinden sich in einer L-Form. Er schaut dir kaum in die Augen, sondern schaut häufig auf den Boden oder in der Gegend herum. Eventuell spielt er mit etwas, was er in den Händen hält oder spielt mit seinen Fingern. Auch können verschränkte Arme auf Desinteresse hindeuten.
Dein Gesprächspartner ist interessiert und hört dir zu Der Körper deines Gesprächspartner ist dir zugewandt und auch seine Fußspitzen zeigen in deine Richtung. Blickkontakt ist vorhanden und die Körperhaltung ist entspannt. Dein Gesprächspartner nickt eventuell ab und an zustimmend und geht auf das Gesagte ein.
Eine Frau spricht mit einem Mann, in den sie verliebt ist Sie lacht viel und bewegt dabei meist den Kopf nach hinten (damit entblößt sie ihren Hals und macht sich angreifbar – sie würde das also nur machen, wenn sie sich wohl fühlt). Sie zwirbelt eventuell ein paar Haarsträhnen zwischen den Fingern – Klischee, aber es stimmt. Es ist auch häufig so, dass sie hin und wieder ihren Gesprächspartner am Arm oder an den Schultern berührt. Ihre Fußspitzen zeigen – wie bei einem interessierten Gesprächspartner – in die Richtung ihres Gegenübers und ihre Körperhaltung ist entspannt. Es kann aber auch sein, dass ihre Körperhaltung angespannt ist und ihr Lachen manchmal etwas „zu laut“ – Nervosität ist hier der Grund. Außerdem ist der Blickkontakt länger, als die allgemeinen 3,3 Sekunden.
Ein Mann spricht mit einer Frau, in die er verliebt ist Sein Körper ist ihr zugewandt und er versucht, Selbstbewusstsein auszustrahlen – eventuell verschränkt er die Arme, um unbewusst seine Stärke zu demonstrieren, oder er steht breitbeinig. Die Körperhaltung ist entspannt – oder vor Nervosität angespannt – und offen. Er schaut sie an und hält meist länger als der allgemeine Durchschnitt Blickkontakt – also länger als 3,3 Sekunden. Seine Fußspitzen zeigen in ihre Richtung und auch hier kann es sein, dass er sie ab und an berührt. Außerdem: In ihrer Gegenwart lacht er häufiger und auch in Gruppengesprächen kann seine Körperhaltung stets ihr zugewandt sein.

Körpersprache: Do’s and Dont’s im Bewerbungsgespräch

Deine Körpersprache ist im Bewerbungsgespräch beinah wichtiger als das Gesagte . Du kannst so viel Tolles über dich erzählen, wie du willst – solange du dem Recruiter dabei nicht in die Augen schaust oder eine verschlossene Haltung einnimmst, wird er dich ziemlich wahrscheinlich nicht einstellen. Die richtige Körpersprache ist gefragt.

Allgemein gilt: Je mehr Raum du einnimmst, desto selbstbewusster wirkst du. Doch ob es im Bewerbungsgespräch von Vorteil ist, sich breitbeinig und mit ausladenden Gesten vorzustellen? Wahrscheinlich nicht.

Selbstbewusstsein auszustrahlen ist erstmal etwas Positives. Eine entspannte aber aufrechte Körperhaltung zeugt von Sicherheit und Selbstbewusstsein.

Selbstbewusstsein auszustrahlen wird erst dann zu etwas Negativem, wenn du es übertreibst: Zu lautes Reden, ausladende Gestik und ein auffallend breiter Stand führen dazu, dass dein Gegenüber unter deinem Auftreten eine Machtdemonstration versteht. Dein Verhalten ist dominierend, was unsympathisch wirkt.

Lässt deine Gestik, Mimik und Sprache auf Nervosität hindeuten, ist das erstmal nicht schlimm – auch Recruiter haben mal in deinen Schuhen gesteckt und etwas Nervosität zeigt, dass dir das Bewerbungsgespräch wichtig ist.

Um Sicherheit und Ruhe auszustrahlen, kannst du dich an folgende Tipps halten:

