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Probearbeiten – Tipps und Infos rund um den Probetag

Du stehst vor deinem Probearbeitstag und weißt noch nicht so ganz, wie du dich vorbereiten kannst und verhalten sollst? Keine Sorge. Wir haben für dich die wichtigsten Tipps und Tricks zusammengestellt. Auch wie du am besten nach dem Probearbeiten reflektieren kannst, ob das Unternehmen das richtige für dich ist, erfährst du hier. 

Allgemeines zum Probearbeiten

Einige Bewerber sehen eine Einladung zum Probearbeiten kritisch an, da sie Angst haben, ausgenutzt zu werden. Allerdings ist Probearbeiten generell etwas sehr sinnvolles. Beide Seiten können schauen, ob eine Zusammenarbeit passen würde, ob du in das Team passt und ob der Inhalt der Arbeit beziehungsweise die Unternehmenskultur dir liegt. 

Normalerweise dauert ein Probearbeitstag ein paar Stunden (in Ausnahmefällen aber auch zwei bis fünf Tage), in denen du die Kollegen kennenlernst, dir Arbeitsräume und Unternehmen gezeigt werden und du kleinere Aufgaben zu erledigen hast. In diesen Aufgaben sollst du einen Einblick in die Arbeit der jeweiligen Jobausschreibung bekommen.  

Ob ein Probearbeitstag vorgeschlagen wird, kommt auf das Unternehmen an. Nicht jedes Unternehmen macht Probearbeitstage, denk also nicht gleich es ist ein schlechtes Zeichen, wenn du nach einem Vorstellungsgespräch keine Einladung zum Probearbeiten erhältst.      

Viele Leute denken, ein Probearbeitstag wäre nur in den Bereichen der Gastronomie oder Eventbranche verbreitet, das hat sich allerdings geändert. Heutzutage wird der Probearbeitstag in vielen anderen Branchen immer beliebter, so zum Beispiel bei Informatiker- oder sozialen Berufen. Die Probearbeit darf aber nicht mit der Probezeit verwechselt werden, welche meist 3-6 Monate geht.

Dabei handelt es sich schon um ein unterschriebenes Arbeitsverhältnis, das gegebenenfalls auch ordentlich gekündigt werden muss.

Wie vermeidest du es, ausgenutzt zu werden?

Generell ist der Probearbeitstag etwas sehr gutes, aber es gibt auch ein paar Unternehmen, die ihn ausnutzen wollen, um für ein paar Tage unbezahltes Personal zu kriegen. Wegen solchen Ausnahmen sind leider auch einige Bewerber im Allgemeinen misstrauisch gegenüber Probetagen. Allerdings gibt es Möglichkeiten, einzuschätzen ob der Arbeitgeber dich ernsthaft kennenlernen will oder nicht.

Beispielsweise kannst du checken, ob du erst nach dem Vorstellungsgespräch zum Probetag eingeladen wirst. Das wäre nämlich ein Indiz für einen richtigen Probetag. Lädt dich das Unternehmen schon im Vorhinein ein, ist das ein Grund misstrauisch zu werden. Ebenfalls ist es nicht normal, wenn du für mehr als eine Woche zum Probearbeiten gebeten wirst. Denn ein seriöses und echtes Probearbeiten dauert normalerweise nicht so lange (allerhöchstens sieben Tage).  Sollte das Probearbeiten länger gehen, frage nach einem Probearbeitsvertrag. In diesem sollten Angaben zur Bezahlung sowie zur Frist für das Probearbeiten stehen. 

Ein wichtiger Tipp ist, dass du (vorausgesetzt du bist dort gemeldet), die Arbeitsagentur über deine Probearbeit informieren solltest. Dort kann nämlich geschaut werden, ob das jeweilige Unternehmen schon einmal in irgendeiner Form negativ auffällig wurde, da es viele Probearbeiter hatte und anschließend trotzdem niemanden angestellt hat. Darüber hinaus kann die Arbeitsagentur dir normalerweise zum Beispiel das Geld für die Fahrt erstatten.  

