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Richtig bewerben, Absage vermeiden [9 Tipps]

Je attraktiver ein Job, desto größer die Bewerberzahl. Nicht selten kommen daher auf eine freie Stelle über hundert Bewerber. Das ist auf der einen Seite für die Bewerber schwierig, da sie mit einem steigenden Konkurrenzdruck zu kämpfen haben und unzählige Bewerbungen verschicken müssen, um überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Auf der anderen Seite müssen Personaler einen immer größer werdenden Berg an Bewerbungen lesen, bewerten und aussortieren. Wer hier nicht auf den ersten Blick begeistert, macht höchstens mit dem Papierkorb Bekanntschaft. 

Wie du dich erfolgreich und richtig bewerben kannst, erfährst du hier.

Inhalt

Die richtige Bewerbung für den richtigen Job

Damit du keine Absage kassierst, solltest du dir als erstes das Stellenangebot genau durchlesen und die geforderten Eigenschaften mit deinen Qualifikationen, Stärken und Schwächen abgleichen. Passen sie zusammen? Falls dies nicht zu hundert Prozent der Fall ist, brauchst du aber noch lange nicht die Flinte ins Korn zu werfen. Kaum ein Bewerber bringt alle geforderten Qualifikationen und Persönlichkeitsmerkmale mit, die in der Stellenanzeige gefragt werden. Jedoch solltest du gerade bei den “Muss”-Qualifikationen, wie etwa einem bestimmten Ausbildungsabschluss oder Sprachkenntnissen, ungefähr ins Bild passen. 

Sind außerdem persönliche Merkmale, wie analytisches Denkvermögen und ein guter Umgang mit Zahlen gefordert, solltest du dich als Mathe-Gegner und kreativer Freigeist unbedingt fragen, ob dies wirklich der richtige Job für dich ist.

Ebenso solltest du sicher gehen, dass du die nötige Motivation für die Stelle mitbringst. Denn diese ist vielen Personalern sogar noch wichtiger als die Qualifikationen eines Bewerbers. Je motivierter du also bist, desto größer deine Chancen – und umgekehrt.

4 Fragen zur Vorbereitung

Je größer die Bewerberanzahl, desto weniger Zeit hat ein Personaler für deine Bewerbung. Häufig werden daher zunächst formale Anforderungen, wie die Vollständigkeit der Unterlagen, das Layout und die Rechtschreibung geprüft. Wer sich hier schon grobe Fehler erlaubt, wird rigoros aussortiert, da kann die Abschlussnote noch so gut sein, der Text noch so vor Motivation triefen. Eine fehlerhafte oder unvollständige Bewerbung wird als Zeichen fehlender Motivation gewertet und daher gar nicht erst gelesen. 

Damit das nicht passiert, musst du dir zunächst die Stellenanzeige noch einmal genau anschauen und dir folgende Informationen notieren:

  • Wer wird deine Bewerbung lesen?
    Falls in der Stellenanzeige nicht der Name des Personalers steht, versuche diesen herauszufinden. Es ist wichtig den Namen desjenigen zu kennen, der später deine Bewerbung liest um ihn dann in deinem Anschreiben und, falls vorhanden, in deinem Motivationsschreiben direkt ansprechen zu können.

  • Was für eine Bewerbung ist gefordert?
    Bei einer “vollständigen” Bewerbung werden alle Unterlagen benötigt, bei einer “Kurzbewerbung” dagegen nur ein Anschreiben und der Lebenslauf.

  • Wie soll die Bewerbung eingehen?
    Informiere dich über die gewünschte Bewerbungsform. Möglich wäre in Papierform per Post oder digital per Mail oder über ein eigenes Bewerbungsportal. Wichtig hierbei ist, dass du dich an die gewünschte Form hältst, postalische Bewerbungen werden beispielsweise bei vorhandenem Onlineportal meist nicht angenommen.

  • Wann ist Bewerbungsschluss?
    Halte dich unbedingt an die angegebene Frist und plane bestenfalls mit einigen Tagen Puffer, denn Bewerbungen die nach Ablauf der Frist eintreffen, werden meist nicht berücksichtigt! Vergiss dabei auf keinen Fall, dass bei Bewerbungen über den Postweg nicht der Stempel, sondern der tatsächliche Eingang der Bewerbung zählt – plane hier also am besten einige Tage mehr ein.