  • Sprache: Rede deutlich und flüssig. Setzte Sprechpausen an die richtigen Stellen und betone sinnvoll. Wenn der Recruiter spricht und dir beispielsweise etwas über das Unternehmen erzählt, kannst du auch ab und zu kleine zustimmende Bemerkungen machen – so etwas, wie „aha“ oder „mhm“.
  • Körperhaltung: Sitze aufrecht, aber ohne zu verspannen. Dein Körper sollte deinem Gesprächspartner zugewandt sein. Auch solltest du eine offene Körperhaltung einnehmen – verschränke also nicht die Arme und vermeide das Übereinanderschlagen deiner Beine.
  • Gesicht und Mimik: Schaue deinem Gesprächspartner in die Augen. Die optimale Länge eines Blickkontakts liegt bei 3,3 sek. – alles darüber empfinden Menschen als unangenehm. Außerdem: Lächeln nicht vergessen ;)
  • Gestik: Versuche, deine Finger nicht zu verschränken – wir wissen, wie schwer das ist, bei Nervosität nicht mit den Händen zu spielen, doch offene Hände wirken viel sympathischer und einladender als geschlossene Fäuste.
  • Körperkontakt: Im Zweifel vermeiden – zwar gibt es Menschen, die es sympathisch finden, wenn man sie während dem Gespräch ab und zu berührt, doch es gibt eben auch das Gegenteil. Ein zugewandter Oberkörper sollte reichen.

No Go’s gibt es auch: Nuscheln, Flüstern oder zu lautes Sprechen werden negativ aufgefasst. Es zeugt entweder von Unsicherheit oder auch Unehrlichkeit.

Im Bewerbungsgespräch solltest du also die Extreme vermeiden: Strahle Selbstbewusstsein aus – verzichte aber auf dominierendes Verhalten. Du kannst deine Nervosität meist nicht verstecken – vermeide aber beispielsweise das Spielen mit den Fingern.

Es ist also von großer Bedeutung, dass du weißt, wie du auf andere wirkst.

Selbstreflektion kann dir auch dabei helfen, die richtige Körpersprache zu lernen: Übe unsere Tipps vor dem Spiegel oder versuche, sie in Gesprächen mit Freunden und Familie einzusetzen. Du kannst dich auch fotografieren oder filmen, wenn du mit jemandem sprichst oder einen Vortrag hältst. So kannst du deine Körperhaltung, Gestik und Mimik im Nachhinein gründlich analysieren und herausfinden, was du verbessern kannst.

Körpersprache im Bewerbungsgespräch soll vor allem dazu dienen, das Gesagte zu unterstützen. Deine Offenheit, Neugierde und Motivation soll deutlich gemacht werden.

Nicht nur das Bewerbungsgespräch selbst entscheidet über deine Anstellung: Vor und nach dem Vorstellungsgespräch kommt es meist zu etwas Smalltalk. Wie du den meisterst, lernst du hier.

In welchen Jobs ist gute Körpersprache einer der wichtigsten Soft Skills?

Gute Körpersprache ist vor allem in Jobs mit Kundenkontakt wichtig – klar. Aber auch ohne Kundenkontakt gibt es Berufe, die gute Körpersprache erfordern. Wir haben dir hier eine kleine Auswahl zusammengestellt.

Führungspositionen und Managerpositionen: Wer ein eigenes Team leitet, braucht eine gute Schippe Führungskompetenzen. Dazu gehören auch sicheres Auftreten und eine selbstbewusste Ausstrahlung. Führungskräfte sollen Vorbilder sein – und so musst du vertrauenswürdig auftreten und als Ansprechpartner agieren. Deine Mitarbeiter lesen unbewusst deine Körpersprache und wer Dominanz oder Desinteresse ausstrahlt, ist weniger beliebt. Jemand, der zwar Autorität ausstrahlt, aber dennoch Respekt hat, wird beliebter sein.

Pädagogik: Als Pädagoge hältst du im Prinzip jeden Tag kleine Vorträge. Die Körpersprache kann hier entscheidend sein, wenn es darum geht, ob dir deine Schüler zuhören werden.

Personalwesen: Personaler haben fast jeden Tag mit Menschen zu tun. Oft musst du dabei auch die etwas unangenehmen Aufgaben übernehmen – beispielsweise einem Mitarbeiter die Kündigung mitteilen. Die richtige Körpersprache kann dabei über die Zukunft entscheiden: Unterstreicht deine Körpersprache dein Respekt und Mitgefühl, ist die Chance hoch, dass derjenige auch trotz Kündigung weiterhin ein gutes Verhältnis mit deinem Unternehmen pflegen wird.

Beratung: In der Beratung hast du häufig mit Menschen oder Unternehmen zu tun, die Probleme haben – deine Expertise ist gefragt. Die richtige Körpersprache ist hier wichtig, um deine Kunden zu beruhigen und ihnen Hoffnung zu geben. Du musst auch in stressigen Situationen Ruhe und Sicherheit ausstrahlen können und darfst den Überblick nicht verlieren.

Bereit für die Show? Dann ab ins Vorstellungsgespräch.

Hier findest du Tipps und Tricks für dein Bewerbungsgespräch

Veröffentlicht am 22.09.2020, aktualisiert am 29.09.2020

Auf der Suche?

Entdecke jetzt 2563 Praktika, Werkstudentenjobs, Berufseinstiege und Abschlussarbeiten bei spannenden Unternehmen.

Beliebteste Artikel