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Analytisches Denken
Was du dir darunter vorstellen kannst und warum es jeder haben möchte

Auf dem Weg in deinen Traumjob tauchen einige Ansprüche auf, die dein potentieller Arbeitgeber von dir erwartet. Neben Selbstverständlichkeiten wie Zuverlässigkeit, bestimmten fachlichen Qualifikationen und Motivation, geben Arbeitgeber in ihren Stellenanzeigen meistens auch Soft Skills als Voraussetzungen für eine Stelle an.

Deine persönlichen Eigenschaften entscheiden dann bereits im Anschreiben oder spätestens im Bewerbungsgespräch über eine Ab- oder Zusage. In einigen Branchen werden Soft Skills in Assessment Centern gezielt geprüft, die auch mal mehrere Tage dauern können oder über mehrere Termine verteilt sind. Im Mittelpunkt steht für viele Arbeitgeber dabei die Fähigkeit des Bewerbers, analytisch zu denken und dies praktisch umzusetzen.

Inhalt

Was ist analytisches Denken?

Analytisches Denken (auch analytische Fähigkeit oder logisches Denken genannt) ist die Fähigkeit, Probleme zu erkennen und für diese eigenständig Lösungen entwickeln zu können. Hierbei geht es also um Logik – nicht unbedingt um mathematisches Können.

Wird diese Eigenschaft in einer Stellenanzeige gefordert, musst du also keine Angst vor komplizierten Matheaufgaben im Vorstellungsgespräch haben. Deinem zukünftigen Arbeitgeber geht es vielmehr darum, dass du Sachverhalte verstehst, sie in einen Kontext einordnen und Ursache-Wirkungs-Beziehungen aufstellen kannst. Diese Soft Skills sind bei Arbeitgebern sehr geschätzt und werden daher auch in vielerlei Hinsicht geprüft. 

Das Spektrum reicht dabei von komplexen theoretischen Fallbeispielen, die durch analytisches Denken aufgelöst werden sollen, bis hin zu scheinbar aus dem Zusammenhang gerissenen Zwischenfragen.

Oft sind die Fragen zum logischen Denken im Bewerbungsgespräch im Konjunktiv gestellt oder fangen mit W-Fragen (Wie, Was, Woher, Wieso, etc.) an. Sie verlangen nach situativer Reflexion, um korrekt in den Kontext eingebettet zu werden. Beispielhaft sind Fragen wie "Wie würden Sie das Problem XY lösen?", die eine Situation oder ein Problem vorgeben, für das du eine Strategie oder einen Lösungsansatz vorschlagen sollst, um zu einem fundierten und nachvollziehbaren Ergebnis zu kommen.

Solche Fragen zielen auf die Fähigkeit ab, Sachverhalte und Situationen zu erfassen. Diese sollen logisch strukturiert und daraus Lösungsansätze hergeleitet werden. Geprüft wird, ob du Zusammenhänge erkennst, Situationen richtig interpretierst und diese nachvollziehbar darstellen kannst. Diese schrittweise und strukturierte Herangehensweise an Probleme ist unter analytischem Denken zu verstehen.

Ist analytisches Denken gefragt, musst du also Folgendes können:

  • Situationen nachvollziehbar reflektieren
  • Sachverhalte und Problemstellungen kontextuell einordnen
  • Aufgaben und Situationen logisch in einzelne Schritte unterteilen
  • Aufgaben strukturiert angehen
  • Zusammenhänge logisch erfassen und interpretieren, um eine Lösung zu finden.

Wie sich analytisches Denken äußert

Analytisches oder auch logisches Denken äußert sich dabei vor allem auch in der Fähigkeit, einzelne Faktoren in einen übergeordneten Zusammenhang zu stellen. Oft bilden nämlich viele einzelne Schritte in einem Netz aus Wechsel- und Gegenwirkungen, Abhängigkeiten und Bedingungen den Weg zur Lösung. In der Mathematik wird logisches Denken in Form von Zahlen dargestellt. Die Zahlen- und Zeichenabfolgen illustrieren dabei Denkvorgänge, um eine Aufgabe zu lösen. Anders als in der streng an Zahlen orientierten mathematischen Welt, besteht das Ergebnis in vielen anderen Berufen oftmals aus mehr als der Summe aller Teile und es gibt meistens mehrere Wege zum Ziel.