Richtige Bewerbung: erst mal Infos rausschreiben

Bewerbung richtig schreiben: Formale Anforderungen

Hast du diese Punkte geklärt kannst du dich an die einzelnen Bestandteile deiner Bewerbungsmappe machen. Folgende Unterlagen gehören hinein:

  • Anschreiben (unterschrieben)
  • Deckblatt
  • Lebenslauf (unterschrieben)
  • Ausbildungszeugnisse (Kopie)
  • Arbeitszeugnisse (Kopie)

Übrigens: Du kannst ein Bewerbungsfoto beifügen, musst es aber nicht. In Deutschland ist es rechtlich nicht erlaubt, eines zu verlangen – schließlich darf das Aussehen bzw. die Herkunft und die religiöse Zugehörigkeit bei der Auswahl keine Rolle spielen!

Wie die einzelnen Bestandteile genau aussehen und was du beachten musst, erfährst du hier. Wichtig ist, dass du die Mappe übersichtlich und ordentlich gestaltest, sodass zum einen die wichtigsten Informationen schnell sichtbar sind und die Bewerbung zum anderen auch optisch ansprechend ist. Wie du das anstellst, hängt stark von dem Job ab, auf den du dich bewirbst. Handelt es sich um eine Tätigkeit bei einer Bank, so solltest du die Bewerbung möglichst seriös, einfach und hochwertig halten. Möchtest du einen kreativen Beruf ergreifen, so darfst du gerne schon bei deiner Bewerbung zeigen, was du drauf hast. Aber Vorsicht: Auch bei kreativen Bewerbungen ist der roter Faden wichtig. Hinter der Bewerbung sollte ein (einzelner) kreativer, lustiger oder schlauer Gedanke stecken, an dem du deine Bewerbung ausrichtest. Denn trotz all der Kreativität sollte sie in sich konsistent sein.

Ist deine Bewerbungsmappe vollständig, fehlerfrei und auch layouttechnisch einwandfrei, so kann es immer noch sein, dass Personaler sie aussortieren, selbst wenn du der letzte lebende Nachfahre Einsteins bist. Warum? Weil die Personaler bei einem großen Bewerberansturm oft nur die ersten paar Sätze des Anschreibens lesen. Schaffst du es nicht, hier schon ihre Neugier auf dich zu wecken, so hast du verloren. 

Richtig bewerben: 9 Tipps für deinen Text

Eine Bewerbung richtig schreiben heißt nicht nur, sie grammatikalisch und rechtschreibtechnisch fehlerfrei zu gestalten – es geht vielmehr darum, dich mit deinen Texten von der Konkurrenz abzuheben und die Personaler für dich zu begeistern. Aber keine Angst, du musst dafür kein geborener Schriftsteller sein. Es reicht wenn du folgende Tipps beherzigst:

  1. Das Wichtigste an den Anfang
    Es kann sein, dass ein Personaler mangels Zeit nur die ersten drei Sätze eines jeden Anschreibens liest. Verzichte also auf eine lange Einleitung und komm gleich auf den Punkt. Was ist das wichtigste Argument, das für dich spricht? Was für einen Vorteil hat der Arbeitgeber, wenn er dich einstellt? Welche Fähigkeit macht dich besonders? Schreibe deine ersten Sätze so, wie den Trailer eines guten Films: Der Personaler soll neugierig gemacht werden und unbedingt wissen wollen, was du ihm noch zu sagen hast. Ziehe diese Taktik am besten bis zum Schluss durch – achte jedoch darauf, es nicht zu übertreiben oder ins Lächerliche zu rutschen.

  2. Zeig, was du kannst
    Stelle, mit Blick auf die geforderten Eigenschaften, deine Fähigkeiten und Qualifikationen heraus, ohne dabei dick aufzutragen oder gar zu lügen. Dies könnte dir und deinem Ruf im späteren Verlauf enorm schaden. Erfüllst du einige Kriterien nicht, dann überzeuge den Personaler, dass das kein Problem darstellt, beispielsweise indem du deine große Motivation und Lernbereitschaft unterstreichst.

