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Kündigung in der Probezeit – Das ist jetzt wichtig
Darauf musst du achten, wenn du in der Probezeit kündigst

Endlich ist es so weit: Der erste Tag deines neuen – vielleicht sogar ersten – Jobs. Neuer Chef, neue Kollegen und neue Aufgaben warten auf dich. Aber irgendwie kommst du nicht so richtig rein. Auch das Gespräch mit deinem Vorgesetzten hat nichts gebracht. Und aus Freude wird Frustration – bis du schließlich keinen anderen Weg mehr siehst als noch in der Probezeit zu kündigen. Was du jetzt beachten musst, erfährst du in diesem Artikel.

Inhalt

Was ist eigentlich die Probezeit?

Die Probezeit macht meist die ersten paar Monate eines Arbeitsverhältnisses aus. Es geht darum, dass du und dein Arbeitgeber euch kennenlernt und seht, ob ihr miteinander arbeiten könnt.

Der wesentliche Unterschied zum restlichen Arbeitsverhältnis ist die verkürzte Kündigungsfrist. Bis auf wenige Ausnahmen muss diese in der Probezeit nämlich mindestens zwei Wochen betragen, kann aber auch individuell verlängert werden. Nach der Probezeit beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist vier Wochen. Außerdem muss eine Kündigung während der Probezeit weder von dir noch vom Arbeitgeber begründet werden.

Die Probezeit ist optional, das heißt sie muss nicht vereinbart werden. Das ist zwar eher selten, aber es gibt keine gesetzliche Verpflichtung dazu. In diesem Fall beträgt die Kündigungsfrist ab deinem ersten Tag vier Wochen.

Wird auf die Probezeit verzichtet, wird das oft mit der Wartefrist des Kündigungsschutzgesetzes vermischt. Viele Arbeitnehmer gehen daher davon aus, dass sie sofort Kündigungsschutz genießen, wenn keine Probezeit vereinbart wurde. Das ist leider falsch. Der Kündigungsschutz greift unabhängig von der Probezeit erst, wenn du sechs Monate im Unternehmen beschäftigt bist.

Die Dauer der Probezeit ist gesetzlich auf maximal sechs Monate begrenzt. Sie kann aber genauso gut einen oder drei Monate lang sein – oder gar nicht vereinbart werden (wobei das eher selten ist). Die Regelung über die Dauer der Probezeit findest du in deinem Arbeitsvertrag.

Meistens wird sie vom Arbeitgeber voll ausgereizt, sie kann sich aber auch an der komplexität des Jobs orientieren. Dabei gilt meist: Je leichter die Aufgaben sind, desto kürzer die Probezeit. Bei besonders komplexen Aufgabenbereichen gibt es umgekehrt Ausnahmen, in denen die Probezeit die sechs Monate übersteigt.

Selbst kündigen in der Probezeit

Gerade angefangen und schon willst du den Job hinwerfen? Kann passieren. Die Probezeit ist ja auch dafür da, dass du schaust, ob alles passt und mögliche Gründe für die Kündigung gibt es viele. Wenn du es tatsächlich in Erwägung ziehst, sollten sie aber gut sein.

Denn erstmal ausgesprochen, kannst du die Kündigung nicht einfach wieder ungeschehen machen. Und du musst deine Entscheidung natürlich auch beim nächsten Arbeitgeber begründen können – das geht mit guten Gründen leichter.

Mobbing

Mobbing ist inakzeptabel, immer und überall. Leider ist Mobbing am Arbeitsplatz keine Seltenheit und die Täter haben es oft auf die Neuen abgesehen. Das musst du dir nicht gefallen lassen.

Du kannst versuchen, die Sache in einem offenen Gespräch zu klären. Für die langfristige Arbeitsatmosphäre wäre das die beste Lösung. Bringt dich das aber nicht weiter, kannst du weitere Möglichkeiten ergreifen. Diese reichen von einer einfachen Beschwerde beim Arbeitgeber bis hin zur Strafanzeige – je nach Schweregrad des Mobbings.

Hilft alles nichts, ist das letzte Mittel der Wahl die Kündigung. In der Probezeit musst du zwar keine Gründe angeben, aber Mobbing rechtfertigt in vielen Fällen auch eine außerordentliche Kündigung. Statt noch zwei Wochen in dem Saftladen zu sitzen, kannst du im besten Fall von einem Tag auf den anderen einfach raus da.

Mann mit Schild "Help" – Mobbing am Arbeitsplatz

Krankheit

Besonders dann, wenn deine Gesundheit unter den Arbeitsbedingungen leidet, ziehst du es zu Recht in Erwägung, zu kündigen. Mobbing und Stress können schnell zu physischen und psychischen Erkrankungen führen. Wichtig ist, dass du auf deinen Körper hörst und mögliche Warnzeichen früh erkennst, um dem Ganzen auf den Grund gehen zu können.

Unerfüllte Erwartungen

Irgendwie hast du dir das alles anders vorgestellt. Im Vorstellungsgespräch klangen die Aufgaben spannender, der Chef war lockerer und die Kollegen waren anfangs auch noch netter. Jetzt sitzt du jeden Tag allein vorm Computer und machst ständig das Gleiche.

Willkommen im Arbeitsalltag! Das geht jetzt noch 40 Jahre so weiter.

