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Lücken im Lebenslauf: Erklären und begründen [inkl. Formulierungen]

Oft haben wir das Gefühl, dass unser Lebenslauf perfekt sein muss: Direkt nach der Schule wird das Studium begonnen und dann geht es in die Festanstellung. Doch es können auch Lücken entstehen. Vielleicht hast du das Studienfach gewechselt oder du warst längere Zeit krank. Und schon ist der Lebenslauf nicht mehr so lückenlos wie davor. Wie du damit umgehen kannst und die Zeit im Lebenslauf erläuterst, erfährst du in diesem Artikel.

Inhalt

Definition und Beispiele: Was sind Lücken im Lebenslauf?

Lücken im Lebenslauf sind längere Zeitabschnitte, die nicht erklärt werden und in denen keiner Beschäftigung (Aus- oder Weiterbildung, Arbeit) nachgegangen wird. Eine einheitliche Definition, ab wann eine Lücke als zu groß gilt, gibt es nicht.

Eine 1-monatige Lücke ist nicht unbedingt problematisch. Spätestens aber nach 2 Monaten ist eine Erklärung im Lebenslauf sinnvoll.

Die Gründe für eine Lücke können vielfältig sein. Beispiele sind:

  • Studienfachwechsel
  • Stellenwechsel
  • Arbeitslosigkeit
  • Reisen, Sabbatical
  • Eigene Krankheit oder Pflege eines kranken Familienangehörigen

Sind Lücken im Lebenslauf überhaupt noch ein Problem?

Bewerber machen sich viele Gedanken um eine Lücke im Lebenslauf. Was wird der Personaler denken? Sinken damit automatisch meine Chancen auf ein Vorstellungsgespräch, weil ich direkt aussortiert werde? Soll ich die Situation direkt ansprechen oder lieber vertuschen?

Vielleicht hast du dir diese oder ähnliche Fragen auch schon mal gestellt. Schließlich gab es jahrelang die Vorstellung, dass man direkt nach der Ausbildung oder dem Studium im Unternehmen in Festanstellung einsteigt und dort bis zur Rente bleibt. Doch heutzutage ist die Arbeitswelt im Wandel. Befristete Arbeitsverträge, mehrere Arbeitgeberwechsel und berufliche Um- und Neuorientierungen sind keine Seltenheit mehr.

Dadurch können natürlich auch Lücken entstehen. Manche Personaler sehen solche Lücken als Zeichen für fehlende Motivation oder Durchhaltevermögen. Andere wiederum haben damit kein Problem, so lange die Zeit sinnvoll begründet werden kann. Grundsätzlich lässt sich also nicht pauschal sagen, wie schlimm eine Lücke im Lebenslauf ist. Vor allem kommt es aber auf die Art des Unternehmens an. Konservative Firmen haben eher ein Problem damit als junge Startups.

Ehrlich währt am längsten: Warum lügen der falsche Ansatz ist

Um die Lücken zu erklären solltest du auf jeden Fall bei der Wahrheit bleiben. Mal abgesehen davon, dass Lügen keine gute Basis für ein Arbeitsverhältnis sind, fliegen sie meistens früher oder später auf. Und das kann richtig unangenehm für dich werden.

Wenn im Nachhinein rauskommt, dass du Tätigkeiten erfunden oder bei der Beschäftigungsdauer geschummelt hast, schadet das deinem Ruf. Und das nicht nur kurzfristig, sondern vielleicht auch bei zukünftigen Bewerbungen. Schließlich kann es immer passieren, dass sich Personaler von verschiedenen Unternehmen über Bewerber austauschen.

Und selbst wenn du mit einer Lüge zunächst durchkommst, sind Falschangaben im Lebenslauf auch nachträglich ein Kündigungsgrund. Daher gilt: Immer bei der Wahrheit bleiben und Lücken sinnvoll erklären. Wie das geht, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Lücken im Lebenslauf füllen (mit beispielhaften Formulierungen)

Lücken sollten mit glaubwürdigen Fakten gefüllt werden. Dazu zählt auch eine ehrliche und überzeugende Erklärung.

