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Sabbatjahr: sinnvolle Auszeit oder Zeitverschwendung?

Gerade erst ins Berufsleben eingestiegen und schon wieder an eine Auszeit denken? Junge Menschen stoßen oft auf Unverständnis und geraten in Erklärungsnot, wenn sie sich für ein Sabbatjahr entscheiden – das sie sich in den Augen vieler doch noch gar nicht verdient haben. Fakt ist: Du allein entscheidest, wann es an der Zeit für eine Pause ist und du allein bestimmst, wie du diese gestaltest. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Möglichkeiten, ein Sabbatjahr sinnvoll zu nutzen.

Eine Auszeit – unzählige Möglichkeiten

Für die meisten steht schon zu Beginn des Sabbatjahres fest, dass es sich hierbei um eine einmalige und einzigartige Erfahrung handeln wird. Dementsprechend bewusst wird geplant und organisiert, was das Zeug hält. Aber ebenso groß ist allerdings auch die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen und das Sabbatjahr „zu vergeuden“.

Wenn du dich für eine Auszeit vom Job entscheidest – denn nicht mehr und nicht weniger ist das Sabbatjahr am Anfang – hat du eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Daher solltest du dir erstmal eine gute und umfassende Übersicht verschaffen, um Ideen für dein Sabbatjahr zu sammeln und es vor allem gut zu planen.

Die Reise deines Lebens

Die wohl bekannteste und auch beliebteste Gestaltung eines Sabbatjahrs, das auch Sabbatical genannt wird, ist das Reisen durch die Welt beziehungsweise ein längerer Auslandsaufenthalt. Eine solche Erfahrung ist natürlich überaus prägend und kann sich auch positiv auf deine weitere berufliche Karriere auswirken. Auf Reisen lernst du nicht nur fremde Kulturen, sondern auch fremde Sprachen kennen. Beides klingt wie Musik in den Ohren vieler großer Unternehmen, die auch international tätig sind.

Um maximal von deiner (Welt-)Reise zu profitieren, solltest du natürlich keinen Pauschalurlaub im ägyptischen Wasserrutschen-Ressort buchen. Es kommt darauf an, die Länder, ihre Menschen und Kulturen wirklich kennenzulernen – und zwar abseits der üblichen Touristenpfade.

Wenn du dein Sabbatjahr zum Reisen nutzt, wirst du weiterhin in den Genuss dieser Vorteile kommen:

  • Du lernst, dich selbstständig zu organisieren
  • Du lernst, dich in völlig neuen Situationen und Umfeldern zurechtzufinden
  • Du lernst dich selbst (und deine Reisebegleitung) noch viel besser kennen
  • Du lernst, Entscheidungen zu treffen
  • Du kannst ein internationales Netzwerk aufbauen bzw. dein bestehendes erweitern
  • Du kannst an deiner Art zu kommunizieren feilen
  • Du kannst Berufserfahrungen im Ausland sammeln

Pluspunkte fürs Karma-Konto dank sozialem Engagement

Viele junge, aber auch ältere Menschen entscheiden sich dazu, ihr Sabbatjahr zu nutzen, um sich sozial zu engagieren. Egal ob Ehrenamt hier in Deutschland oder Entwicklungshilfe im Ausland – die Möglichkeiten sind vielfältig. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Sie dienen einem wirklich guten Zweck und können allein deswegen schon als „sinnvoll“ eingestuft werden.

Wenn du dich für ein soziales Sabbatjahr entscheidest, ist es das beste, du recherchierst vorher, welche Optionen dir zur Verfügung stehen. Hierbei kannst du schon einmal grob eingrenzen, welche Bereiche und Tätigkeiten für dich in Frage kommen und was eher nichts für dich ist. Es ist extrem wichtig, dass du dich wohl dabei fühlst und nichts machst, was du eigentlich gar nicht machen willst. Ein Sabbatjahr ist letztendlich immer da, um deine persönlichen Wünsche zu erfüllen und Bedürfnisse zu befriedigen. Es bringt recht wenig, wenn du dich selbst zu etwas verdonnerst, was gar nicht in deinem Sinne ist.

