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Bildungsurlaub: Was ist das und wie funktioniert es?

Unsere Arbeitswelt verändert sich heutzutage ständig. Es gibt immer wieder neue Technologien, Methoden und Aufgabenbereiche, die du als Arbeitnehmer verstehen und beherrschen musst. 

Du kannst durch Bildungsurlaub eine ganze Woche pro Jahr nutzen, dich weiterzubilden und an dir zu arbeiten, um mit den neuen Entwicklungen mitzuhalten. Du musst dabei auch nicht unbedingt fachliche Kompetenzen weiterentwickeln, sondern du kannst die Zeit nutzen, um an deinen Soft Skills zu arbeiten und beispielsweise dein Stressmanagement zu verbessern.

Wir erklären dir, was genau Bildungsurlaub bedeutet und wie du ihn beantragen kannst. 

Inhalt

Was ist Bildungsurlaub?

Erstmal vorab: Bildungsurlaub wird auch Bildungszeit, Bildungsfreistellung oder Arbeitnehmerweiterbildung genannt.

Es ist ja auch kein Urlaub, wie du ihn kennst. Also geht es nicht darum, Cocktails zu schlürfen und den ganzen Tag in der Sonne zu liegen. Der Bildungsurlaub ist dazu da, dich weiterzubilden. 

In fast jedem Bundesland in Deutschland besteht für Arbeitnehmer ein gesetzlicher Anspruch auf diese Art der Weiterbildung. Und zwar hast du in der Regel 5 Tage pro Jahr Extraurlaub, den du dafür nutzen kannst, Seminare oder Kurse zu besuchen.

Wer hat Anspruch und wie viel steht dir zu?

Als Schüler, Student, Hausfrau/-mann oder Rentner hast du natürlich keinen Anspruch auf Bildungsurlaub. Die Voraussetzung ist, dass du Arbeitnehmer bist. Angestellte und eingeschränkt auch Azubis und Beamte haben die Möglichkeit, die Weiterbildung zu beantragen. 

Azubis haben oft nur die Möglichkeit, Bildungsurlaub im Bereich der politischen Weiterbildung zu nehmen und Beamte werden in einigen Bundesländern ganz vom Bildungsurlaub ausgeschlossen. Denn für Beamten gibt es meistens eigene Weiterbildungsprogramme.

In der Regel werden 5 Tage pro Jahr bezahlter Urlaub von deinem Arbeitgeber für die Weiterbildung genehmigt. Das richtet sich allerdings nach deinem Bundesland.  

Regelungen in den Bundesländern

Es existiert kein Bundesgesetz zum Bildungsurlaub, deshalb haben die Bundesländer selbst dazu Gesetze erlassen. Die einzigen zwei Bundesländer, die noch kein Gesetz zum Bildungsurlaub haben, sind Bayern und Sachsen.

Jedes Bundesland hat also eigene Regelungen. Du fragst dich jetzt, ob du Bildungsurlaub beantragen kannst, wie lange der sein darf und was genau du machen kannst? Überprüfe dazu die Regelungen des Bundeslandes, in dem du arbeitest:

Bundesland

Betriebs- zugehörigkeit

Dauer

Was wird anerkannt?

Baden-Württemberg

12 Monate

5 Tage im Jahr

Berufliche Weiterbildung, politische Bildung, Qualifizierung zur Wahrnehmung eines Ehrenamts

Bayern

Berlin

6 Monate

10 Tage in 2 Jahren

Berufliche Weiterbildung, politische Bildung, bei Auszubildenden nur politische Bildung

Brandenburg

6 Monate

10 Tage in 2 Jahren

Berufliche, politische, kulturelle Weiterbildung

Bremen

6 Monate

10 Tage in 2 Jahren

Berufliche, politische, allgemeine Weiterbildung, auch Schulungen für das Ehrenamt

Hamburg

6 Monate

10 Tage in 2 Jahren

Berufliche Weiterbildung, politische Bildung, Qualifizierung zur Wahrnehmung eines Ehrenamts

Hessen

6 Monate

5 Tage im Jahr

Berufliche Weiterbildung, politische Bildung, Qualifizierung zur Wahrnehmung eines Ehrenamts, bei Auszubildenden nur politische Bildung

Mecklenburg-Vorpommern

6 Monate

5 Tage pro Jahr

Berufliche, politische Weiterbildung, Qualifizierung zur Wahrnehmung eines Ehrenamts, für Auszubildende nur politische Weiterbildung und Weiterbildung zur Ausübung eines Ehrenamtes