Wichtig: Beachte bitte, dass du nicht Probearbeiten solltest, wenn du noch in einem Arbeitsverhältnis stehst. Sollte es sich um ein konkurrierendes Unternehmen handeln, könntest du sonst sogar fristlos gekündigt werden.  

Beim Probearbeiten richtig verhalten

Dein Verhalten am Probearbeitstag ist sehr wichtig, da es hier um den entscheidenden ersten Eindruck geht. Daher haben wir für dich ein paar Tipps zusammengestellt. 

• Dein Arbeitgeber möchte sich von deinen Qualifikationen überzeugen. Entscheidend ist hierfür natürlich vorerst, dass du in deiner Bewerbung nicht geflunkert hast, sondern nur wirkliche Fähigkeiten von dir genannt hast. Demonstriere diese Fähigkeiten beim Probetag, tu dies aber in einem angemessenen Rahmen. Das heißt, zeige was du kannst wenn es gefragt ist, prahle aber nicht unnötig mit deinem Können, das könnte einen eher negativen Eindruck machen.

• Sollte eigentlich klar sein, aber es ist auch sehr wichtig, dass du nicht nur vor deinem Chef einen guten Eindruck machen möchtest. Auch Arbeitskollegen werden oft nach dem Probearbeiten vom Chef gefragt, wie du gearbeitet hast und ob du ins Team passt.

• Wenn du Anregungen oder Tipps von Arbeitskollegen oder dem Chef bekommst, nimm diese an und versuch sie umzusetzen. Alles andere kommt arrogant rüber und demonstriert nicht vorhandene Lern-und Weiterbildungsbereitschaft.

• Versuche das richtige Maß von Bescheidenheit und Selbstbewusstsein zu meistern. Überheblichkeit kann abschreckend wirken, aber auch wenn du ein zu stilles Mäuschen bist.

• Aber ganz wichtig: Verstelle dich nicht. Sei authentisch und so, wie du auch normalerweise arbeiten würdest. Wenn du zum Beispiel viel ruhiger bist als normalerweise, und bei Sachen nicht widersprichst, obwohl du eigentlich dagegen bist, bringt das auch keinem was. Denn dann ist dein Selbstbild verfälscht, und man will ja schließlich herausfinden, ob das Zusammenarbeiten mit den Kollegen und auch sonst allem passt.

• Zeige Motivation und Engagement. Demonstriere so gut es geht in Taten, wie gerne du den Job haben möchtest. Das heißt, sei aufmerksam, biete aktiv deine Hilfe an, frage nach neuen Aufgaben wenn du fertig bist, stelle Fragen und höre aufmerksam zu wenn dir etwas gesagt wird.

• Anregungen und Fragen deinerseits sind immer gerne gesehen. Halte dich nicht zurück, wenn du eine Frage hast oder etwas anregen möchtest. Drücke dich hierbei prägnant formuliert und höflich aus.

• Stelle dich bei deinen Arbeitskollegen vor und versuche, dich ins Team mit einzubringen.

 

No-Go: Am Handy sein.

Exit-Zeichen GrünSchalte dein Handy komplett aus oder auf Flugmodus (während des gesamten Tages). Ansonsten wirkt das extrem desinteressiert und respektlos. Auch lässt es den Personaler schließen, dass du keineswegs fleißig und konzentrationsfähig bist, wenn du noch nicht einmal den Probearbeitstag ohne dein Smartphone aushalten kannst. Sei respektvoll und verschiebe deine Unterhaltungen auf den Feierabend.

Bezahlung beim Probearbeiten

Das Thema Bezahlung des Probearbeitens ist eine Sache, worüber du vermutlich nachdenkst. Schließlich willst du ja nicht Leistung erbringen, die nicht wertgeschätzt wird, denn Zeit ist ja bekanntlich etwas sehr Wichtiges. 