    Du musst übrigens nicht jede deiner Fähigkeiten aussprechen, um mit ihr zu überzeugen. Manchmal ist es sogar wirkungsvoller sie nur zwischen den Zeilen zu verstecken, sodass der Personaler von sich aus auf diese aufmerksam wird.

    Ein Beispiel: Du möchtest, dass der Personaler weiß, wie humorvoll und selbstbewusst du bist. Anstatt jedoch zu schreiben

    “Dank meines humorvollen und selbstbewussten Auftretens, fällt es mir leicht, mit Kunden ins Gespräch zu kommen und diese von neuen Produkten zu überzeugen.”

    könntest du mit Hilfe deines Textes dafür sorgen, dass der Personaler das schon von sich aus denkt, ohne dass du ihn vorher darauf hingewiesen hast. Du könntest dann beispielsweise schreiben:

    “Mir ist zu Ohren gekommen, dass Sie schon seit längerem auf der Suche nach einem qualifizierten Vertriebsmitarbeiter für den Staubsauger-Bereich sind. Ich habe diesbezüglich eine gute Nachricht für Sie: Ihre Suche ist hiermit beendet.”

    Auch hier gilt jedoch: Der Text muss zum Arbeitgeber und der Unternehmenstonalität passen. Handelt es sich um ein besonders konservatives Unternehmen, so solltest du auch deine Sprache seriös und konservativ halten. Bewirbst du dich allerdings für einen kreativen Job oder ist der gewünschte Arbeitgeber sehr modern und locker, so wird eine kreative Bewerbung nicht nur gern gesehen, sondern oft sogar erwünscht.

  3. Nicht den Lebenslauf rezitieren
    In deinem Anschreiben solltest du nicht einfach nur deinen Lebenslauf runterbeten – den fügst du ja schließlich sowieso an. Schreibe in deinem Text daher lieber Dinge, die deinen Unterlagen nicht zu entnehmen sind, wie etwa den Grund deiner Bewerbung beziehungsweise was dich an der Stelle motiviert.

  4. Motivation zeigen
    Personalern ist besonders deine Motivation und Begeisterung für den Job wichtig, schließlich suchen sie ja Mitarbeiter, die das Unternehmen weiterbringen und bestenfalls eigene Ideen beisteuern. Wenn du mit deinem Anschreiben oder auch in deinem zusätzlichen Motivationsschreiben deine Begeisterung zum Ausdruck bringst, kannst du dich selbst von besser qualifizierten Kandidaten abheben. Denn was du noch nicht beherrschst, kannst und willst du noch lernen. Das macht dich um einiges wertvoller, als ein Bewerber, der die Stelle nur des Geldes wegen möchte und keine Anstalten zeigt sich irgendwie einbringen oder verbessern zu wollen.

    Am besten wirst du dir zunächst bewusst, was dir an der gebotenen Stelle gefällt und was dich daran besonders motiviert. Inwiefern bringt sie dich auf deinem Berufsweg weiter? Kannst du eventuell Tätigkeiten ausüben, die für dich mehr Spaß, als Arbeit sind? Siehst du die Chance deine Kenntnisse auf einen ganz neuen Bereich auszuweiten?

    Zeige die dir entstehenden Vorteile in deinem Text auf und vergiss nicht, diese mit den Wünschen des Unternehmens zu verbinden. Überzeuge den Personaler davon, dass du und das Unternehmen gemeinsame beziehungsweise ergänzende Ziele verfolgt und ihr diese gemeinsam erreichen könnt.

  5. Mühe geben
    Wie auch bei der Partnersuche kommt es nicht gut an, wenn dein Gegenüber das Gefühl hat, einer von vielen zu sein. Falls du dich auf mehrere Stellen gleichzeitig bewirbst, solltest du daher nicht jedes Mal den gleichen Text verwenden, sondern für jedes Unternehmen eine individuelle Bewerbung kreieren. Der jeweilige Personaler muss das Gefühl bekommen, dass du unbedingt bei genau diesem Unternehmen arbeiten möchtest und du dir daher besonders viel Mühe gegeben hast.