Niedersachsen

6 Monate

5 Tage im Jahr

Allgemeine, politische, kulturelle, berufliche Bildung

Nordrhein-Westfalen

6 Monate

5 Tage im Jahr/ 10 Tage in 2 Jahren

Berufliche, politische Weiterbildung, für Auszubildende nur politische Weiterbildung

Rheinland-Pfalz

6 Monate

10 Tage in 2 jahren

Berufliche, gesellschaftspolitische Weiterbildung, für Auszubildende nur gesellschaftspolitische Weiterbildung

Saarland

12 Monate

6 Tage im Jahr

Berufliche, politische Weiterbildung, Qualifizierung zur Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit

Sachsen

Sachsen-Anhalt

6 Monate

5 Tage im Jahr/ 10 Tage in 2 Jahren

Berufsspezifische Weiterbildung

Schleswig-Holstein

6 Monate

5 Tage im Jahr

Allgemeine, politische, berufliche Weiterbildung

Thüringen

6 Monate

5 Tage im Jahr

Gesellschaftspolitische, arbeitsweltbezogene, ehrenamtsbezogene Bildung

Was zählt zum Bildungsurlaub?

Während Azubis meistens nur politische Weiterbildungen genehmigt bekommen, sieht das für Arbeitnehmer anders aus: Du kannst frei entscheiden, in welchem Bereich du dich weiterbilden willst. 

Ob du an deiner persönlichen Weiterentwicklung arbeiten möchtest oder ob du lieber an fachlichen Fortbildungen teilnimmst, grundsätzlich ist alles erlaubt. Der einzige Haken: Du musst überprüfen, ob in dem Bundesland, in dem du arbeitest, dieser Bildungsurlaub anerkannt ist. Und das kann sich – wie auch die Dauer des “Urlaubs”– in jedem Bundesland unterscheiden.

Ob du am Strand deine Sprachkenntnisse erweitern, in einer Großstadt an Workshops teilnehmen oder dich an einem ruhigen Ort von der Arbeit erholen und deine Energie auftanken möchtest: Über Datenbanken kannst du Kurse suchen und dort meisten direkt nach Bundesland filtern. So weißt du gleich, was in deinem Bundesland möglich ist.

Je nachdem wo du arbeitest, gibt es unzählige Möglichkeiten, was du in deinem Bildungsurlaub machen kannst. Es gibt zwar viele Kurse für EDV, aber eben nicht nur. Hier sind ein paar Ideen für dich:

  • Sprachreisen
  • Politik
  • Stressmanagement
  • Kommunikation
  • Yoga
  • EDV
  • Rhetorik

Weitere Angebote findest du bei Bildungsurlauber.de (sogar eine Ausbildung zum Delfincoach gibt es auf der Webseite).

Bildungsurlaub: Wer zahlt?

Wenn dein Arbeitgeber den Bildungsurlaub genehmigt, dann zahlt er in der Zeit, in der du dich fortbildest, dein Gehalt weiter. Genau so, als würdest du einfach ein paar extra Urlaubstage haben. Was im Endeffekt ja auch so ist. Aber du nutzt diese freien Tage nicht nur dazu, zu entspannen, sondern an dir zu arbeiten.

Alles was du für deinen Bildungsurlaub brauchst, musst du selbst zahlen: Dazu gehören Lehrmittel, Übernachtungen, Reisekosten sowie Kursgebühren.

Je nachdem was für einen Bildungsurlaub du anstrebst, kannst du deinen Arbeitgeber fragen, ob er sich an den Kursgebühren beteiligt oder diese sogar ganz übernimmt. Dazu muss der Kurs aber meistens direkt etwas mit deiner Arbeit in dem Unternehmen zu tun haben. 

Beispielsweise ein Sprachkurs oder ein Seminar über bestimmte Programme, die du bei deiner Arbeit nutzt. Denn davon hat auch dein Arbeitgeber etwas: Nach einer Fortbildung kannst du bessere Arbeit leisten, indem du schneller deine Aufgaben abarbeitest oder mehr Verantwortung übernehmen kannst.

Wie du Bildungsurlaub beantragst

Im Grunde funktioniert es so ähnlich, wie du deinen Urlaub sonst auch beantragst: Urlaubsantrag einreichen, warten auf Genehmigung, Urlaub genießen. Nur musst du für den Bildungsurlaub noch ein paar extra Schritte machen. Im Folgenden haben wir dir beschrieben, wie du vorgehen musst:

Hast du Anspruch?

Zuerst überprüfst du, ob du überhaupt Anspruch auf Bildungsurlaub hast. Wenn das der Fall ist, dann ist auch noch wichtig, wie lange der Bildungsurlaub sein darf. 