In der Frage nach der Bezahlung ist es zentral, ob du betriebliche Aufgaben übernimmst. Wenn der Tag nur dafür ist, dass du einen Eindruck des Teams oder der Location kriegst, wird das Schnuppertag genannt. Du kriegst hier also keine betrieblichen Arbeiten zugewiesen. In diesem Fall hast du kein Anrecht auf jegliche Bezahlung. Es besteht auch keine Sozialversicherungspflicht und kein Arbeitsverhältnis.

Die Sache ändert sich allerdings, wenn du betriebliche Arbeiten zugewiesen kriegst. Dann hast du das Recht auf eine Bezahlung. Du solltest auch nicht davor zurückschrecken, dich hiernach zu erkundigen. Die Regelung des § 612 BGB besagt nämlich, dass du eine “den Umständen nach angemessene Vergütung” erhalten solltest.

Probearbeiten – Tipps und Checkliste

Es gibt einige Aspekte, auf die die meisten Personaler achten. Das sind zum Beispiel Soft Skills wie Durchsetzungsvermögen, Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke oder Einfühlungsvermögen. Darüber hinaus kommen natürlich Aspekte wie Lernbereitschaft, Auffassungsgabe, Konzentrationsfähigkeit oder Know-How im jeweiligen Fachgebiet hinzu. 

Aber auch du solltest dir vorher überlegen, auf welche Dinge du achten möchtest beziehungsweise welche Aspekte dir an einem neuen Arbeitgeber/Arbeitsplatz wichtig sind. Das kann beispielsweise die Unternehmenskultur und dazugehörige Aspekte wie die Arbeitsatmosphäre, der gegenseitige Umgang oder die Hierarchie-Strukturen sein. Auch auf die Kommunikation zwischen Arbeitskollegen oder andere interne Strukturen könntest du achten. Überleg dir vorher genau, was dir wichtig ist und schreib dir diese Punkte am besten schon mal auf. Wenn du dann fertig bist mit dem Probearbeiten, kannst du jeweils Punkte die dir aufgefallen sind hinter die einzelnen Aspekte schreiben. Lies dir dazu den letzten Abschnitt “Nachbereitung des Probearbeitstages” durch. 

Checkliste: 

• Gibt es Dresscodes? Wenn ja, kümmere dich frühzeitig um passende Kleidung.

• Plane nach dem Ende deines Probearbeitens noch etwas Zeit ein, es könnte sein dass du gefragt wirst, ob du doch noch länger mithelfen kannst oder die Kollegen laden dich beispielsweise auf eine gesellige Runde in eine Bar ein, um dich noch besser kennenzulernen (könnte zum Beispiel in einem Startup passieren, wo alles sehr persönlich ist).

• Verschaffe dir im Vorhinein genug Hintergrundwissen über den Arbeitgeber. Vielleicht wirst du gefragt, weshalb genau du in diesem Unternehmen arbeiten möchtest und da wäre es natürlich ein sehr schlechter Eindruck, wenn du das nicht gut argumentieren könntest. Mit genug Wissen wirkst du motiviert und engagiert.

• Stelle dir am besten ein paar Wecker, damit du auf keinen Fall zu spät kommst. Besser etwas zu früh da sein, um auf Nummer sicher zu gehen. Plane möglichst auch etwas Zeit ein für den Fall, dass du dich verlaufen solltest oder für sonstige Hindernisse wie einen Bahnausfall.

• Achte auf gepflegtes Aussehen. Auch Schuhe putzen oder Oberteil bügeln lohnt sich hier (kommt natürlich auch auf die Art des Unternehmens an, Startups sind da in der Regel lockerer). Mach diese Dinge aber schon im Voraus und nach Möglichkeit nicht erst am Morgen.

• Wenn du arbeitslos gemeldet bist, informiere die Agentur für Arbeit über deinen Probetag. Somit kannst du eventuell zum Beispiel Fahrtkosten erstattet kriegen (bespreche das im Vorhinein mit der Arbeitsagentur) und dein Unfallversicherungsschutz wird aktiviert.  