  6. Nicht lästern
    Dein letzter Chef war ein Idiot? Er hat dich ausgenutzt und ungerecht behandelt? Wenn du deine vorherige Stelle aus solchen Gründen gekündigt hast, ist das verständlich. Jedoch solltest du das nicht in deine Bewerbung schreiben, denn das zeugt von einem schlechten Charakter und birgt die Gefahr, dass du auch über den neuen Arbeitgeber schlecht reden könntest.

    Genauso solltest du dich auch nicht über deine Kollegen beschweren, selbst wenn sie dich ausgegrenzt oder sogar gemobbt haben. So etwas ist schrecklich, jedoch könntest du damit den Eindruck erwecken, dass du nicht teamfähig bist. Der Personaler war schließlich nicht dabei und kann nicht einschätzen, ob du nicht sogar der Schuldige an Streitereien am Arbeitsplatz warst.

  7. Keine Floskeln
    Verzichte auf Standardsätze wie “Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige auf … gelesen“ oder “Hiermit bewerbe ich mich für die Stelle als…”.

    Wer solche Floskeln verwendet droht zum einen den Personaler zu Tode zu langweilen, was verständlicherweise gar nicht gerne gesehen wird. Zum anderen erscheint ein solcher Kandidat unmotiviert und ideenlos.

  8. Keine Konjunktive
    Vermeide nach Möglichkeit Formulierungen im Konjunktiv, da diese Unsicherheit und Unentschlossenheit suggerieren. Einige Beispiele:

    “...daher würde ich mich gerne auf diese Stelle bewerben.”

    Würde? Du tust es doch!

    “...weswegen ich mich gut in Ihr Team einbringen könnte.”

    Könnte? Es ist also nicht sicher, ob du das tust?

    Bei deiner Bewerbung solltest du dich stets selbstbewusst (nicht zu verwechseln mit arrogant!) präsentieren, schließlich weißt du, was du kannst und möchtest dich nicht unter Wert verkaufen. Konjunktive dagegen geben dem Personaler das Gefühl, dass du an deiner Person zweifelst – und wenn du schon nicht an dich glaubst, wie sollte es dann ein Personaler?

  9. Keine Schachtelsätze
    Zu guter letzt solltest du darauf achten, dass du möglichst keine Schachtelsätze verwendest. Deine Bewerbung soll sich schließlich leicht und angenehm lesen lassen. Wenn der Personaler jeden Satz dreimal lesen muss, um ihn zu verstehen, verliert er die Lust und hört im schlimmsten Fall sogar mittendrin auf.

Zusatztipp
Wenn du dich per Mail bewirbst und dir einen kleinen Pluspunkt verdienen möchtest, dann fasse alle Dateien (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, etc.) in einer PDF-Datei zusammen, statt sie einzeln anzufügen. So schaffst du zusätzliche Übersichtlichkeit und sparst dem Personaler einiges an Zeit. Er wird es dir danken!

Mit der richtigen Bewerbung ist alles möglich

Schluss mit den Absagen!

Wenn du dich an die oben genannten Punkte hältst, kann bei deiner nächsten Bewerbung (fast) nichts mehr schief gehen. Sei selbstbewusst, ehrlich und gib dein Bestes, dann ist es auch gar nicht so schlimm, wenn du dich hier und da noch verbessern musst. Wichtig ist nur, dass du nicht über das Ziel hinausschießt, also nicht ins Lächerliche oder Arrogante abrutschst.

Wenn dir das Schreiben jedoch überhaupt nicht liegt oder du einfach keine Zeit und Lust hast, dich ewig mit Bewerbungen zu befassen, dann brauchst du noch lange nicht zu verzweifeln. Bei Campusjäger kannst du dich im Handumdrehen auf hunderte Jobs bewerben – du musst dir nur eine Stelle aussuchen, die dir gefällt, wir übernehmen den Rest. Kostenlos und ohne Werbung, versteht sich.  

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