Nein, natürlich nicht. Du solltest dich in deinem Job auf jeden Fall wohlfühlen. Die Probezeit ist auch dafür gedacht, den Job und das Umfeld kennenzulernen. Häng dich aber nicht an Kleinigkeiten auf – jeder Job hat auch seine schlechten Seiten, mit denen du klarkommen musst. Merkst du aber, dass der Job nichts für dich ist und auch die Gespräche mit dem Chef und den Kollegen nichts gebracht haben, solltest du dir überlegen, ob du woanders besser aufgehoben bist.

Wie kündige ich in der Probezeit richtig?

Einfach so verschwinden kannst du natürlich nicht. Du musst dich schon an ein paar Regelungen halten. Außerdem willst du dich um einen möglichst fairen und respektvollen Abgang bemühen. Die Welt ist klein und wer weiß, wann du mal wieder mit deinem alten Chef oder früheren Kollegen zu tun haben wirst. Daher solltest du dich bemühen, dass die Kündigung möglichst unkompliziert abläuft:

Achte auf die Kündigungsfrist

Dein Vorteil: Die Probezeit ist dazu gedacht, einander kennenzulernen und falls es nicht passt, das Arbeitsverhältnis schnell und problemlos auflösen zu können. In der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist bei einer ordentlichen Kündigung daher in der Regel zwei Wochen und kann zu jedem beliebigen Tag erfolgen. Sie kann aber auch individuell vereinbart werden und länger als zwei Wochen sein. Daher solltest du nochmal in deinen Arbeitsvertrag schauen, um sicherzugehen, wann du kündigen musst. Die verkürzte Kündigungsfrist gilt für die gesamte Dauer der Probezeit, das heißt du kannst auch am letzten Tag mit der verkürzten Frist kündigen.

Übrigens: Wurde gar keine Probezeit vereinbart, gilt von Anfang an die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder Ende eines Kalendermonats beziehungsweise die im Arbeitsvertrag festgelegte Frist.

Die Kündigungsfrist gilt nur für ordentliche Kündigungen. Außerordentliche Kündigungen sind im Normalfall von einem auf den anderen Tag gültig, müssen aber einen wichtigen Grund haben (§ 626 BGB) und werden im Einzelfall auch geprüft. Mögliche Gründe sind zum Beispiel:

  • dir wurde dein Gehalt wiederholt nicht (pünktlich) gezahlt
  • du wurdest sexuell belästigt
  • dir wurde Gewalt angedroht
  • Arbeitsschutz ist für deinen Chef ein Fremdwort

Das Kündigungsschreiben

Damit die Kündigung wirksam ist, muss sie schriftlich erfolgen und darf keine Formfehler enthalten. Im Internet gibt es glücklicherweise zahlreiche Vorlagen, an denen du dich orientieren kannst. Das darf auf keinen Fall im Kündigungsschreiben fehlen:

  • Angaben zu deinem Arbeitgeber
  • Angaben zu dir
  • Ort und Datum
  • ein eindeutiger Betreff
  • Datum, wann der Arbeitsvertrag geschlossen wurde
  • die Kündigungsfrist
  • der Kündigungstermin
  • deine Unterschrift

Begründen musst du deine Kündigung in der Probezeit nicht, daher musst du das auch nicht im Kündigungsschreiben erklären. Die Gründe für deine Kündigung werden deinen Arbeitgeber aber sicherlich interessieren (sofern sie nicht offensichtlich sind) und gegebenenfalls ist es auch fair, offen darüber zu sprechen.

Aufhebungsvertrag

Mit einem Aufhebungsvertrag kannst du die Kündigungsfrist umgehen, ohne dass du einen wichtigen Grund brauchst. Stattdessen benötigst du die Unterschrift deines Chefs, denn ein Aufhebungsvertrag muss einvernehmlich sein. Daher wird dem meist auch ein Gespräch vorausgehen, in dem die verschiedenen Alternativen besprochen werden.

Tasse mit Aufschrift – Zeit für einen neuen Job

So geht’s weiter

Hast du ordentlich gekündigt, wirst du noch die Kündigungsfrist über zur Arbeit gehen müssen. Die Zeit kannst du eventuell überbrücken oder verkürzen, indem du deinen Resturlaub nimmst. Du hast in der Probezeit Anspruch auf Urlaub – für jeden vollen Monat ein Zwölftel deines Jahresurlaubs. Kann er dir nicht gestattet werden, muss er zumindest ausbezahlt werden.

Auch wenn die Situation unangenehm sein kann, solltest du dich um einen respektvollen Abgang bemühen. Hast du gekündigt, weil der Job nichts für dich ist, nimmt dir das niemand übel. Aber du solltest dann auch dazu stehen. Damit sorgst du dafür, dass ihr im Guten auseinandergeht. Liegen hingegen schwerwiegende Gründe vor, ist es natürlich dein gutes Recht, den weiteren Kontakt so weit es geht zu minimieren.

Wichtig ist, dass du dich nicht entmutigen lässt. Ein Fehlgriff bedeutet nicht, dass es im nächsten Job wieder so läuft. Stattdessen weißt du jetzt, worauf du achten musst. Damit du deinen Traumjob noch schneller findest, unterstützen wir dich. Schau dich einfach mal in unseren Stellenangeboten um. Und falls noch nichts Passendes dabei ist, sag uns wonach du suchst – wir geben dir dann Bescheid, sobald wir einen Job für dich gefunden haben.

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