Nachbereitung des Probearbeitstages 

So wie dein Arbeitgeber überlegt, ob du ins Team und zu dem Unternehmen passen würdest, solltest du dir das ebenso gut überlegen. Dafür ist es sehr hilfreich, dir ein bis zwei Tage nach dem Probetag zu denen im Vorhinein erstellten Kriterien deine Eindrücke aufzuschreiben. Überlege dir auch, ob es noch offene Fragen deinerseits gibt, die du gerne besprechen würdest. Wenn ja, schreibe sie dir für ein Folgegespräch auf. 

Lasse auch spezifisch bezüglich des Arbeitsklimas und dem Umgang der Mitarbeiter untereinander und mit dem Chef Revue passieren. Hast du dich wohl gefühlt? Denkst du, dieses Arbeitsklima passt zu dir?

Wenn du unentschlossen bist, erstelle am Besten eine Pro-Contra-Liste. Auch wenn du glaubst du hast alles im Kopf, kann es nie schaden, die Argumente mal direkt nebeneinander aufgelistet zu sehen. Welche Faktoren haben dir nicht gefallen? Gibt es externe Störfaktoren wie einen zu langen Anfahrtsweg? Oder eben externe positive Faktoren? Kannst du dir vorstellen, dass dir die Inhalte der Arbeit auch auf Dauer Spaß machen? Liegt dir die Unternehmenskultur?

Sei dir aber auch im Klaren darüber, dass die Eindrücke des Probearbeitens zwar wichtig waren, jedoch wenn es zum Beispiel ein kleiner Konflikt zwischen zwei Mitarbeitern gab, heißt das nicht gleich, dass generell ein schlechtes Klima vorherrscht. Jeder kann mal einen schlechten Tag haben oder für ein paar Stunden weniger gut gelaunt sein, auch wenn derjenige sonst vielleicht ein sehr umgänglicher Mensch ist. 

Rückmeldung nach Probearbeiten

Dadurch, dass normalerweise mehrere andere Bewerber auch zum Probearbeiten eingeladen werden, kann es oft etwas dauern, bis du Rückmeldung erhältst. Der Arbeitgeber gibt dir für gewöhnlich eine Frist, nach deren Ablauf du Rückmeldung erwarten kannst. Wenn er dies nicht getan hat, ist es dein gutes Recht nach einer Frist zu fragen, schließlich willst du ja planen können. Wenn diese Frist abgelaufen ist und du immer noch kein Bescheid gekriegt hast, kannst du ruhig auch anrufen oder eine E-Mail schreiben, in der du dich freundlich nach dem Stand der Dinge erkundigst. 

Bewerben leicht gemacht mit Campusjäger

Wenn es bei diesem Job nicht geklappt hat, keine Sorge sondern Kopf hoch. Mit Campusjäger ist das Bewerben auf weitere Jobs nämlich gar kein Problem und kostet dich auch nicht viel Zeit. 

Du musst dich nur einmal kostenlos registrieren, dein Profil ausfüllen und deine Anlagen hochladen. Das Ganze kostet dich nur 5 Minuten und ab dann kannst du dich zurücklehnen, denn den Rest machen wir für dich! Wir suchen dir passende Stellen zu deinem Profil aus und schlagen dir diese aktiv vor. Wenn dir dann davon etwas gut gefällt, musst du deine Motivation nur noch mit 2-3 Sätzen kurz und knackig präsentieren und schon geht die Bewerbung an das Unternehmen raus. Natürlich begleiten wir dich auch die ganze Zeit und überprüfen nochmal deine Unterlagen bevor wir sie weiterleiten. Und auch wenn du Fragen oder Probleme hast, stehen wir dir immer zu Verfügung. So kommst du ganz schnell zu deinem nächsten Probearbeiten. 

Von Studenten für Studenten – Schau am besten mal rein in unsere aktuell freien Jobanzeigen in ganz Deutschland. 

 

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