Vermeiden solltest du:

  • Jahresangaben anstelle von Monatsangaben: Ein typisches Indiz dafür, dass Bewerber Lücken kaschieren wollen. Durch die fehlende Monatsangabe ist die Lücke nicht direkt ersichtlich, was Personaler aber dann erst recht misstrauisch macht.
  • Qualifikationsprofil anstelle eines antichronologischen Lebenslaufs: Wenn Qualifikationen aufgeführt werden ohne diese zeitlich einzuordnen, lässt das ebenfalls auf Lücken schließen.

Personaler kennen diese Tricks und decken sie in der Regel auch schnell auf. Oft reicht ein kurzer Blick in die Arbeitszeugnisse oder ein Anruf beim vorherigen Arbeitgeber, um die Zeitangaben zu überprüfen. Im folgenden findest du Formulierungen für typische Gründe.

Studienfachwechsel

Du hast vor kurzem ein Studium angefangen und stellst fest, dass die Richtung doch nicht zu dir passt. Das ist völlig legitim. Mittlerweile sind Studienabbrüche keine Seltenheit mehr. In deinem Lebenslauf kannst du erklären, was du in der Zwischenzeit gemacht hast und warum du dich umentschieden hast.

Beispielformulierung im Lebenslauf:

09/2019 – 02/2020: BWL-Studium, Wechsel nach einem Semester, um Studiengang zu ändern

Lücke im Lebenslauf nach Studium

Der Berufseinstieg nach dem Studium verläuft nicht immer geradlinig. So kann es passieren, dass man schon mal mehrere Monate vergeblich auf Jobsuche ist. Die wenige Berufserfahrung und Referenzen, die man als Berufsanfänger mitbringt, tragen auch dazu bei. Es ist auch vollkommen verständlich, dass du nicht mit irgendeinem Job starten willst und deshalb eventuell länger auf der Suche bist. Überbrücken lässt sich die Wartezeit am besten mit Praktika oder Weiterbildungen, die zu deiner beruflichen Zukunft passen. So zeigst du, dass du engagiert und motiviert an deinen Zielen arbeitest.

Beispielformulierung im Lebenslauf:

09/2019 – 02/2020: arbeitssuchend

Corona-Lücke im Lebenslauf

Die Corona-Pandemie erschwert die Arbeitsplatzsuche: Einstellungsstopp und Kurzarbeit stehen bei vielen Unternehmen an der Tagesordnung. Da nicht abschätzbar ist, wie sich der Arbeitsmarkt in naher Zukunft entwickeln wird, sind Personaler vorsichtig mit Neueinstellungen. Daher musst du auch nicht glauben, dass du persönlich versagt hast, wenn der Übergang in die Festanstellung nicht so schnell zu schaffen ist. Auch hier gilt: Nutze Auszeiten richtig, um dich weiterzubilden, zum Beispiel durch Onlinekurse. Weitere Tipps, wie du die Zwischenzeit während Corona gut nutzen kannst, haben wir dir hier zusammengestellt.

Krankheit im Lebenslauf

Wenn du selbst eine schwere Krankheit überwunden hast oder einen kranken Familienangehörigen gepflegt hast, kannst du das auch in deinem Lebenslauf nennen. Aus Gründen der Privatsphäre muss die Art der Krankheit nicht genannt werden. Dennoch kann es aber sinnvoll sein den Zeitraum der Krankheit einzugrenzen und hinzuzufügen, dass du wieder vollständig gesund bist. So zeigst du dem potenziellen Arbeitgeber, dass du 100-prozentig einsatzfähig bist und er keine Sorgen haben braucht, dass du kurz nach der Einstellung wieder krank bist. Obwohl die Pflege eines Angehörigen eine lobenswerte Tätigkeit ist, sinken die Berufschancen, wenn die Pflegezeit über einen sehr langen Zeitraum geht. Daher kann es hilfreich sein sich auch in dieser „Lücke“ trotz der stressigen Situation weiterzubilden.