Mit Blick auf deine Karriere profitierst du folgendermaßen von einem sozialen Sabbatjahr:

  • Du kannst das soziale Engagement als wichtigen Punkt im Lebenslauf erwähnen
  • Du machst dich bei späteren Bewerbungen interessanter
  • Du hast immer ein spannendes Gesprächsthema für Smalltalk und Netzwerk-Veranstaltungen
  • Du sammelst Erfahrungen in teils völlig fremden Bereichen und erweiterst deinen Horizont
  • Du bildest neue Interessenfelder aus
  • Du qualifizierst dich (unter Umständen) für einen Quereinstieg

Zeit für die Familie

Du denkst darüber nach, eine Familie zu gründen oder hast zuhause vielleicht einen Angehörigen, der intensive Pflege braucht? Auch in diesen (natürlich sehr unterschiedlichen) Fällen kann ein Sabbatjahr sinnvoll sein. Die Pause vom Job bietet dir genügend Zeit, die du intensiv und ganz bewusst mit deinen Liebsten verbringen kannst. Immer mehr Menschen nutzen das Sabbatjahr beispielsweise als Verlängerung der Elternzeit, damit sie die ersten Lebensjahre ihres Kindes ohne Abstriche und Einschränkungen verfolgen können. Andere nehmen die berufliche Auszeit zusätzlich zum Anlass, um ganz in Ruhe eine Hochzeit zu planen oder den Traum vom eigenen Haus zu erfüllen. Du siehst: Die Möglichkeiten sind wirklich weitaus vielfältiger als im ersten Moment gedacht.

Welche Vorteile du aus einer familiären Auszeit für deinen beruflichen Werdegang ziehen kannst? Diese hier zum Beispiel:

  • Du baust die Spannungen zwischen Job und Familie aktiv ab
  • Du kannst dich in Ruhe auf Kinder, Hochzeit etc. konzentrieren, ohne dass der Beruf darunter leidet
  • Du erweiterst deinen Erfahrungsschatz
  • Du pflegst soziale Kontakte, die sonst unter dem Beruflichen leiden
  • Du kannst dich auf dich und dein direktes Umfeld konzentrieren und dadurch herausfinden, was dir wirklich wichtig im Leben ist

Es kommt ganz allein auf dich an!

Reisen, Familienzeit, soziales Engagement… diese und weitere Optionen zeigen klar, dass es nicht „das eine Sabbatjahr“, sondern viele verschiedene Formen und Ausprägungen deiner Auszeit vom Job gibt. Sich für eine davon zu entscheiden, kann ganz schön schwer sein. Was also tun?

In erster Linie solltest du auf dein Herz hören und versuchen, herauszufinden, wofür es am meisten schlägt. Wer sein Sabbatjahr sinnvoll nutzen will, muss immer den eigenen Wünschen und Bedürfnissen Aufmerksamkeit schenken. Es geht nicht darum, dass du etwas tust, was andere von dir erwarten.

 

Weiterhin sollte auch immer das bewusste Handeln klar im Fokus deiner beruflichen Auszeit stehen. Unser aller Leben ist geprägt von Hektik und Stress. Wenn du diese Faktoren auch in dein Sabbatjahr einziehen lässt, wirst du garantiert keine Erholung und Entspannung erfahren. Besser: Lass dich voll und ganz auf diesen prägenden Lebensabschnitt ein und begegne ihm mit bewusster Achtsamkeit. Soll heißen: Lebe im Hier und Jetzt und denke nicht heute schon wieder an morgen. Du wirst schnell merken, wie dieser Lebenswandel einiges in dir und um dich herum verändern wird.

 

 

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