Finde deinen Kurs

Überlege dir, für was genau du Zeit investieren möchtest. Möchtest du eine Sprache erlernen oder verbessern? Willst du an deiner Persönlichkeit arbeiten? Hättest du gerne mehr fachliche Kompetenz? Wünscht du dir eine politische Bildung?

Sobald du weißt, in welchem Bereich du dich bilden möchtest, kannst du auf die Suche nach dem passenden Kurs gehen. Hier sind ein paar Stellen, wo du fündig werden kannst:

  • Datenbanken im Internet
  • Bundesland-spezifische Seiten mit Kursangeboten
  • Volkshochschulen

Veranstalter und Arbeitgeber informieren

Frag beim Veranstalter nach, wenn du dir nicht sicher bist, ob er den Kurs oder das Seminar auch als Bildungsurlaub anerkennt und dir dafür eine Bescheinigung ausstellen kann. 

Suche dir einen passenden Zeitraum für den Bildungsurlaub aus und informiere deinen Vorgesetzten über deinen Wunsch: Lege deinem Arbeitgeber das Angebot des Veranstalters und deinen ausgesuchten Termin vor. 

Denk dran, dass du frühzeitig bei deinem Arbeitgeber den Bildungsurlaub beantragst, denn auch er muss planen und Urlaubstage von verschiedenen Mitarbeitern koordinieren.

Buchung und Bescheinigung

Dein Arbeitgeber prüft die Unterlagen. Nachdem er dem Bildungsurlaub zugestimmt hat, kannst du dich für die Weiterbildung anmelden. Aber damit ist es noch nicht entschieden.

Anschließend bekommst du alle Unterlagen mit denen du offiziell den Bildungsurlaub bei deinem Arbeitgeber beantragen kannst.

Nachdem der Urlaubsantrag bewilligt wurde, kannst du deinen Bildungsurlaub ohne weitere Bedenken antreten.

Nach Beendigungdes Kurses bekommst du vom Veranstalter noch eine Bescheinigung, die du bei deinem Arbeitgeber einreichen musst.

Keine Genehmigung vom Arbeitgeber?

Dein Arbeitgeber ist nicht gezwungen, dem Bildungsurlaub zuzustimmen. Allerdings darf er auch nicht ohne Grund einfach ablehnen. 

Wenn er dem Antrag auf Bildungsurlaub nicht zustimmt, muss ein nachvollziehbarer Grund nachgewiesen werden.

Ablehnungsgründe, die berechtigt wären:

  • Der Antrag wurde nicht formgerecht eingereicht. Achte also dringend darauf, frühzeitig den Bildungsurlaub zu beantragen und dabei alle wichtigen Unterlagen einzureichen.
  • Der Bildungsurlaub wird von dem Bundesland in dem du arbeitest nicht anerkannt. Überprüfe deshalb, ob der Kurs anerkannt wird und frag lieber nochmal direkt beim Veranstalter nach. 
  • Betriebliche Gründe als Hindernis: Wenn im Unternehmen gerade wichtige Projekte anstehen oder einige deiner Kollegen im selben Zeitraum bereits Urlaub genehmigt bekommen haben, kann es sein, dass auf dich nicht verzichtet werden kann. Zumindest in deinem gewählten Zeitraum nicht. Versuche mit deinem Chef darüber zu reden, wann du Urlaub einplanen kannst und versuche nochmal deinen Bildungsurlaub zu beantragen.
  • Dein Arbeitgeber genehmigt nur Bildungsurlaub, wenn sich daraus ein erkennbarer Mehrwert für das Unternehmen ergibt. Schau nochmal, ob du ein anderes Seminar findest, das zum Unternehmen passt und dich interessiert und reiche das neue Angebot nochmal ein.

Wenn dein Antrag abgelehnt wurde, frage nach einer schriftlichen Absage. Danach kannst du prüfen, ob der Ablehnungsgrund wirklich berechtigt ist oder ob du dagegen vorgehen kannst. (Alle erlaubten Ablehnungsgründe findest du in den jeweiligen Landesgesetzen.)

Fazit

Die wenigsten Arbeitnehmer wissen überhaupt von der Möglichkeit, einen Bildungsurlaub zu beantragen. Deshalb wird dieses Angebot bisher eher selten genutzt.

Dabei stellt es eine gute Möglichkeit dar, deine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und immer auf dem Laufenden zu bleiben, was die Arbeitswelt angeht.

Finde hier alle Soft Skills, die dir in deinem Arbeitsalltag nützlich sein könnten

Veröffentlicht am 15.12.2020, aktualisiert am 17.02.2021

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