Beispielformulierung im Lebenslauf:

09/2019 – 02/2020: Krankheitsbedingte Auszeit mit Reha, vollständige Genesung

09/2019 – 02/2020: Berufliche Auszeit zur Pflege eines nahen Angehörigen

Auszeit im Lebenslauf

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten ein Sabbatjahr sinnvoll zu nutzen. Mehrmonatige Auszeiten sollten im Lebenslauf unter dem Punkt „Auslandsaufenthalte“ erwähnt werden. Erfahrungen, die deinen Lebenslauf bereichern, wie zum Beispiel soziales Engagement oder Sprachkenntnisse, kannst du mit Bescheinigungen belegen.

Beispielformulierung im Lebenslauf:

09/2019 – 02/2020: Sabbatical: Backpacking durch Australien, Arbeiten auf Pferdefarm, Aufbau von Sprachkenntnissen

Arbeitslosigkeit im Lebenslauf

Natürlich stellt sich jeder Personaler die Frage nach dem Grund der Arbeitslosigkeit. Deswegen bringt es auch nichts das Thema unter den Tisch zu kehren. Es kommt immer auf die Art und Weise an, wie damit umgegangen wird. Allein das Wort „arbeitssuchend“ anstatt „arbeitslos“ macht einen großen Unterschied. Erwähne auch in deinem Lebenslauf was du in der Zwischenzeit unternommen hast, um eine neue Beschäftigung zu finden. Das zeugt von Eigeninitiative und Zielstrebigkeit.

Beispielformulierung im Lebenslauf:

09/2019 – 02/2020: Berufliche Neuorientierung, arbeitssuchend

Kündigung

Bei der Kündigung kann unterschieden werden zwischen unverschuldeter und selbst verschuldeter Kündigung. Stellenabbau, die Schließung der Abteilung oder eine Unternehmenskrise liegen außerhalb der eigenen Macht und können direkt im Lebenslauf genannt werden. Vor allem ist eine unverschuldete Kündigung glaubwürdig, wenn deine Berufstätigkeit nach längerem Zeitraum beendet wurde. Wenn die Kündigung selbst verschuldet ist, solltest du dir das auch eingestehen und nicht versuchen die Schuld auf andere zu weisen. Wie bei der Arbeitslosigkeit auch, ist hier der Begriff „arbeitssuchend“ besser und die Lücke kannst du auch dort platzieren, wo sie weniger auffällt, beispielsweise auf der zweiten Seite.

Beispielformulierung im Lebenslauf:

09/2019 – 02/2020: Berufliche Neuorientierung, arbeitssuchend

Tipp: Mit deinem Profil bei Campusjäger kannst du Auszeiten und ehrenamtliches Engagement ganz einfach und übersichtlich eintragen. Einmal geändert, ist dein Lebenslauf direkt für alle Bewerbungen auf dem aktuellen Stand. Klicke hierfür auf das Feld „Lebenslauf“ unter deinem Namen. Im Punkt „Engagement“ kannst du deine Auszeit erläutern.

Lücke im Vorstellungsgespräch erklären

„Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf?“ – Spätestens im Vorstellungsgespräch wirst du mit aller Wahrscheinlichkeit auf deine Lücke angesprochen. Darüber brauchst du dir aber nicht den Kopf zerbrechen, denn wenn der Personaler damit ein größeres Problem hätte, wärst du wahrscheinlich nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden.

Vielmehr ermöglicht dir die Frage nochmals deinen Standpunkt zu verdeutlichen. Was hast du während der Lücke genau gemacht und warum hast du die Zeit sinnvoll überbrückt? Um mehr Sicherheit zu bekommen, kannst du dir auch verschiedene Formulierungen im Vorhinein überlegen und die Situation mit Freunden üben.

Veröffentlicht am 15.07.2020, aktualisiert am 21.08.2020

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