Unverzichtbarer Bestandteil beim analytischen Denken ist auch die Fähigkeit, sich Prozesse und Situationen vorzustellen (Assoziationsfähigkeit). Denn oft werden Probleme von unterschiedlichen Faktoren aus der Umwelt beeinflusst. Diese Einflüsse sind nicht immer offensichtlich. Analytisches Denken basiert zu großen Teilen auch auf deiner Erfahrung. Sie stellt einen Fundus an Erinnerungen und Kenntnissen zur Verfügung, die zu Problemstellungen und Lösungsansätzen hinzugezogen werden können. Dein zukünftiger Arbeitgeber wird demnach auch immer begutachten, was du neben deiner Ausbildung oder deinem Studium gemacht hast, um deinen Horizont zu erweitern oder Erfahrungen zu sammeln.

Selbst fachlich hochqualifizierte Spezialisten mit besten Beurteilungen stoßen schnell an Limits, wenn logisches Denken oder analytisches Denken außerhalb ihres unmittelbaren Wissensfundus stattfindet. Daher lohnt es sich, nicht nur auf gute Noten zu achten, sondern auch auf den Ausbau deiner Soft Skills durch Auslandsaufenthalte oder soziales Engagement. Oft kannst du durch das Wissen über unterschiedliche Perspektiven und deine Erfahrung dadurch den faktisch höher qualifizierten "Fachidioten" ausstechen. Denn gutes analytisches Denken fordert einen offenen und umfassenden Blickwinkel.

In welchen Situationen ist analytisches Denken gefragt?

Tätigkeiten ohne Handlungsspielraum, die wenig Platz für analytisches Denken zulassen, sind einfacher zu erledigen - hier musst du nicht mehr groß logisch Denken. Ein typisches Beispiel für solche Aufgaben sind Routineaufgaben, wie das Toasten von Brot. Doch schon mit jedem Kontakt zu Menschen in deinem alltäglichen Umfeld ist logisches Denken wieder gefragt. Denn im Dialog entsteht die Anforderung, eine Situation schnell zu verstehen und kontextuell richtig einzuordnen, um die gestellten Fragen richtig zu deuten und Lösungsansätze in Form von Antworten zu geben.

Logisches Denken wird im beruflichen Umfeld vor allem von Führungspositionen verlangt, denn die führende Person (das können Projekt- und Teamleiter, Abteilungsleiter, Vorstände, die obersten Chefs oder auch Manager sein) bettet jede Entscheidung in das Gesamtkonzept des Unternehmens ein. Analytisches Denken stellt die Grundlage der strategischen Markt-, Kommunikations-, Personal- und Ressourcenplanung dar. Falls du eine Führungsposition anstrebst, ist es wichtig, dir darüber bewusst zu werden, dass analytisches Denken eine der wichtigsten Fähigkeiten sein wird, über die du verfügen solltest.

Durch logisches Denken entstehen Entscheidungsspielräume, die richtig priorisiert werden müssen. Das ist eine Kernkompetenz, die dir dabei hilft, unter Zeitdruck die Wichtigkeit von Aufgaben richtig abschätzen zu können. Wenn analytisches Denken mit Mängeln behaftet ist, sind Fragestellungen wie "Warum hast du nicht daran gedacht, dass... ?" oder "Warum wurde diese Aufgabe nicht als erstes bearbeitet?" eine typische Konsequenz. Daher lohnt es sich, das Priorisieren zu trainieren und sich bewusst bei jeder Aufgabe zu fragen: "Wieso mache ich das? Und wie wichtig ist diese Aufgabe im Gesamtzusammenhang zu Unternehmens- oder Abteilungszielen?" Auch hier sind Verknüpfungen mit Erfahrungswerten und Begleitumständen unvermeidlich. Denn aus deiner bereits gesammelten Erfahrung heraus kannst du die Relevanz für das Unternehmen abwägen und Prioritäten besser einschätzen. Analytisches Denken heißt also auch immer, dass du den Sinn und den Ertrag für ein bestimmtes Ziel richtig einordnen musst.

Wie du logisches Denken trainieren kannst

Mathe war noch nie deine Stärke und auch sonst bist du eher der spontane impulsive Typ im Erledigen von Aufgaben? Keine Angst, du kannst logisches, strukturiertes und damit analytisches Denken gezielt trainieren und diese Fähigkeit mit regelmäßigen Übungen ausbauen. Hier haben wir dir ein paar Denkaufgaben zusammengestellt. Probiere aus, wie es so mit deinem logischen Denken steht!

Analytisches Denken führt zum Traumjob

Jetzt noch ein letzter Test zum logischen Denken: 

Du bist Student und suchst einen Job. Aber du hast keine Lust ewig zu suchen, weil du noch auf eine Party musst. Dein Geldbeutel sagt, dass du lieber daheim bleiben solltest. Dein Bauchgefühl sagt, dass du was verpasst, wenn du nicht gehst. Was sagt dein Kopf?

 

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